Vernissage des Kunstkreises
: Gärten inspirieren Künstler in Freudenstadt

Bei der Vernissage der diesjährigen Ausstellung des Kunstkreises wurde klar: Die Gartenschau im „Tal X“ hat auch in der Kunst ihre Spuren hinterlassen.
Von
(red/pm)
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Bei der Vernissage (von links): Margarete Westermann, Stefanie Neuenhüskes, Margot Schmid, Adrian Sonder, Else Podschies, Rosemarie Oettling, Azra Czycholl, Gerda Müller-Häcker, Carolin Schölzl, Martin van Woerkum, Marlies van Woerkum, Joseph Wagner

Breuer

Mehr als 50 Teilnehmer waren zur Vernissage des Freudenstädter Kunstkreises am Mittwoch erschienen. Thema der diesjährigen Ausstellung war „Faszination Garten – Jenseits von Eden“ – passend zur Gartenschau, heißt es in einer Mitteilung.

Für die musikalische Begleitung zuständig war das Trio Cetra, bestehend aus Marlies van Woerkum-Claassen am Cembalo, Martin van Woerkum und Joseph Wagner mit der Traversflöte. Gespielt wurde entsprechend des Themas in Abschnitten Blumen-Airs des schottischen Komponisten James Oswald (1711 bis 1769). Martin van Woerkum kündigte die jeweiligen Stücke Frühjahr, Sommer und Herbst mit großformatigen, zur Jahreszeit passenden, selbst gezeichneten Blumenbildern an. Er musiziert nämlich nicht nur, sondern ist auch mit Bildern künstlerisch tätig.

Das letzte Blumenblatt aber, das er zeigte, war leer. „Überraschung“, sagte er. Und dann erklang als dritter Satz auf einmal zur allgemeinen Heiterkeit der Schlager „Tulpen aus Amsterdam“ im Stile des Komponisten James Oswald, aber schwungvoll rhythmisch arrangiert und mit Gesangseinlage von Marlies van Woerkum.

Sonder: „Seien sie weiter kreativ und schöpferisch!“

Oberbürgermeister Adrian Sonder begann sein Grußwort mit einem Dichterspruch über die Natur, die durch Menschen variiert wird. Die Kund in der Ausstellung sei vom Garten inspiriert – passend zur Vielfalt der Gartenschau. Kunst solle, so Sonder, eine wichtige Rolle in Freudenstadt spielen. Die Stadt habe den Anspruch, sich mit Kunst und Kultur zu beschäftigen. „Es ist eine Freude, hier das Interesse des Publikums zu sehen. Und was den Kunstkreis anbelangt: Seien sie weiter kreativ und schöpferisch!“, schloss er.

Die Natur war offensichtlich Inspiration für dieses Werk.

Foto: Breuer

Tourismusdirektorin Carolin Schölzl hob das vielfältige Thema Garten und Kunst sowie die unterschiedliche Interpretation hervor. Für den einen sei der Garten Hobby und Kraftspender, für den anderen Mühe und Arbeit. Der eine lasse in seinem Garten die Natur etwas wild sein, der andere wolle sie geordnet. „Kunst und Musik schaffen aus Vergänglichem etwas Bleibendes“, so Schölzl. Beide dankten dem Kunstkreis für sein Engagement.

Vom Garten Eden bis zur Naturunterwerfung

Azra Czycholl stellte die Künstler vor und sprach dann über das Ausstellungsthema „Faszination Garten – Jenseits von Eden“. Der erste und bekannteste Garten sei der Garten Eden, in den Gott die ersten Menschen gestellt habe und den sie verlassen mussten. Seitdem erschaffe sich der Mensch Gärten, um sein Heimweh nach dem paradiesischen Zustand zu stillen. Auch in der Kunst aller Epochen und Stile seien die Darstellungen des verlorenen Gartens und Gartenthemen zahlreich.

Aus dieses Bild ist ausgestellt.

Foto: Breuer

Czycholl spannte den Bogen vom Garten in der bildnerischen Kunstgeschichte bis zur Gegenwart. Von der Naturunterwerfung im Barock und Rokoko, zur Empfindung als ästhetisches Kriterium und den romantischen Gärten. Der Mensch schaffe Gärten, um seine Sehnsucht nach einer versagten Welt zu verwirklichen. Ein Garten sei das, was jenseits harrt: Paradies, Elysium, Hesperiden.

„Wir hoffen, dass alle auch in unserem kleinen Kunstgarten in den Genuss einer Spur paradiesischer Harmonie kommen werden“, schloss Czycholl.

Der KreisLetter
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Freudenstadt Montag bis Samstag im kompakten Überblick.