Theateraufführung im Göttelfinger Bürgerhaus: Munteres Durcheinander auf der Bühne

Verhärtete Fronten und unkonventionelle Lösungsansätze bei der Aufführung der Theatergruppe der Hütte Göttelfingen: Pfarrer und Bürgermeister Heimerdinger müssen sich vor dem verärgerten Otto Knöpfle (von links: Helmut Lutz, Karl Lutz und Uwe Reinhardt) in Acht nehmen.
Stephanie PrutschkeRegisseur Marc Hammann hatte seit Dezember in insgesamt 30 Proben mit sieben teils erfahrenen Laienschauspielern das Stück „Bei uns verklemmt nix“ von Albin Braig und Isolde Müller-Rinker einstudiert.
Für einen der beiden Abende waren die Karten im Vorverkauf innerhalb kurzer Zeit vergriffen – aber auch am anderen Termin war das Bürgerhaus nahezu voll besetzt.
Bei guter Bewirtung durch das routinierte Team der Göttelfinger Hütte bekamen die Zuschauer bei dem Dreiakter viel zum Lachen. Einen wesentlichen Teil dazu trug Karl Lutz in der Rolle des Seewälder Bürgermeisters Karl Heimerdinger bei, der nach einer durchzechten Nacht von seiner resoluten Ehefrau Gertrud (Petra Roller) verwahrlost schnarchend vor dem Haus entdeckt wird.
Skurriler Erfinder
Nachbar der beiden ist der skurrile Erfinder Otto Knöpfle (Uwe Reinhardt), der am selben Morgen vom Gemeindepfarrer informiert wird, dass aufgrund des Baus einer Hotelanlage direkt am See eine Zufahrtsstraße unmittelbar vor Knöpfles Haustür gebaut wird und er diesem deshalb einen Platz im Altersheim empfiehlt.
Dass er sich mit keiner dieser Informationen anfreunden wird, signalisierte Knöpfle dem geldgierigen Gottesdiener samt dem darin verwickelten Bürgermeister in aller Deutlichkeit. Währenddessen bereitet sich Gertrud Heimerdinger auf den Besuch von Sohn Hans-Georg (Falco Fuhrmann) vor, bei dem sie davon ausgeht, dass er sich in einem Stift auf seinen Pfarrdienst vorbereitet.
Dass dieser jedoch nach Hause kommt, um sich von seiner besitzergreifenden Mutter zu lösen und die Eltern über sein längst verändertes Leben aufzuklären, sorgt insbesondere bei ihr für viel Aufregung. Seine vor dem Haus zeltende Freundin Sabine (Petra Finkbeiner) ist daran nicht unbeteiligt.
Gekonnte Gesangseinlagen
Während sein unbeholfener Vater, der Bürgermeister, im Verlauf der Geschehnisse den Bedarf sieht, seinen Sohn aufzuklären, kämpft der Vater an anderer Stelle gegen den Widerstand seines Nachbarn und mit neuen Trugschlüssen über seine Ehefrau.
Geschäftsfrau Balkenhausen (Ursula Wolf) versucht derweil mit allen Mitteln, den Bau ihrer Hotelanlage schnell ans Ziel zu bringen, wobei sie auffällige Unterstützung vom Pfarrer bekommt und ihr die eigene mehr oder weniger fremde Tochter Sabine überraschend in die Quere kommt.

Alle Register zur Umsetzung ihrer Ziele zog die Geschäftsfrau Balkenhausen (Ursula Wolf) auch bei Erfinder Otto Knöpfle.
Foto: Stephanie PrutschkeLetztlich kommen sich alle mit ihren unterschiedlichen Absichten und Wünschen ganz schön ins Gehege. Nach Lösungen wird zum Teil unter Einbeziehung des Publikums gesucht, bevor alles ein gutes Ende nimmt. Besonderen Applaus gab es für die Gesangseinlagen – die von den Laienschauspielern wie ihre Rollen an sich perfekt inszeniert wurden.
Souffleuse Bärbel Kirn-Gutekunst war dezent zur Stelle, wenn dennoch „mal der Faden verloren ging“. Für die perfekte Maske sorgte Annica Sackmann. Die mit vielen liebevollen Details versehene Kulisse wurde von Uwe Reinhardt gestaltet.
Und Falco Fuhrmann zeichnete für einen zum Stück passenden Abschluss-Song verantwortlich, zu dessen Beats alle Laienschauspieler nach ihrer erfolgreichen Vorführung befreit über die Bühne wirbelten.