Sommertheater in Baiersbronn
: Sieben Vorstellungen im Juli im Märchenpark

Die Studiobühne Baiersbronn probt intensiv rund um das Hauff-Märchen vom „Kalten Herz“. Die Aufführungen im Juli sind dort, wo sie hingehören: im Märchenpark bei der Gartenschau.
Von
Hannes Kuhnert
Oberndorf
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Schnappschuss bei der Theaterprobe: Beim Würfeln im Gasthaus ist man sich anscheinend nicht immer ganz einig.

Hannes Kuhnert

Die Probenarbeit ist hart und verlangt von den 15 Schauspielern viel Disziplin und volle Konzentration. Regisseur Andreas Jendrusch spricht von der „heißen Phase“, in die die Neue Studiobühne Baiersbronn jetzt eingetreten sei.

Im Haus des Gastes in Tonbach ist viel Platz zum Proben. Einige der Amateur-Schauspieler sind bereits in historischen Kostümen gekommen, andere in Jeans und T-Shirts. Zwei ganz Neue sind ebenfalls dabei.

Geprobt wird eine polternde Gasthausszene in der historischen „Sonne“ in Klosterreichenbach. Die Zecher beugen sich über die rollenden Würfel am Tisch, der Sonnenwirt scheucht Frau und Töchter zur Arbeit. Künstler kommen, singen und tanzen.

Premiere am 11. Juli

Regisseur Andreas Jendrusch ist noch nicht ganz zufrieden, greift immer mal wieder ins Spielgeschehen ein, springt auf und macht vor, wie ein Profischauspieler eine imaginäre Kellertreppe hinuntersteigt.

Ob’s der Laie auch kann, wird man frühestens am 11. Juli sehen. Dann ist Premiere. Erstmals im Märchenpark bei der Gartenschau. Denn die Neue Studiobühne Baiersbronn hat ihr Sommerspektakel 2025 ganz in das Gemeinschaftsvergnügen Gartenschau eingeklinkt. Ihre Bühne wird vom 11. bis 25. Juli für sieben Vorstellungen im Baiersbronner Märchengarten vor uriger Kulisse stehen.

Und da gehört sie auch hin. Denn die Studiobühne spielt ein Märchen, das Wilhelm-Hauff-Märchen „Das kalte Herz“. Das stimmt aber nur annähernd. Der Titel des Stücks heißt „Wie der Holländer Michel geboren wurde“. Und der Untertitel erklärt: „Theaterspektakel rund um das Kalte Herz“.

Kauzige Einwohner

Julia Kotsch, Vorsitzende der Studiobühne, und Andreas Jendrusch erklären, was man sich da vorzustellen hat. Es geht um den Märchendichter Wilhelm Hauff, der in den Schwarzwald und nach Baiersbronn kommt, um sein Märchen vom Kalten Herzen zu schreiben. Das fällt ihm trotz der Gastfreundschaft beim Sonnenwirt nicht ganz leicht, denn im Dorf passiert allerhand und die Menschen im Schwarzwald haben schon damals – man schreibt das Jahr 1825 – ihre kauzigen Eigenheiten.

Aus dieser Gedankenskizze des Baiersbronner Märchenexperten Johannes Smeets drechselt Regisseur Andreas Jendrusch zusammen mit dem Ensemble das unterhaltsame Stück, das auch viel Bühnenspektakel beschert.

Tipps vom Fachmann holen sich die Schauspieler von Regisseur Andreas Jendrusch (rechts).

Foto: Hannes Kuhnert

In den Proben wird immer wieder etwas geändert, fließen spontan neue Ideen ein, müssen Kotsch und Jendrusch auf Veränderungen im Ensemble und auf andere Überraschungen mehr reagieren.

Julia Kotsch freut sich, dass die Bühne mehr Probezeit im Haus des Gastes in Tonbach bekommen hat und nun die Proben intensivieren kann. An guter Laune fehlt es jedenfalls nicht – die Darsteller sind mit viel Eifer und großer Spielfreude bei der Sache.

Im Tal-X-Ticket enthalten

Aufführungen
Die Neue Studiobühne Baiersbronn führt das Sommertheater „Wie der Holländer Michel geboren wurde – Theaterspektakel rund um das ‘Kalte Herz‘“ vom 11. bis 25. Juli freitags und samstags jeweils ab 20.30 Uhr und sonntags jeweils ab 20 Uhr im Märchenpark (alter Kurpark) in Baiersbronn im Rahmen der Gartenschau im „Tal X“ auf. Der Eintrittspreis ist sowohl in der Dauerkarte als auch in den Tageskarten zur Gartenschau enthalten.

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