Rußhütte in Freudenstadt: Der Nabu zieht ein – und die ersten Fledermäuse

Fallback Image SB
Schwarzwälder BoteIn die denkmalgeschützte Rußhütte im Christophstal kehrt das Leben zurück. Der Nabu Freudenstadt hat das historische Gebäude, das zur Gartenschau 2025 ins „Tal X“ transloziert wurde, jetzt dauerhaft bezogen – und die ersten Fledermäuse sind auch schon da.
„Der Nabu ist für uns der ideale Pächter für dieses großartige und bedeutende Gebäude“, sagte Oberbürgermeister Adrian Sonder bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin mit dem Nabu-Vorstand. Eine dauerhafte Nutzung und Belebung der mächtigen Immobilie sei im Interesse der Stadt, der das Gebäude gehört.
Außerdem passe das Nabu-Konzept sehr gut zu den benachbarten Forbach-Gärten, die die Stadt als Veranstaltungs- und Naturerlebnisfläche direkt am Bach weiternutzen will. Dazu hat die neue Tal-X-gGmbH bereits ein Programm ausgearbeitet, das an das Flair der Gartenschau 2025 anknüpft.
Nabu ist glücklich
Auch der Nabu freut sich über seine neue Basis für Aktivitäten: „Wir sind hier mitten in der Natur und sind glücklich, jetzt ein Stück Land zu haben, um das wir uns kümmern können“, sagt Heike Heinzelmann vom Sprecherteam des Nabu.
In der Rußhütte finden nicht nur die monatlichen Treffen statt, sondern sie ist auch Ausgangspunkt für Exkursionen und Raum für Veranstaltungen. Belege, dass Fledermäuse in der Rußhütte Unterschlupf suchen, liegen vor. „Das Braune Langohr ist auf jeden Fall da. Die Insektenreste, die wir im Gebäude gefunden haben, sind ein untrügliches Zeichen dafür“, so Heinzelmann.
Stein für Stein neu aufgebaut
Das große Gebäude war Stein für Stein abgetragen und auf dem Gelände der Gartenschau Freudenstadt-Baiersbronn 2025 komplett neu aufgebaut worden. Damit sind drei Ziele erreicht: Der Platz für das westliche Portal für einen innerstädtischen Entlastungstunnels in Freudenstadt ist jetzt frei, ein Baudenkmal mit landesweitem Seltenheitswert ist gerettet und eine Attraktion für das „Tal X“ wurde rechtzeitig zum Start der Gartenschau geschaffen.
Rund 1,7 Millionen Euro hat das Regierungspräsidium für den Umzug des Gebäudes bereitgestellt, 200.000 Euro investierte die Stadt in die Vorbereitung des Baugrundstücks und den Innenausbau.
Landesweit nur zwei erhalten
In Rußhütten, von denen landesweit nur noch zwei erhalten sind, wurden einst harzhaltige Baumbestandteile wie Reißig zu Ruß verschwelt. Der Ruß diente als Basis für viele Produkte wie Tinte oder Pflegemittel. Diskussionen um den Erhalt des zweistöckigen Gebäudes aus gewaltigen Sandsteinblöcken mit Gewölbe und hölzerner Dachkonstruktion gab es bereits vor 50 Jahren. In den 1970er-Jahren wehrten sich Bürger erfolgreich gegen den geplanten Abriss.
Ein Jahr lang hatte der Umzug und die Restaurierung des bis dahin nur provisorisch gesicherten Gebäudes gedauert. Damit jeder Stein wieder seinen angestammten Platz bekommen konnte, erhielt er von den Mitarbeitern der Spezialfirma Jako eine eingefräste Nummer und einen Eintrag mit der Position in einem Plan.
Die Nabu-Veranstaltungen 2026 im Tal X
13. Juni: „Der Biber ist zurück“, Exkursion mit Albert Koch, ehrenamtlicher Biber-Berater des Landkreises Freudenstadt, Treffpunkt um 14.30 Uhr an der Rußhütte
20. Juni: „Kasper und die Fledermaus“, Theater für Kinder in Begleitung von Erwachsenen in der Rußhütte, ab 14.30 Uhr
25. Juli: „Kasper und die Wasseramsel“, Theater für Kinder in Begleitung von Erwachsenen in der Rußhütte, ab 14.30 Uhr
4. August: Start der dreiteiligen Naturfilm-Reihe, an den drei Dienstagen 4 und 25. August sowie 1. September, Beginn jeweils um 19 Uhr, für Jugendliche und Erwachsene
29. August: „Kasper und die Fledermaus“, Theater für Kinder in Begleitung von Erwachsenen in der Rußhütte, ab 14.30 Uhr, ab 20.30 Uhr Start zur „Bat-Night-Fledermausführung“ an der Rußhütte
5. September: „Seppl und die Kakaofrucht“, Theater für Kinder in Begleitung von Erwachsenen in der Rußhütte, ab 14.30 Uhr
Weitere Informationen: www.nabu-freudenstadt.de