OB besucht Remondis
: So könnte Freudenstadt sauberer werden

OB Adrian Sonder und die städtische Wirtschaftsbeauftragte Elke Latscha haben die Firma Remondis besucht. Sie besprachen, wie mehrere Probleme in Freudenstadt gelöst werden könnten.
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(red/pm)
Oberndorf
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Oberbürgermeister Adrian Sonder und die städtische Wirtschaftsbeauftragte Elke Latscha (links) mit Remondis-Niederlassungsleiterin Alexandra Bähr

Rath/Stadtverwaltung

Oberbürgermeister Adrian Sonder hat die Freudenstädter Niederlassung der Firma Remondis besucht. Zusammen mit der städtischen Wirtschaftsbeauftragten Elke Latscha besichtigte er den Betrieb in der Robert-Bürkle-Straße, um mehr über das Unternehmen zu erfahren und über neue Konzepte zu sprechen. Das teilt die Stadt in einer Pressemitteilung mit.

Standort in Freudenstadt

Standort in Freudenstadt Seit mehr als 20 Jahren hat die Remondis-Gruppe ihren Standort in Freudenstadt. Der Vertrag mit dem Kreis wurde nach der Ausschreibung erneut verlängert. Damit hat die Niederlassung, die mit 30 Lastwagen in den Kreisen Freudenstadt, Calw und Zollernalb im Einsatz ist, Planungssicherheit.

Remondis sammelt Abfall und Wertstoffe von Privathaushalten und Unternehmen in der Region ein, darunter Restmüll, Sperrmüll, Kunststoffe, Glas, Bioabfälle und Papier. „Eigentlich alles außer Sondermüll“, so Niederlassungsleiterin Alexandra Bähr. Rund 65 000 Tonnen kommen jedes Jahr zusammen. „65 Prozent davon entfallen auf den kommunalen Bereich.“

Das Material wird in Freudenstadt gesammelt, sortiert, zwischengelagert und für die Weiterverarbeitung vorbereitet. Obschon jeder die Arbeit schätze, wolle nicht jeder einen solchen Betrieb in der Nachbarschaft haben, sagt Bähr. Remondis wolle am Standort investieren, plane eine neue Halle. Der Bau soll 2026 starten.

„Mit der neuen Halle wird es deutlich weniger Gerüche, Lärm und weggewehten Abfall geben“, so die Niederlassungsleiterin. Digitale Technik soll helfen, Fremdstoffe schon beim Abladen zu erkennen, damit sie sofort aussortiert werden können.

Mitarbeiter

Mitarbeiter Ein großes Problem sei es, neue Mitarbeiter zu finden, vor allem Kraftfahrer. Die Kollegen kämen aus fast einem Dutzend Ländern, was die Kommunikation bisweilen erschwere. Froh ist Bähr, drei neue Auszubildende gefunden zu haben.

Sperrmüll und Gelbe Tonne

Sperrmüll und Gelbe Tonne Ansonsten sieht sie den Kreis auf einem guten Weg, was neue Konzepte in der Entsorgung angeht. „Da ist einiges in Bewegung“, so Bähr. Das Ende der Sperrmüll-Straßensammlungen, das regelmäßig Ärger und Zusatzarbeit mit sich bringt, ist besiegelt. Künftig soll es Abfuhr auf Anmeldung geben. Auch für Sonder eine gute Nachricht: „Das Straßenbild ist für uns als Tourismusstadt ein großes Thema.“

Dazu würde auch die Umstellung von Säcken auf die gelbe Tonne beitragen. „Das macht vieles einfacher und vor allem sauberer“, so Bähr. Calw habe umgestellt und gute Erfahrungen gemacht. „Im Landkreis Calw ist es ein Mischsystem aus Tonnen und Säcken. Anders funktioniert es auch nicht. Sonst wäre auf eine 240-Liter-Tonne schnell voll, wenn jemand einen neuen Fernseher kauft und viel Styropor entsorgen muss.“ Sonder bestätigte, dass es auch sein Wunsch ist, dass der Landkreis die Wertstofftonne einführt.

Aktuell ist Remondis dabei, alle Straßen zu erfassen und Lösungen zu entwickeln, in denen die Zufahrt mit den Müllfahrzeugen schwierig bis unmöglich ist. Dazu zählen Sackgassen.

„24-7-Wertstoffhof“

„24-7-Wertstoffhof“ Nächstes Projekt sei ein „24-7-Wertstoffhof“ zur Selbstanlieferung bei Remondis. Anmeldung und Zutritt sollen über eine App geregelt werden. „Remondis hat das bereits in einigen Städten bundesweit getestet und im Einsatz, unter anderem in Hamburg, Freiburg und im Landkreis Starnberg. Es funktioniert“, so Bähr. Das wäre auch für die Niederlassung in Freudenstadt denkbar. Zugemüllte Container-Standorte, die Mitarbeiter der Stadt und von Remondis regelmäßig reinigen müssen, könnten damit der Geschichte angehören.

Erkennung per Chip

Erkennung per Chip Möglich sei es auch, mit einer Tonne verschiedene Wertstoffe zu sammeln, etwa in einer Woche Papier und in der anderen Woche Altglas. Die Fahrzeuge von Remondis seien für Chip-Tonnen ausgerüstet. Dann erkenne die Technik, ob für den Behälter auch Müllgebühr an den Landkreis bezahlt wird. Manche Leute seien sehr erfinderisch, wenn es darum gehe, die Gebühr zu umgehen.

Das wünscht sich Remondis

Das wünscht sich Remondis Wunsch von Remondis an die Stadt wären Lkw-Stellplätze, wo die Fahrer über Nacht stehen oder ihre vorgeschriebenen Lenkzeit-Pausen verbringen können. Ansonsten hängt laut Bähr von den Bürgern viel ab, wie gut die Entsorgung funktioniert: „Eine gute Sortierung von Abfall und Wertstoffen erleichtert uns die Arbeit enorm“, so Bähr.

Dasselbe gilt für Geduld von Autofahrern und ein respektvoller Umgang mit den Mitarbeitern: „Ein bisschen mehr Verständnis wäre toll. Die Kollegen müssen sich teils unglaubliche Dinge und Hupkonzerte anhören. Sie leisten schwere Arbeit. Daher freuen sie sich über Respekt und jedes freundliche Wort“, so Bähr.

Tipps von Remondis für die Müllentsorgung

Mülltrennung
 Eine saubere Trennung von Restmüll und Wertstoffen erhöht die Recyclingquote. Wenn bei einem Joghurtbecher der Aludeckel nicht abgezogen wird, kann er nicht recycelt werden.

Plastikbecher
Plastikbecher müssen nicht ausgespült werden. Das ist Wasserverschwendung. Das Material wird in der Recyclinganlage ohnehin gereinigt.

Braune Tonne
Plastik und kompostierbare Kunststoff-Biomüllbeutel gehören nicht in die braune Tonne. Die Umschlagzeit in der Bioabfall-Vergärungsanlage in Freudenstadt ist zu kurz. Sie verrotten nicht, sondern stören die Abläufe in der Anlage.

Akkus und leere E-Zigaretten
Akkus oder leere E-Zigaretten gehören nicht in den Gelben Sack oder den Hausmüll. Sie müssen an Batteriesammelstellen entsorgt werden. Sie stellen ein hohes Brandrisiko in Sortierhallen und Sammelfahrzeugen dar.

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