Lesung in Freudenstadt
: Zwischen Weggehen und Hierbleiben

Aus ihrem Schwarzwald-Roman „Die Riesinnen“ las Hannah Häffner in Igelsberg im Rahmen der „Lesereise quer Beet“. Sie füllte das Alte Schulhaus bis auf den letzten Platz.
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(red/pm)
Oberndorf
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Bei der Lesung in Igelsberg (von links): Ortsvorsteherin Daniela Niendorf, Autorin Hannah Häffner, Thalia-Filialleiterin Gudrun Krüper und Moderator Wolfgang Tischer

Thalia Buchhandlung

Hannah Häffner begeisterte im voll besetzten Alten Schulhaus in Igelsberg mit ihrem Schwarzwald-Roman „Die Riesinnen“, der seit 15 Wochen auf der Spiegel-Bestseller-Liste steht. Das berichtet die Thalia-Buchhandlung Freudenstadt in einer Pressemitteilung.

Ortsvorsteherin Daniela Niendorf begrüßte die rund 70 Gäste in dem 260-Seelen-Örtchen, das durchaus auch Schauplatz des Romans sein könnte.

Durch den Abend führte Wolfgang Tischer, Gründer der Literaturplattform „Literaturcafé.de“ und Mitarbeiter der Thalia-Filiale in Freudenstadt. Er dankte der Freudenstadt Tourismus und Thalia-Filialleiterin Gudrun Krüper für die „Lesereise quer Beet“, die derartige kulturelle Erlebnisse in den Ortsteilen ermöglicht.

Fiktiver Schwarzwald-Ort

Im Gespräch mit Tischer stellte Häffner ihren Roman vor, der im fiktiven Schwarzwald-Ort Wittenmoos spielt. Als Gemeinsamkeit ihrer drei Protagonistinnen aus drei Generationen benannte sie: Alle passen nicht so richtig in diesen Ort, sind zu groß, rothaarig und nicht so verwurzelt wie die anderen Dorfbewohner. Alle drei werden im Laufe ihres Lebens vor die Frage gestellt: „Gehen oder bleiben?“

Häffner nahm ihre Gäste mit nach Wittenmoos. Die mit einem Metzger verheiratete Liese, mit der die Geschichte Anfang der 1960er-Jahre beginnt, kann hier nie etwas anderes sein, als das, was ihr nachgerufen wird. Ihr Leben wird von den Erwartungen ihres Umfelds geprägt.

Zwischen zwei Lesepassagen berichtet die Autorin, wie die Idee zum Roman entstand und weshalb der Schwarzwald als Schauplatz für sie von Anfang an feststand. Für sie war vollkommen klar, dass „Die Riesinnen“ im Schwarzwald spielen, der mit der Charaktertiefe und Widerspenstigkeit ihrer drei Figuren korrespondiert. Und sie weiß: So wie Liese, Cora und Eva Riesberger empfinden viele den Drang, wegzugehen, aber auch den Sog, hierzubleiben.

Wald nicht bedrohlich

Der Wald wird von Häffner in feinen Naturskizzen nicht bedrohlich beschrieben, sondern voller Schatten, der Wärme hat: „Man geht nicht verloren im Wald. Man wird nur ein Teil von ihm.“ Bei allem, was für ihre Frauen-Figuren im „echten Leben“ aufreibend ist, bleibt es tröstlich, dass es so etwas wie die Ferne gibt.

Und in Igelsberg, so war deutlich spürbar, werden Zusammenkünfte wie diese sehr geschätzt, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

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