Krankenhaus in Freudenstadt: Für von Brustkrebs Betroffene gibt es wieder ein Selbsthilfeangebot

Eine Brustkrebserkrankung ist für Betroffene auch psychisch belastend. (Symbolbild)
Hannibal Hanschke/dpaDie Belastungen einer Brustkrebserkrankung sind enorm, schreibt das Krankenhaus Freudenstadt in einer Pressemitteilung. Zusätzlich zu den medizinischen Aspekten gebe es Faktoren, die sich schwer in Therapiepläne fassen ließen: Scham und die Exponiertheit als kranke Person, wenn körperliche Veränderungen sichtbar würden oder die Leistungsfähigkeit plötzlich wegbreche.
Damit die Betroffenen damit nicht allein gelassen werden, gibt es seit vergangenem Jahr in Freudenstadt ein speziell auf die Problematik zugeschnittenes Angebot. Das Brustzentrum des Klinikums Landkreis Freudenstadt und die Frauenselbsthilfegruppe Freudenstadt laden dabei Betroffene von Brustkrebs zum regelmäßig stattfindenden Selbsthilfeangebot „Mamma-Café“ ein.
Die Gruppe trifft sich jeden ersten Mittwoch im Quartal bei Kaffee und Kuchen im Klinikum. Der Titel „Mamma“ ist angelehnt an den Begriff Mammakarzinom, der lateinischen Bezeichnung für Brustkrebs. Im Mamma-Café finden Brustkrebsbetroffene laut der Mitteilung einen geschützten Raum zum Austausch mit anderen Betroffenen.
Konzept nicht neu
Ganz neu ist das Mamma-Café nicht. Vor Corona fanden in regelmäßigen Abständen Treffen statt, die während der Pandemie eingestellt werden mussten. „Wir sehen aber welche Bedeutung solche Angebote für Betroffene haben“, sagt Monique Bliesener, Geschäftsführerin des Klinikums Landkreis Freudenstadt.
„Als regionales Klinikum sehen wir es als unsere Aufgabe, Menschen auch über die unmittelbare medizinische Versorgung hinaus zu begleiten“, erklärt sie. Deshalb ist das Mamma-Café wieder ein fester Bestandteil der begleitenden Angebote am Klinikum.
Das Interesse an den bisherigen Treffen war groß, wie es in der Mitteilung heißt. Ein zentrales Anliegen der Veranstaltungsreihe ist die Enttabuisierung der Erkrankung. Viele Betroffene empfinden eine Krebserkrankung noch immer als schambesetzt, berichtet das Team der onkologischen Tagesklinik.
Sichtbare Begleiterscheinungen besonders belastend
Besonders belastend seien für viele Patientinnen auch sichtbare Begleiterscheinungen der Therapie. „Der Haarausfall während einer Chemotherapie ist für viele Brustkrebspatientinnen eine der schwierigsten Erfahrungen, weil die Erkrankung dadurch auch nach außen sichtbar wird“, erklärt Tatjana Wolkow, Krankenschwester der Onkologischen Tagesklinik.
Das Mamma-Café findet jeden ersten Mittwoch eines Quartals von 14.30 bis 16 Uhr in den Besprechungsräumen des Klinikums Landkreis Freudenstadt (Ebene 0) statt. Der nächste Termin ist am Mittwoch, 1. April. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Mamma-Café ist offen für alle Brustkrebsbetroffenen.