Klinikum Freudenstadt: Neue Zertifizierung stärkt Position bei Krankenhaus-Reform

Oberärztin Dr. Jacqueline Hörig, Oberarzt Dr. Andrzej Kuzinar, Angiologieassistentin Viola Günther, Chefarzt Prof. Dr. Florian Bea (von links)
KLFArterielle Gefäßerkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Zur Behandlung werden am Klinikum Landkreis Freudenstadt modernste minimalinvasive Operations-Verfahren eingesetzt.
Jetzt ist das bestehende Behandlungsspektrum um einen wichtigen Baustein erweitert: Die „Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.“ hat dem Klinikum das Zertifikat „Zusatzqualifikation Interventionelle Therapie der arteriellen Gefäßerkrankungen“ verliehen.
Bei der interventionellen Therapie werden hoch spezialisierte Techniken eingesetzt, um den Fortschritt von arteriellen Gefäßkrankheiten möglichst frühzeitig zu stoppen. „Die Notwendigkeit von belastenden operativen Eingriffen kann damit erheblich gesenkt werden“, erklärt Florian Bea, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin am Klinikum Landkreis Freudenstadt. „Die Belastung für die Patienten ist bei der interventionellen Therapie deutlich geringer und sie kommen schneller wieder auf die Beine.“
Schonende Behandlungsmöglichkeit
Die interventionelle Therapieform bietet unter anderem eine schonende Behandlungsmöglichkeit bei Durchblutungsstörungen, die vom Becken bis hinunter zum kleinen Zeh auftreten können. Zu den häufigsten Erkrankungen gehören die Schaufensterkrankheit und der diabetische Fuß.
Das minimalinvasive Verfahren behebt die Durchblutungsstörung ohne die Notwendigkeit einer Narkose oder Operation. Unter örtlicher Betäubung wird ein Katheter in das betroffene Gefäß eingeführt und die Engstelle mit einem speziellen Ballon erweitert. Um die Gefäße dauerhaft zu stützen, kann zusätzlich ein Stent eingesetzt werden. Die Katheter-Technik ist vor allem aus der Behandlung von Herzinfarkt-Patienten bekannt und wird zunehmend auch bei der Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit angewendet.
Modernste Medizintechnik und umfassende Qualifikation
Verliehen wird das Zertifikat „Zusatzqualifikation Interventionelle Therapie der arteriellen Gefäßerkrankungen“ von einer Kommission der „Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.“ Der Weg zur erfolgreichen Zertifizierung ist lang und anspruchsvoll. „In das Programm werden nur Ärzte aufgenommen, die über mehrjährige Erfahrung in der Angiologie – sprich: Gefäßmedizin – verfügen“, betont Bea.
Gemeinsam haben er und seine Kollegen, Oberärztin Jacqueline Hörig und Oberarzt Andrezej Kuzinar, beide erfahrende Fachärzte für Angiologie, ein intensives Qualifizierungsprogramm für die Durchführung der komplexen interventionellen Therapie absolviert. Um die Zertifizierung zu erhalten, muss das Klinikum zusätzlich über modernste medizinische Infrastruktur verfügen, um das Spektrum der Untersuchungen technisch abdecken können.
Die Zertifizierung ist deshalb nicht nur für Chefarzt Florian Bea, sondern auch für Geschäftsführerin Monique Bliesener ein wichtiger Schritt für eine weiterhin stabile Aufstellung des Klinikums Landkreis Freudenstadt. „Wir haben in der Angiologie und Kardiologie in Freudenstadt hohe Fallzahlen und bieten exzellente Medizin auf höchstem technischem Niveau. Jährlich führen wir bis zu 500 interventionelle Eingriffe durch“, betonen Geschäftsführerin und Chefarzt. „Damit stärken wir auch unsere Position in der anstehenden Krankenhaus-Reform.“
Standardisierte Abläufe schaffen Sicherheit
Vor allem profitieren von der Zertifizierung die Patienten. Die „Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V“ gehört zu den führenden Gesellschaften in der medizinischen Fachwelt. Viele der Patienten der Angiologie und Kardiologie im Klinikum Landkreis Freudenstadt kommen auch von weit außerhalb der Kreisgrenzen nach Freudenstadt. „Das Zertifikat bietet den Menschen ein Qualitätssiegel, das unsere hohe Verfahrenskompetenz, unsere erprobten standardisierten Abläufe, unser medizinisches Niveau und unsere nationale Vernetzung in der Fachwelt von unabhängiger, kritischer Seite bestätigt“, erklärt Bea.