Integrationsarbeit in Freudenstadt: Die Familie als Lernort im Mittelpunkt

Erika Sauter-Bartholomä (rechts) und Tanja Leins betreuen gemeinsam das „HIPPY“ -Programm in Freudenstadt.
Stadtverwaltung/Volker RathWeiterer städtischer Beitrag zur Integration: Das Kinder- und Jugendreferat hat mit dem „HIPPY“-Programm gute Erfahrungen gemacht. Es richtet sich an Einwandererfamilien sowie Familien mit Förderbedarf und befähigt die Eltern, ihre Kinder gut auf den Schulstart vorzubereiten, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.
„HIPPY“ heißt das Konzept, das die Familie als ersten und wichtigsten Lernort des Kindes in den Mittelpunkt stellt. Das Kürzel steht für „Home Interaction for Parents of Preschool Youngsters“ und stammt aus Israel. Es bedeutet in etwa so viel wie: Eltern erhalten Mittel, Betreuung und Anleitung, damit sie ihre Kinder für die Schulzeit vorbereiten können. Anfang 2024 lief das Programm in Freudenstadt an. Im Herbst dieses Jahres werden bereits die ersten „HIPPY“-Kinder eingeschult.
„Das Projekt ist erfolgreich angelaufen“, wird Erika Sauter-Batholomä vom städtischen Kinder- und Jugendreferat in der Mitteilung zitiert. Zusammen mit Tanja Leins, die ein duales Studium Soziale Arbeit bei der Stadt absolviert, leitet sie das Programm vor Ort. Acht Plätze stellt die Stadt momentan zur Verfügung, davon sind sieben besetzt.
Grundvoraussetzung ist, dass die Familien eine gesicherte Bleibeperspektive haben und in Freudenstadt wohnen. „Außerdem ist die Bereitschaft der Eltern erforderlich, sich auf das Programm einzulassen“, sagt Sauter-Bartholomä.
Gefördert werden die Kinder ab vier Jahren in kognitiver, motorischer, sprachlicher und sozio-emotionaler Hinsicht. Das Programm dient dazu, die deutsche Sprache und Vorschulwissen zu vermitteln – und damit den Kindern ein gewisses Selbstbewusstsein mit auf den Schulweg zu geben.
Regelmäßiger Besuch
Dazu besuchen geschulte Mitarbeiter regelmäßig die Familien, um mit den Eltern zu arbeiten und sie im Umgang mit den „HIPPY“-Materialien anzuleiten. Regelmäßige Familientreffen dienen dem Austausch unter den teilnehmenden Familien und der Vernetzung. Das Material umfasst zwei Programmjahre. Eine Aufnahme ist laut der Mitteilung jedoch jederzeit möglich, und die Teilnahme endet immer mit der Einschulung des Kindes.
Die Familien erhalten Themenbücher, Übungshefte und Schulmaterial wie Mäppchen, Buntstifte, Klebestifte, Wasserfarben und geometrische Lehrformen. Das Kinder- und Jugendreferat ist in Kontakt mit Kindergärten und den beiden städtischen Grundschulen, um Kontakte zu den Familien herzustellen und um zu sehen, wie sich die Kinder in den Augen der Erziehungs- und Lehrkräfte entwickeln.
Nicht alle offen für Projekt
Nicht alle Familien mit Kindern, die potenzielle „HIPPY“-Kandidaten wären, seien offen für das Projekt. Diejenigen, die dabei sind, ziehen laut der Mitteilung allerdings gut mit. „Wir haben den Eindruck, dass die Kinder und Eltern sehr gut und zuverlässig mitarbeiten und dabei große Freude haben. Aus unserer Sicht klappt das sehr gut“, so Sauter-Bartholomä. Vier Kinder würden im Herbst eingeschult. Sie wirkten jetzt viel offener, aufmerksamer, sicherer und selbstbewusster. Zwei der bald vier freien Plätze im Programm seien bereits wieder vergeben.
Für Oberbürgermeister Adrian Sonder ist das Programm ein „sehr wichtiges Projekt“. Der Bedarf an Plätzen sei in Freudenstadt um ein Vielfaches größer. „Es kam uns allerdings bis dato vor allem darauf an, mit dem Konzept Erfahrungen zu sammeln“, so Sonder.
Weitere Informationen zum „HIPPY“-Programm gibt es per E-Mail an erika.sauter-bartholomae@f23-fds.de oder unter Telefon 07441/860 17 83.