Flair-Hotel Sonnenhof: Neue Betreiber ziehen von der Insel nach Schönmünzach

Lukas Möhlhenrich (links) und Johannes Möhlhenrich (Zweiter von links) vor der Eingangstür ihres Hotels Sonnenhof mit einigen der Angestellten. Mit dem Kauf des Hotels sind die beiden neuen Besitzer ihr Projekt für die Zukunft angegangen.
Inga-Lena FinkbeinerJohannes Möhlhenrich hat die Hotellerie bereits im Blut, seine Familie brennt für das Gastgewerbe. Und er erfüllt sich mit dem Hotel Sonnenhof in Schönmünzach einen Wunsch. Gemeinsam mit seinem Ehepartner Lukas Möhlhenrich übernahm er das Traditionshaus.
Die Hoteliers Lukas Möhlhenrich kommt aus Nordhessen. Er erlernte in einem Romantikhotel den Beruf des Hotelfachmanns. Ein eigenes Hotel war lange Zeit für ihn nicht vorstellbar. Das änderte sich, als er und sein Partner Johannes die Chance bekamen, den Pensionsbetrieb von Johannes Möhlhenrichs Großtante auf der Insel Rügen zu führen.
Die beiden restrukturierten das Unternehmen komplett und führten es zwei Jahre lang, bevor es sie wegen ihres Traums vom eigenen Hotel in den Süden zog. Während ihres Aufenthalts auf Rügen erkannten die beiden Männer recht schnell, dass sie auch weiterhin gemeinsam ein eigenes Unternehmen leiten möchten. Für Möhlhenrichs war es wichtig, dass sie auch beruflich zueinander passen.
Johannes Möhlhenrich hat auf der Insel Rügen in einem Vier-Sterne-Hotel den Beruf des Hotelkaufmanns erlernt. Er kenne sich daher bereits in der gehobenen Ferienhotellerie aus. Anschließend folgte für ihn ein Tourismusmanagementstudium, das ihn in seinem neuen Beruf als Hotelier ungemein bereichere.
Wieso Schönmünzach? Lukas Möhlhenrich fehlten auf Rügen die Berge und das idyllische Plätschern eines Bachs – und das sei wichtig, damit sich auch ein Nordhesse wohlfühlen könne.
Daraufhin hatten die beiden die Region Oberbayern ins Auge gefasst, doch die Suche nach einem geeigneten Betrieb blieb erfolglos, und so kamen sie schließlich auf den Schwarzwald. Schon nach dem ersten Besuch des Schwarzwalds sei Bayern bei ihnen in den Hintergrund gerückt. Im Mai 2021 besichtigte das Ehepaar zum ersten Mal den „Sonnenhof“ und arbeitete von da an auf den Kauf des Hotels hin. Sie übernachteten insgesamt dreimal in dem Hotel und überzeugten sich so vom Personal und vom Ambiente.
Die beiden haben das Hotel Sonnenhof zum 1. August übernommen und verwirklichten damit ihr Herzensprojekt. In diesem Zuge wurden alle 32 Mitarbeiter mit übernommen.
Pläne für die Zukunft Möhlhenrichs mussten nach dem Kauf des Objekts wieder die Dehoga-Sterne erarbeiten. Durch den Kauf eines Hotels verliere man die bisherige Sternekategorie, und man müsse sich neu qualifizieren, erklärt Lukas Möhlhenrich. Inzwischen hat das Haus wieder wie zuvor vier Sterne.
Seit der Übernahme lag der Fokus darauf, die Mitarbeiter zu unterstützen und zu entlasten. Die beiden streben an, dass ab dem kommenden Jahr das Haus auch ein Ausbildungsbetrieb wird. An der Qualifikation dafür arbeiten sie bereits. Sie wollen jungen Menschen, die sich für die Hotellerie begeistern, eine Ausbildung im Hotelfach oder als Koch anbieten.
Das Ehepaar will bei der Weiterentwicklung des Hotels an der Stelle anknüpfen, wo die ehemaligen Besitzer aufgehört haben. Lukas Möhlhenrich fügt hinzu, dass sie natürlich auch ihre persönliche Note setzen wollen.
Das Vier-Sterne Haus mit 40 Zimmern bietet bereits ein Schwimmbad, einen Ruheraum mit Salzsteinen und einen Tagungsraum für Veranstaltungen mit Platz für bis zu 40 Personen. Diesen Raum wollen die beiden in Zukunft noch mehr in den Fokus rücken. Ihnen sei aufgefallen, dass immer mehr Einwohner von Schönmünzach das Restaurant nutzen, erzählen die beiden. Es freue sie, dass sie so positiv im Ort aufgenommen wurden. Johannes Möhlhenrich sagt, dass es für die Region spreche, dass alle so herzlich seien.
Die Männer schätzen besonders die langjährigen Mitarbeiter im Sonnenhof. Die beiden jungen Hoteliers wurden auch vom Team freundlich aufgenommen und sorgfältig eingearbeitet.
„Die Mitarbeiter stehen jederzeit zur Verfügung, wo ihre Hilfe nötig ist“, sagt Lukas Möhlhenrich dankbar. Beide sind sich einig, dass genau diese Mitarbeiter das Haus zu dem machen, was es ist. „Darauf sind alle sehr stolz“, so Johannes Möhlhenrich.