Festmahl in Baiersbronn: Wie im Hotel Bareiss die Freundschaft zu Frankreich lebt

Die Ehrengäste des Festmahls, links Gastgeber Hermann Bareiss.
Monika BraunSeit 30 Jahren wird die deutsch-französische Freundschaft im Hotel Bareiss in Mitteltal mit einem kleinen Festakt und dem anschließenden Freundschaftsmahl gefeiert. Auch in diesem Jahr hatten sich rund 400 Gäste eingefunden und genossen bei guter Stimmung und herzlicher Gastfreundschaft den Tag.
Trachtenkapelle Mitteltal überrascht die Gäste
Gleich zu Beginn hatte der Musikverein Trachtenkapelle Mitteltal eine Überraschung parat. Mit einem eigens für Hermann Bareiss komponierten Marsch anlässlich seines 80. Geburtstags begannen sie die musikalische Begleitung. Mit Champagner wurden die Gäste im Kurgarten in Mitteltal begrüßt, während die Parforcebläser aus Holtzheim musikalisch umrahmten. Kleine Regenschauer konnten die gute Stimmung nicht trüben und die vorgetragenen Reden spiegelten die tiefe Verbundenheit beider Länder wider.
Familiengeschichte ist eng mit Frankreich verbunden
„Alle Jahre wieder ist es für unsere Familie eine ganz große Freude und Ehre, dass sie Ihren Nationalfeiertag bei uns im Bareiss feiern“, sagte Hannes Bareiss. In einem Rückblick auf die Entstehungsgeschichte der jahrzehntelangen Freundschaft ging er auf die eigene Familiengeschichte ein. Es war seine Großmutter Hermine Bareiss gewesen, die dafür den Grundstein gelegt hatte, indem sie sich als Kriegswitwe den Respekt und damit auch die Sympathie der Franzosen sicherte. „Frankreich und das Bareiss wurden ziemlich beste Freunde und diese Freundschaft ist älter als das Hotel“, leitete Hannes Bareiss über.
Ohne Frankreich? Nicht denkbar
Er ging weiter auf die Frankreich-Affinität der Familie ein, die mit den beruflichen Frankreichaufenthalten von Hermann und Hannes Bareis vertieft wurde. „Die kulinarische Geschichte des Bareiss ist ohne Frankreich gar nicht mehr denkbar“, sagte er.
Ex-Top-Richter mahnt zu Respekt
Ferdinand Kirchhof, vormaliger Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts rief zu einem respektvollen Umgang miteinander auf. Das Diskussionsverhalten habe sich in den letzten Jahren verändert, es fehle an Kompromissbereitschaft und an Einsicht, dass nicht nur die eigene Meinung richtig sei. Die Gesellschaft müsse wieder lernen, aufeinander zu hören, miteinander zu sprechen und auch andere Ansichten gelten zu lassen.
OB Sonder sieht Herzlichkeit und auch Respekt
Freudenstadts Oberbürgermeister Adrian Sonder sprach in seinem französischen Grußwort von einer Atmosphäre, die von Eleganz, Herzlichkeit und gegenseitigem Respekt geprägt sei.
Gemeinsames Erbe
Das Fest im Zeichen des französischen Nationalfeiertags sei ein bedeutendes Symbol der deutsch-französischen Freundschaft. Die Geschichte beider Länder hätte gelehrt, dass Versöhnung, Vertrauen und Zusammenarbeit die stärksten Kräfte seien, nicht umsonst werde vom „Motor Europas“ gesprochen.
„Wir haben ein gemeinsames Erbe und eine gemeinsame Geschichte“, betonte Sonder, der in Frankreich gelebt und studiert hatte. „Solche Begegnungen wie hier im Hotel Bareiss machen Europa greifbar- menschlich, herzlich und zukunftsgewandt“, sagte

Blütenträume
Foto: Monika Braun
Ein Gaumenschmaus
Foto: Monika BraunDas gab’s zu essen
Freundschaftsmahl
Hermann Bareiss hatte zum Festmahl gebeten und die vielen Gäste wurde von einem perfekten Service sowie mit Leckerbissen aus der Bareiss-Küche verwöhnt. Lachsforelle mit Pfifferlingen, Loup de mer in Krustentier-Safransauce, Kalbsfilet unter der Trüffelkruste, sowie der süße Abschluss mit der Tartelette „Forêt-Noire“, dem Schwarzwälder Kirschtörtchen, waren die kulinarischen Genüsse für die Gäste. Bei guten Gesprächen und bester Stimmung wurde auf die deutsch-französiche Freundschaft angestoßen.