Fahrt durch das Murgtal
: Historischer Dampfzug begeistert zahlreiche Fans

Begleitet von vielen Zuschauern haben die Ulmer Eisenbahnfreunde, Sektion Ettlingen, ihre Sonderfahrten mit dem historischen Dampfzug durch das Murgtal wieder aufgenommen.
Von
Lothar Schwark
Oberndorf
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Mit Volldampf fährt die 58er der Ulmer Eisenbahnfreunde, Sektion Ettlingen, in den Baiersbronner Bahnhof ein.

Lothar Schwark

Nahezu auf die Minute pünktlich rollte am Sonntag um 12.07 Uhr der historische Dampfzug der Ulmer Eisenbahnfreunde, Sektion Ettlingen, in den Baiersbronner Bahnhof ein.

Zahlreiche Dampflokfans hatten zuvor schon unterwegs verfolgt, wie der Zug, gezogen von der 58er mit der Kennung 58 311, nach und nach schnaubend die Steigungen der romantischen Murgtalstrecke eroberte. Auch am Baiersbronner Bahnsteig fanden sich viele Eisenbahnfans ein, um in Nostalgie zu schwelgen.

Noch bis in die frühen 70er- Jahre waren auf der Murgtalbahn Dampfloks der Baureihe 86-94 und die Güterzuglokomotive 50 unterwegs. Kein Wunder also, dass am Sonntag auf dem Bahnsteig ein Opa zu seinem Enkel sagte: „Schau mal, mit so einem Zug bin ich früher zur Schule gefahren.“ Und der Steppke fand’s: „Cool!“

250 Passagiere an Bord

Mit rund 250 Passagieren war der Sonderzug mit drei Reisezugwagen und einem Speisewagen gut besetzt. Im beigefügten Güterwagen wurden zusätzlich Fahrräder befördert. Viele Reisende machten sich nach der Ankunft auf zu einem Rundgang durch Baiersbronn, während das achtköpfige Zugpersonal das Gefährt für die Pendelfahrten zwischen Baiersbronn und Raumünzach vorbereitete.

Und zwischendurch konnte ein besonderes Schauspiel verfolgt werden, wenn die 58er auf dem Nebengleis am Hydranten zum Wasserfassen Station machte. Denn ohne Kohlen und Wasser geht bei einer Dampflok nichts. Der Baiersbronner ist einer von wenigen Bahnhöfen, die noch über einen Wasserhydranten verfügen.

Der Bahnhof Baiersbronn besitzt noch einen Hydranten.

Foto: Lothar Schwark

Bei den Sonderfahrten im Murgtal, ist für das 132,6-Tonnen-Stahl-Ungetüm aus Lok und Tender zweimal am Tag Wasserfassen in Baiersbronn angesagt. Der Tender fasst sechs Tonnen Kohle und 20 Kubikmeter Wasser. Die inzwischen 105 Jahre alte Dampflok wurde 1921 mit der Seriennummer 2153 bei der Maschinenbau-Gesellschaft Karlsruhe gefertigt. Dass die Ingenieure schon damals viel von Technik verstanden, belegen gut sichtbar große Treibräder, Zylinder und Treibstangen.

Das berühmte Ölkännchen

Auch das berühmte Ölkännchen ist stets mit dabei, das Heizer Florian Hahn mit seinem Lehrling Julian Adams natürlich auch in Baiersbronn zum Einsatz brachte. Die ganze Technik wurde von Lokführer Lukas Moriz überprüft. Vor acht Jahren hat er die Berechtigung zum Dampflokführer erworben, beruflich ist er beim Eisenbahnunternehmen UEF als Vize-Safety-Manager unterwegs.

Vom benachbarten Bahnsteig verfolgen viele das Wasserfassen.

Foto: Lothar Schwark

Zugführer Hans Auenhövel ist Chef des Zuges. Er hat bei der Bahn den Lokführerberuf erlernt und ist aktuell im Güterverkehr bei einem privaten Eisenbahnunternehmen beschäftigt. Für die Zugführertätigkeit musste er eine Zusatzausbildung absolvieren.

Wie viele Mitglieder der Ulmer Eisenbahnfreunde ist er mit Herzblut dabei. Über das Jahr begleitet er drei bis vier Sonderfahrten. Ihm gefällt es, bei jeder Fahrt einfach nur strahlende Gesichter zu sehen. Arbeit gibt es jedes Wochenende reichlich in der Werkstatt – denn die 58er muss entsprechend gewartet werden.

Weitere Sonderfahrten

Weitere Dampfloksonderzüge im Murgtal verkehren am 5. Juli, 2. August, 6. September und 4. Oktober.

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