Dornstetter Künstlerin: So will eine Gruppe an Eleonore Kötter erinnern

Eleonore Kötter
Marion DämmigDie im Jahr 2017 verstorbene Dornstetter Künstlerin Eleonore Kötter ist in der Region längst nicht vergessen. In öffentlichen Gebäuden und in vielen Privathäusern hängen ihre Bilder, in Bücherregalen stehen ihre Bildbände. Viele erinnern sich noch an ihre Ausstellungen, an Atelierbesuche oder zufällige Begegnungen mit der Künstlerin.
Die Dornstetter Gruppe „Kunst und Kultur – gemeinsam kreativ“ hat sich die Aufgabe gestellt, diese Erinnerungen an Eleonore Kötter zu bewahren – und für die Nachwelt zu erhalten. Dabei soll Eleonore Kötter nicht nur über ihre Werke, sondern auch als Person in Erinnerung bleiben.
Ihr ehrgeiziges Ziel wollen Christa Grimm sowie Klaus und Sonja Dezember durch Gespräche mit Zeitzeugen beziehungsweise durch einen kleinen Fragebogen erreichen, den sie dazu erstellt haben. Erste Rückmeldungen von Weggefährten der Künstlerin haben die drei Aktiven von „Kunst und Kultur“ bereits erhalten.
Kritischer Geist, der sich auch einmischte
Da wird etwa eine sensible, aber auch disziplinstarke Künstlerin beschrieben, die schon als junges Mädchen gerne und gut zeichnete, und die großes Interesse für die seltenen Pflanzen auf dem Silberberg hatte.
Ein anderer Zeitzeuge beschreibt Kötter als aufmerksame Gesprächspartnerin und als kritischen Geist, der sich auch kommunalpolitisch einmischte, wenn die Natur bedroht war. „Dann kam selbst in ihrem reifen Alter ihr jugendlicher Elan zum Vorschein“, beschreibt er ihr Engagement für den bedrohten Mammutbaum in Dornstetten.

Fallback Image SB
Schwarzwälder BoteDass Kötter stets aktiv ihre Standpunkte vertrat, blieb einem weiteren Wegbegleiter in Erinnerung. Manchmal auch, so ergänzt er, indem sie sich selbst mit zu den demonstrierenden Personen stellte oder sich öffentlich zum Denkmalschutz, zum Natur- und Umweltschutz zu Wort meldete.
Viele positive Rückmeldungen beziehen sich auf ihre Kunstwerke. Ob ihrer künstlerischen Ausdruckskraft und ihrer handwerklichen Kompetenz werden da Bilder mit Motiven des Schömberger Kornspeichers, der Christophstaler Tuchfabrik oder der Stadtansicht von Dornstetten genannt. Auch ihre handgedruckten Linolschnitte der Dornstetter Altstadt oder ein Aquarell, das Wartende vor einem Kloster zeigt, werden als Lieblingsbilder beschrieben. Geschätzt werden zudem ihre Bildbände, Kunstkarten oder Lesezeichen.
Stets zu Fuß unterwegs – mit Skizzenblock
Unvergesslich für viele ist ihre Dezembergalerie. Auch die Teestunden im Atelier der Künstlerin in der Alten Vogtei beeindruckten: „Die Stunden flogen nur so dahin, Frau Kötter war mit Leib und Seele Künstlerin“, heißt es in einem der Antwortbogen. Zudem habe sie – durch ihre von unaufgeregter Bescheidenheit geprägte Kunst – mitgeholfen, alte Häuser vor dem Vergessen zu Bewahren.
Stets habe sie, so eine weitere Rückmeldung, auf das Bewahrende gesetzt und dazu eingeladen, die Welt vor der eigenen Haustür zu entdecken. Zugleich sei sie aber auch „ihre eigene PR-Frau gewesen, die es sehr geschickt verstanden hat, ihr Schaffen in der Öffentlichkeit publik zu machen“.

Aquarell der Dornstetter Künstlerin: Wartende vor dem Kloster (Archiv)
Foto: Waltraud GüntherViele erinnern daran, dass Kötter immer zu Fuß unterwegs war, ihr Skizzenblock durfte nicht fehlen. Ihr Frühstück habe sie stets in einer Bäckerei eingenommen und sich dabei auch gerne mit anderen Gästen unterhalten.
Erlebt wurde Kötter als in ihrem Leben bescheiden und in ihrer Kunst anspruchsvoll. Anspruchsvoll auch, was deren Präsentation anbelangt. Da habe sie, so erinnert sich ein Dornstetter, der ihr bei Ausstellungsvorbereitungen half, stets einen genauen Plan gehabt, welches Bild wo und an welcher Position zu hängen hatte, Abweichungen davon kamen nicht in Frage.
Der große Wunsch der Gruppe „Kunst und Kultur“ ist es, noch weitere Erinnerungen an Eleonore Kötter zu sammeln und diese später in einem Sammelband zu veröffentlichen. Wer noch etwas beisteuern will, kann sich beim Ehepaar Dezember unter Telefon 07443/ 17 18 12 (auch AB) melden.
Bewahren der Schöpfung stets im Zentrum ihrer Kunst
Zur Person
Eleonore Kötter verbrachte ihre Jugendjahre in Aach. Schon früh wurde dort ihr großes künstlerisches Talent deutlich. Dem Wunsch ihres Vaters entsprechend, erlernte sie zunächst einen kaufmännischen Beruf, weil sie im kleinen elterlichen Betrieb mitarbeiten musste. Spät erst konnte sie an der Kunstakademie Stuttgart studieren.
Die Werke
Es folgten viele künstlerisch fruchtbare Jahre, in denen Kötter sich zunächst vor allem auf Holz- und Linolschnitte, konzentrierte. Zeichnungen, Aquarelle, Farbschichttechniken folgten. Sie setzte Techniken wie Radierung, Siebdruck, Gipsschnitt und Monotypie ein. Konstant blieben ihre Motive Landschaft, Natur und Architektur, die sie immer wieder aus neuen Blickwinkeln wiedergab. Im Zentrum ihrer Kunst stand stets der Gedanke der Bewahrung der Schöpfung. Später fand Kötter auf Reisen Inspiration. Neben ihren Bildern fanden ihre im Eigenverlag herausgegebenen Kunstbücher große Beachtung. Viele ihrer Werke wurden von öffentlichen Institutionen gekauft.