Die Weichen gestellt: Stadtseniorenrat Freudenstadt vergrößert Vorstand

Der erweiterte Vorstand des Stadtseniorenrats Freudenstadt (von links): Eberhard Haug, Michaele Siebert, Reinhard Joos, Erika Gießler, Anita Zirz, Bernd Keppler, Gisela Hole und Dieter Schulz
Stadtverwaltung/Volker RathZu der Mitgliederversammlung, über die die Stadtverwaltung in einer Mitteilung informiert, waren auch Vertreter der Stadtverwaltung sowie der Kooperationspartner wie dem Deutschen Roten Kreuz, des Kreisseniorenrats und der Irene-Kaufmann-Stiftung gekommen.
Oberbürgermeister Adrian Sonder würdigte das ehrenamtliche Engagement des Stadtseniorenrats. „Bürgerschaftlicher Einsatz ist in der aktuellen Zeit wichtiger denn je. Leider ist es in vielen Vereinen so, dass es immer weniger Leute sind, die die wachsende Arbeit schultern“, so Sonder.
Der Seniorenrat sei in der Stadt eine bedeutende Einrichtung, die einerseits Hilfe zur Alltagsbewältigung für ältere Menschen leiste, gleichzeitig aber noch einen Wert schaffe, der genauso wichtig sei: Gemeinschaft. „Einsamkeit tut keinem gut“, so der Oberbürgermeister. Trotz Sparzwängen und Haushaltssperre werde er sich dafür einsetzen, dass der städtische Zuschuss für das „Ruf-Auto 60 plus“ des Stadtseniorenrats weiterhin gewährt werde.
Martin Zerrinius, Vorsitzender des Kreisseniorenrats, lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Stadtseniorenrat. Da die Zahl der älteren Einwohner steige, werde die Arbeit automatisch nicht weniger. Er kündigte die Seniorenmesse am Samstag, 9. November, in Freudenstadt an. Das Programm sei noch umfangreicher als in der Vergangenheit. Außerdem gebe es im Begleitprogramm zwei sehenswerte Filme zum Thema, die im Subiaco-Kino gezeigt würden.
Tipp für Neurentner
Zerrinius hatte einen „Tipp für Neu-Rentner“, damit sie nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben „nicht in ein Loch fallen“, sondern den Wechsel als eine Chance erleben können: „Engagement im Ehrenamt. Die Arbeit im Seniorenrat ist sehr befriedigend, das kann ich versprechen.“
Der Stadtseniorenrat hat sich zuletzt „langsam wieder aus dem Corona-Tief herausgerappelt“, sagte Vorstandssprecher Reinhard Joos. Ziel des Rats sei es, Senioren dabei zu helfen, möglichst lange selbstständig zu leben. Dafür seien Unterstützung, Beratung und Informationen notwendig. Der Stadtseniorenrat bietet dies an.
Joos ermutigte die Senioren in der Stadt, wieder öfter in die Beratungsstunden ins Martin-Haug-Stift zu kommen, anstatt anzurufen. „Telefonberatung war in der schlimmen Corona-Zeit ein gutes Instrument, um Kontakt zu halten. Aber es kann Treffen nicht ersetzen. Auf Dauer fehlt der persönliche Kontakt, uns auch“, so Joos.
Eine Erfolgsgeschichte
Das „Ruf-Auto 60 plus“, das Senioren günstige Mobilität ermögliche, sei eine Erfolgsgeschichte. „Es läuft und läuft und läuft. Und es kostet und kostet und kostet“, so Joos. Ohne Partner wie das Rote Kreuz, ehrenamtliche Fahrer und Förderer wie die Stadt sei das Angebot nicht aufrecht zu erhalten. Auf weitere Angebote wie seniorengerechte Radtouren und das Freilandschach auf dem Post-Marktplatz sei er stolz. Die Senioren-Weihnachtsfeier der Stadt finde wieder am 28. November statt.
Ferner nannte Joos die Ziele fürs neue Vereinsjahr: wieder Ausflüge zu organisieren, ein Angebot „Essen auf Rädern“ anzustoßen und beim Thema „bezahlbarer Wohnraum für Senioren zumindest zu nerven“.
Erika Gießler ermutigte, den monatlichen Seniorentreff im Haug-Stift zu besuchen. Das Angebot existiert seit 2013. Die nächste Zusammenkunft findet am Montag, 4. November, statt. Die Suche nach neuen Mitarbeitern für die laut Joos „wunderbare Aufgabe, im Vorstand des Stadtseniorenrats mitzuarbeiten“, verlief erfolgreich.
Verstärkung im Team
Neu hinzugewählt wurden Dieter Schulz, Gisela Hole und Michaele Siebert. Im Amt bestätigt wurde der bisherige Vorstand mit Reinhard Joos, Anita Zirz, Erika Gießler, Eberhard Haug und Bernd Keppler. Anita Zirz reagierte darauf erleichtert: „Wir sind ja alle über 70. Jetzt haben wir deutlich mehr personelle Reserven.“ Reinhard Joos versprach, dass der Stadtseniorenrat aus seinen begrenzten Ressourcen das bestmögliche Angebot für die älteren Einwohner der Stadt machen wolle.