Diagnose Ösophagusatresie
: Wie die kleine Sophie in Baiersbronn ins Leben findet

Die kleine Sophie hatte keinen einfachen Start ins Leben, doch für sie und ihre Eltern war es ein Glücksfall, mit dem Therapiezentrum Iven in Baiersbronn eine Einrichtung gefunden zu haben, die helfen kann.
Von
Monika Braun
Oberndorf
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Gabriele Iven (Mitte) freut sich über die Erfolge der kleine Sophie und lobt ihre Mutter Julia-Carolin Carbon (links) für die Konsequenz in der Therapie.

Monika Braun

„Nach einer fantastischen Schwangerschaft, in der ich alle Vorsorgeuntersuchungen gemacht hatte, kam unsere Tochter zur Welt. Nach drei Stunden ist dann aufgefallen, dass sie allen Speichel erbrochen hat“, erinnert sich Mutter Julia-Carolin Carbon.

Ein Glück sei es gewesen, dass ihr Kind im Olgahospital, auch „Olgäle“ genannt, in Stuttgart zur Welt kam, das größte Kinder- und Jugendkrankenhaus Deutschlands. Dort erkannten die Fachärzte schnell, dass Sophie mit einer sogenannten Ösophagusatresie geboren worden war. Das ist eine angeborene Fehlbildung, bei der die Kontinuität der Speiseröhre unterbrochen ist. Es fehlte die Verbindung zwischen Speiseröhre und Magen.

„Die Fehlbildung der Luft- und Speiseröhre ist gar nicht so selten und tritt bei etwa jedem 2500. Kind in Deutschland auf“, sagt die Mutter. Bereits am dritten Tag nach der Geburt wurde Sophie operiert. „Dabei werden häufig die Stimmlippen verletzt, und sie war nach kurzer Zeit stumm.“

Lange Wartezeit

Ein Glücksfall sei es gewesen, dass die Stuttgarter Ärzte sie bereits gleich nach der Geburt an das Therapiezentrum Iven verwiesen. Nach einer langen Wartezeit, die bei über einem Jahr lag, ist Sophie nun regelmäßig im Therapiezentrum im Schwarzwald und kann bereits die ersten Worte sprechen.

Sophie ist heute zwei Jahre und vier Monate alt und hat sich in der kurzen Zeit sehr gut entwickelt, nicht nur durch den konsequenten Einsatz ihrer Familie, auch durch Gabriele Iven und ihr Team, die mit ihrem Fachwissen maßgeblich zu den Erfolgen beigetragen haben.

Die Eltern entschieden sich, ihrer kleinen Tochter durch einen Luftröhrenschnitt eine vollkommen selbstständige Atmung zu ermöglichen. So kann sie in einen regulären Kindergarten gehen, den sie mit einer eigenen Pflegekraft besucht.

„Es wird lange dauern, bis Sophie essen lernt, aktuell wird sie noch über eine Magensonde ernährt. Hier bei Frau Iven gehört auch eine Esstherapie dazu“, sagt Julia-Carolin Carbon. Begeistert berichtet sie von den Fortschritten, die Sophie in den sogenannten „Intensivwochen“ macht. „Sie muss zum einen Sprechen und natürlich Essen lernen, das sind zwei Baustellen, an denen wir auch zu Hause konsequent arbeiten.“

Während der Intensivwochen hat Sophie drei verschiedene Termine pro Tag. Das bringe den Erfolg, ist ihre Mutter überzeugt. Mittlerweile könne Sophie schon ganz dünnen Brei essen. Das Konzept, bei dem verschiedene Therapieansätze kombiniert werden, sei sehr erfolgreich.

Beständiges Üben

„Man muss üben, üben und üben“, sagt Gabriele Iven, die sich mit Sophies Krankheitsbild bestens auskennt. Die Aussichten seien sehr gut für die Kleine, auch weil sie so früh nach Baiersbronn geschickt wurde. „Ich habe gute Kontakte nach Stuttgart und wünsche mir, dass die Ärzte Eltern früh raten, zu uns nach Baiersbronn zu kommen“, sagt Iven. Nicht, weil sie mehr Patienten braucht, sondern weil sie mit ihren 75 Jahren immer noch mit Leib und Seele gerne mit Kindern arbeitet und helfen will.

„Unsere Wartelisten sind gerade im zweiten Halbjahr 2026 angekommen. Ich würde mir mehr Fachpersonal wünschen, auch weil ich überzeugt bin, dass ich jungen Menschen viel beibringen kann“, sagt die Zentrumsgründerin und ausgewiesen Spezialistin.

Zu Hause in Stuttgart, hat Familie Carbon eine Therapeutin gefunden, die ihre Ausbildung bei Gabriele Iven gemacht hat. „Das ist eine wirklich gute Kombination, denn hier findet eine gute Absprache statt“, sagt Carbon. Sie ist bei all der guten Betreuung sehr zuversichtlich, dass Sophie bald beherzt in eine Brezel beißen kann.

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