Bruderhaus-Diakonie
: Ein Jahr Inobhutnahme- und Clearinggruppe in Freudenstadt

Die Jugendhilfe der Bruderhaus-Diakonie feiert ein Jahr inklusive Inobhutnahmegruppe.
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(red/pm)
Oberndorf
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Viel Applaus erhielt Teamleitung Marion Blank für ihre Arbeit.

Bruderhaus-Diakonie

Die Bruderhaus-Diakonie hat in Freudenstadt im Juni 2024 eine inklusive Inobhutnahme- und Clearinggruppe für Kinder und Jugendliche eingerichtet. Die Wohngruppe bietet Schutz, Struktur und neue Perspektiven für junge Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr zu Hause leben können, berichtet die Bruderhaus-Diakonie.

Im ersten Jahr war die Inobhutnahmegruppe nahezu durchgängig voll belegt. Zwölf Jungen und 16 Mädchen kamen dort unter. Von den 28 Kindern und Jugendlichen stammen 17 aus dem Kreis Freudenstadt. Die Inobhutnahmegruppe nimmt Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 17 Jahren auf. Bisher waren in den regulären Wohngruppen im Kinderheim Rodt in Loßburg Notplätze für diese reserviert. Das neue Angebot schafft Entlastung. „Diese Kinder bringen oft ein großes Paket mit“, wird Edwin Benner, Fachbereichsleitung Jugendhilfe der Bruderhaus-Diakonie in der Region Freudenstadt, zitiert. Die Anforderungen an professionelle Hilfe seien hoch.

Edwin Benner, Marion Blank und Cornelia Müßigmann (von links) im Wohnzimmer der neuen Gruppe in Freudenstadt

Foto: Bruderhaus-Diakonie

Die Anfragen nach Inobhutnahmeplätzen seien in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die Gründe sind vielfältig: Vernachlässigung, Gewalt, Überforderung der Eltern oder andere familiäre Krisen. „Die Gesellschaft ist für das Thema Kinderschutz sensibler geworden“, wird Cornelia Müßigmann, Bereichsleiterin für stationäre Hilfen bei der Bruderhaus-Diakonie, wiedergegeben. Lehrer, Schulsozialarbeiter und Angehörige seien aufmerksamer, wendeten sich häufiger an Jugendamt oder Polizei. In der Gruppe erhalten die Kinder und Jugendlichen ein eigenes Zimmer, eine Tagesstruktur mit Schulbesuch, Freizeitangebote und pädagogische Unterstützung.

Aufenthalt ist befristet

Der Aufenthalt ist befristet, kann nur wenige Tage dauern oder mehrere Monate. In einer sogenannten Clearingphase erarbeiten die pädagogischen Fachkräfte gemeinsam mit Kind, Jugendamt und Herkunftsfamilie mögliche Perspektiven: Rückkehr, Unterbringung in einer Pflegefamilie oder in einer betreuten Wohngruppe. Auch besondere Bedarfe werden berücksichtigt: Bei gesundheitlichen oder geistigen Einschränkungen kooperiert das Team eng mit der Behindertenhilfe und der Diakoniestation.

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