Bad Rippoldsau-Schapbach
: Wie geht es Brunos Schwester Luna?

Der „Problembär“ Bruno wurde 2006 erschossen. Seine Schwester Luna lebt bis heute im Alternativen Wolf- und Bärenpark. Wie geht es dem Tier heute?
Von
Timo Beyer
Bad Rippoldsau-Schapbach
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Alternativer Wolf- und Bärenpark

Der sogenannte Vergesellschaftung zwischen den Tieren war laut dem Park ein voller Erfolg.

Stiftung für Bären
  • Luna, Schwester des 2006 erschossenen „Problembären“ Bruno, lebt im Bärenpark Schwarzwald.
  • Der Park meldet eine erfolgreiche Vergesellschaftung mit Bär Arthos am 24. Juni.
  • Die Treffen werden in den kommenden Wochen schrittweise verlängert – Ziel ist Beobachtung von Luna.
  • Luna leidet trotz Fortschritten unter Gefangenschaft, so der Park in einer Mitteilung.
  • Der Park kritisiert die Ursachen: Menschen hätten Luna zum Problembären gemacht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sie ist stark stereotyp, leidet unter der Gefangenschaft. Luna ist die Schwester des sogenannten Problembären Bruno. Sie ist die einzige ihrer insgesamt fünf Geschwister, die noch am Leben ist. Darüber berichtet der Alternative Wolf- und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapbach in einer Pressemitteilung.

2023 wurde die Bärin eingefangen, nachdem es zu einem tödlichen Unfall im Trentino kam. Heute lebt sie im Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald wie auch ihre Mutter Jurka. Ihr berühmter Bruder hätte in einem Tierschutzprojekt untergebracht werden können, das wurde damals von vielen Seiten gefordert, heißt es in der Mitteilung.

Der Alternative Wolf- und Bärenpark Schwarzwald ist ein Tierschutzprojekt der Stiftung für Bären. Hier finden traumatisierte Bären, Wölfe und Luchse ein naturnahes Zuhause. In der Regel kommen die Tiere aus suboptimalen Haltungen, wurden misshandelt und sind daher traumatisiert.

Auf Rehabilitierung spezialisiert

Das Team im Schwarzwald ist auf die Rehabilitierung genau solcher Tiere spezialisiert, heißt es in der Mitteilung. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit: natürliche Beschäftigung in naturnahen Anlagen. Dazu gehört auch die Vergesellschaftung mit anderen Bären. Diese fand am 24. Juni statt, also genau zwei Tage vor dem 20-jährigen Jubiläum von Brunos Tod.

Die Wahl des Zeitraums war kein Zufall, allerdings nicht wegen des Datums, sondern aufgrund der Bärigkeit, also der Paarungszeit bei Bären. Da es sich bei Luna um einen Wildbären handelt, der in Sachen Intelligenz, Kraft und Freiheitsdrang nicht mit einem Zoobären beispielsweise vergleichbar ist, gingen der Aktion akribische Planungen und Vorbereitungen voraus.

Vergesellschaftung voller Erfolg

Dazu zählten unter anderem die Auswertung mehrerer Terabyte Videomaterial und hunderter Stunden Beobachtung bei Nacht. Die Vergesellschaftung mit dem Bären Arthos war laut der Mitteilung ein voller Erfolg. Dieser näherte sich zunächst vorsichtig der Bärin, bevor es zu einer liebevollen bis leidenschaftlichen Interaktion kam.

Nach drei Stunden wurden die Tiere wieder separiert. In den kommenden Wochen wird es immer wieder zu temporären und immer länger andauernden Zusammenführungen der zwei Bären kommen, um zu beobachten, wie die Auswirkungen auf Luna sind.

Viele Jahre harte Arbeit

Doch Fakt bleibt: Luna wird immer unter der Gefangenschaft leiden, heißt es in der Mitteilung. Demnach hatte Bruno rückblickend wohl das weniger schlimme Schicksal ereilt, meint der Bärenpark in der Pressemitteilung.

Weiter heißt es in der Mitteilung: „Die Vergesellschaftung zwischen Luna und Arthos ist ein Erfolg, der auf vielen Jahren Erfahrung und harter Arbeit basiert. Wenn Luna jedoch nicht in Gefangenschaft leben müsste, wäre dies nicht notwendig gewesen. Sie wurde zum Problembären, weil Menschen sie dazu gemacht haben.“

Weiter heißt es: „Die gesamte Bärenfamilie ihrer Mutter Jurka durchlebten grauenhaften Tragödien, da wir als Gesellschaft es verlernt haben, mit Wildtieren wie Bären zu leben. Weil wir uns von unserem eigenen Lebensraum entfremdet haben und unser Fehlverhalten auf die Tiere projizieren. Daher ist der Bärengedenktag zum Tod von Bruno 20 Jahre später wichtiger denn je.“

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