Bad Rippoldsau: Freunde von Mulag- und Dreibein-Fahrzeugen kommen auf ihre Kosten

Gleich geht’s mit dem Dreibein-Fahrzeug zur Ausfahrt los.
Lothar SchwarkWas 2006 aus einer spontanen Bierlaune am Stammtisch seinen Lauf nahm, hat sich zur lebendigen Tradition entwickelt. Grund genug für die Mulagfreunde, sich seit 20 Jahren alle drei Jahre zu treffen, wie Ludwig Hoferer für die Ausrichter informierte.
Rund 40 Besitzer aus der Region und ganz Süddeutschland reisten an. Die Mulag- und Dreibein-Fahrzeuge wurden in den 1950er- bis 60er-Jahren speziell für die steilen abgelegenen Höfe des Nordschwarzwald entwickelt. Für ihre Besitzer waren sie bei der Arbeit im Wald oder auf steil gelegenen Wiesenflächen nahezu unverzichtbar. So konnten damit auch enge Wege befahren werden. Selbst in steilen Weinlagen im Moseltal kamen die Fahrzeuge zum Einsatz.
Bei den Dreibein-Fahrzeugen wird ihr enger Wendekreise im bergigen Gelände geschätzt. Je nach Bauart sind die Fahrzeuge mit acht bis 36 PS unterwegs. Mehr als 25 Kilometer pro Stunde sind nicht drin.
Kein Schutz vor Regen
Während die Mulag-Fahrzeuge über eine offene Fahrerkabine verfügen, sind die Dreibeiner eher spartanisch ausgerüstet. Ein Regenschutz auf dem offenen Sitz ist nicht vorhanden.
Zum Treffen schaute auch Josef Zimmermann vorbei. Nach 41 Jahre bei der Firma Mulag in Bad Peterstal ist er mit der Materie der Fahrzeuge vertraut.
Gemütliche Ausfahrt
Beim gemeinsamen Frühstück im Kurhaus tauschte man sich ausgiebig aus. Pünktlich um 11 Uhr setzten sich die Fahrzeugkolonne Richtung Burgbachwasserfall in Bewegung. Beim Zwischenstopp am Burgbach konnte man Brezeln und erfrischende Getränke zu sich nehmen.
Pünktlich traf die Fahrzeugkolonne nach ihrer Elf-Kilometer-Ausfahrt gegen 13.30 Uhr an der Freizeitanlage Althaus ein, wo sie bereits einige Zaungäste eingefunden hatten. Vor Ort auch Bürgermeister Bernhard Waidele, der den Mulagfreunden Vor Seebach für eine toll organisierte Veranstaltung dankte. Ein großes Lob erhielten die Ausrichter ebenso vom Seniorchef der Mulag-Werke, Werner Wössner.
Fahrer absolvieren Parcours
Danach konnte man gemütlich mitverfolgen, wie 15 Fahrer mit ihren Fahrzeugen knifflige Aufgaben im Parcours lösen mussten. Folgend prämierten drei ehemalige Mulag-Mitarbeiter die Fahrzeuge. Bewertet wurde das schönste, das älteste und das beste Fahrzeug, das noch im Einsatz ist.
Mit einem gemeinsamen Essen im Kurhaus klang der erlebnisreiche Tag aus. Gedankt wurde den Frauen der Mulagfreunde Vor Seebach, die mit viel Elan die Gäste an einem heißen Frühsommertag mit kühlen Getränken sowie Kaffee und Kuchen versorgten.