Backhausfest in Pfalzgrafenweiler
: Eine große Gemeinschaftsleistung

Die Bösinger Vereine feierten wieder zwei Tage lang ihr beliebtes Backhausfest. Diesmal gab es eine Premiere: Der Vorsitz des Festausschusses lag erstmals in weiblicher Hand.
Von
Sabine Stadler
Oberndorf
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Hoch die Krüge! Der Festausschuss mit Bürgermeister Dieter Bischoff und Ortsvorsteher Adolf Gärtner (Fünfter und Sechster von links).

Stadler

Noch vor der offiziellen Festeröffnung bekämpfte die Feuerwehrjugend der Abteilungen Bösingen und Pfalzgrafenweiler bei einer Schauübung einen angenommenen Brand im örtlichen Rathaus.

Unter der Leitung von Jugendwart Stefan Braun und zusammen mit zehn Betreuern beinhaltete das Szenario neben dem Brand auch zwei vermisste Personen. Mit der sogenannten Riegelstellung waren die benachbarten Gebäude vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen.

Mit drei Fahrzeugen war die Feuerwehr zur Schauübung angerückt. Mike Burkhardt, Kommandant der Feuerwehr Bösingen und Gesamtkommandant der Feuerwehr Pfalzgrafenweiler, lobte die 20 Jugendlichen, die bei dieser Aufgabenstellung alles gut erledigten.

Die Jugendfeuerwehren Bösingen und Pfalzgrafenweiler mit ihren Betreuern nach erfolgreicher Schauübung

Foto: Stadler

Mit dem Fassanstich im beheizten und herbstlich geschmückten Festzelt gaben Bürgermeister Dieter Bischoff und Ortsvorsteher Adolf Gärtner den offiziellen Startschuss für frischen Kartoffelschlapper und Zwiebelkuchen aus dem während der Schauübung unter mächtig viel Rauchentwicklung angeheizten Backhaus.

Zwei Schläge mit dem Holzhammer reichten Bischoff, um das Bier aus dem Zapfhahn fließen zu lassen. Er betonte, dass das Backhausfest im Rahmen der Brauchtumspflege einer schönen Tradition folge. „Das Backhausfest ist ein Treffpunkt aller Altersschichten, bei dem Gemeinschaft gepflegt wird.“

Adolf Gärtner: „Tradition und Willkommenskultur“

Zum Fest eingeladen hatten – wie in der Vergangenheit – die Dorfgemeinschaft, die Feuerwehrabteilung, der Schützenverein und der Hobbyclub Latschare Boys. Für Ortsvorsteher Adolf Gärtner ist das im zweijährigen Rhythmus stattfindende Backhausfest „gleichermaßen Tradition und Willkommenskultur“ – also auch eine Chance, Neubürger bei einem „Schwätzle“ kennenzulernen. Das Fest lasse dabei auch die Dorfgemeinschaft wachsen und gedeihen, so Gärtner.

Ein Novum sei, dass der zwei Jahre dauernde Vorsitz des Festausschusses erstmals in weiblicher Hand liege, so der Ortsvorsteher. Dieses rollierende Amt habe Heide Stöhr übernommen.

Remmidemmi beim Schuppenfest

Im aufwendig mit Strohballen, Sonnenblumen und Kürbissen von den Frauen aus Bösingen liebevoll geschmückten Festzelt wurde am Samstag und Sonntag ausgiebig gefeiert.

Am Samstagabend heizte ein DJ beim sechsten Bösinger Schuppenfest mit Barbetrieb hinter dem Rathaus dem meist jüngeren Publikum ein.

An der Ausgabe von Kartoffelschlapper und Zwiebelkuchen bildeten sich lange Warteschlangen.

Foto: Stadler

Der Sonntag startete mit einem Festgottesdienst, musikalisch umrahmt vom Posaunenchor. Diesem schloss sich das Angebot zum Mittagessen an. Bei herrlichem Herbstwetter genossen die vielen Festgäste hausgebackenen Kuchen von Bösinger Frauen zum Kaffee, Süßes vom Eismobil oder Deftiges wie Kartoffelschlapper, Zwiebelkuchen sowie Gegrilltes. Die jüngsten Gäste vergnügten sich auf der von der Dorfgemeinschaft aufgestellten Hüpfburg oder hatten Spaß auf der vom Hobbyclub Latschare Boys aufgebauten Spielstraße. Und so war das seit über vier Jahrzehnten stattfindende Bösinger Backhausfest einmal mehr auch eine große Gemeinschaftsleistung.

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