Arboretum zum Jubiläum: Nabu Pfalzgrafenweiler plant Areal mit klimaresistenten Bäumen

Die Weiße Maulbeere gehört zu den ausgewählten Arten für das Nabu-Projekt.
Nabu/Helge MayUm ihr 60-jähriges Bestehen zu feiern, hat sich die Nabu-Gruppe Pfalzgrafenweiler etwas Besonderes vorgenommen. Der Vorstand hat lange recherchiert und geplant, um ein Arboretum – also eine Baum- und Strauchanpflanzung – mit klimaresistenten Bäumen und Sträuchern auf gemeindeeigenem Grund im Spätherbst dieses und kommenden Jahres zu schaffen, teilt der Verein mit.
Die veranschlagten Kosten von rund 5000 Euro für die rund 40 klimaresistenten Bäume und Sträucher, die Stützpfähle, die Sortenschilder, die ersten Schnitte sowie eine Hinweistafel sollen über ein Crowdfunding der Volksbank Nordschwarzwald und eine übergeordnete Internetplattform beschafft werden.
Der Nabu verweist dabei in seiner Mitteilung auf den Leitgedanken „Viele schaffen mehr“ der beiden Sozialreformer und Gründer der genossenschaftlichen Bewegung, Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch.
20 Arten ausgewählt
Nach umfangreicher Recherche der Fachliteratur und verlässlicher Internetquellen sowie Nachfragen bei Förstern hat die Ortsgruppe 20 Baum- und Straucharten herausgesucht, die jeweils doppelt angepflanzt werden, um mögliche Ausfälle auszugleichen oder den Befruchtungserfolg zu erhöhen, erklärt Vorsitzender Arthur Hauck. Vier Kriterien habe man der Auswahl zugrundegelegt: Die Bäume oder Sträucher sollten nach Möglichkeit keine gebietsfremden Pflanzen, sogenannte Neophyten, sein, sie sollten keine einheimischen Arten verdrängen und sich ungezügelt vermehren können, sie sollten ökologisch wertvoll sein und sie sie sollten in besonderem Maße den zu erwartenden Klimaveränderungen trotzen können.
Tulpenbaum und Roteiche
Die „volle Punktzahl“ hätten der Tulpenbaum und die Amerikanische Roteiche zugegebenermaßen nicht erreicht. Doch überzeuge ersterer als Magnoliengewächs mit einer erstaunlichen Blütenschönheit, so dass man ihm eine Zuordnung zu den nichtinvasiven Neophyten nachsehen könne. Die Roteiche – Baum des Jahres 2025 – sei Ende des 17. Jahrhunderts ebenfalls als Neophyt nach Deutschland gekommen und werde von Fachleuten nicht einheitlich positiv bewertet, sie gelte jedoch als „Hoffnungsbaum“ im Forst.
So sei ein Arboretum eben auch ein kleines Versuchslabor, um herauszufinden, ob eine Baum- oder Strauchart im Nordschwarzwald gut mit den geologisch-klimatischen Bedingungen klarkomme und keine gravierenden „Nebenwirkungen“ nach sich ziehe, erklärt Hauck.
Zwei Anpflanzschritte
Welche Baum- und Straucharten wurden noch ausgewählt? Die Mispel als eine fast vergessene einheimische Art, die Maulbeere, die Elsbeere, die Esskastanie, der Walnussbaum, die Kornelkirsche, die Feige (winterharte Sorte „Brown Turkey“), die immergrüne Stechpalme (Ilex), die Vogelkirsche, die Felsenbirne, die Gewöhnliche Traubenkirsche, die Steinweichsel, der Speierling, die Mehlbeere und die Eberesche.

Die Esskastanie zählt ebenfalls zu den ausgewählten Bäumen.
Foto: Nabu/Helge MayAll diese Arten sollen in zwei Anpflanzschritten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren an einer gut erreichbaren, gemeindeeigenen Fläche über das Crowdfunding und über Baumpaten angepflanzt werden.
Zunächst müsse die Nabu-Gruppe 50 ideelle Unterstützer akquirieren, die sich nach der Registrierung auf der Seite als Fan des Projekts bezeichnen, erklärt Hauck. Danach beginne die Spendenphase.
Nähere Informationen gibt es in einer Broschüre, die bei Elektro Dieterle, im Rathaus am Eingang und im Bio-Markt in Pfalzgrafenweiler ausliegt, sowie unter www.viele-schaffen-mehr.de/projekte/arboretum-pfalzgrafenweiler.