Ärzte treffen sich in Freudenstadt: Über den Zusammenhang von Herzleiden mit Lunge, Niere und Gehirn

Beim Kardiologie-Symposium in Freudenstadt (von links): Florian Bea, Philipp Schlegel und Leonid Bulling
KLF/Catrin HeuschBereits zum zwölften Mal lud das Klinikum Landkreis Freudenstadt zum Kardiologie-Symposium ein. Die Fachtagung ist inzwischen eine Institution im Kalender vieler Ärzte, was die stattliche Teilnehmerzahl bewies – rund 80 waren der Einladung zum fachlichen Austausch gefolgt. Das berichtet das Klinikum in einer Pressemitteilung.
Für Gastgeber Florian Bea, ärztlicher Direktor des Klinikums Landkreis Freudenstadt und Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin, ist das Symposium mehr als eine Weiterbildung. „Wir haben in Freudenstadt eine sehr hohe Fachkompetenz im Bereich der Kardiologie. Im neuen Klinikum steht uns zudem modernste Technik zur Verfügung“, wird Bea zitiert. Freudenstadt sei damit ein Leuchtturm in der ländlichen medizinischen Landschaft.
„Gerade in Zeiten von düsteren Finanzdiskussionen ist es wichtig, bewusst zu machen, was für ein herausragendes medizinisches Versorgungsangebot hinter den Zahlen steht“, so Monique Bliesener, Geschäftsführerin des Klinikums Landkreis Freudenstadt.
Austausch und Beziehungspflege
Das Zusammenspiel von Herz, Lunge, Niere und Gehirn stand im Mittelpunkt des Symposiums. Neben Ärzten aus dem Klinikum waren auch viele niedergelassene Kollegen gekommen, denn dieses diene nicht mehr nur der medizinischen Weiterbildung, heißt es in der Mitteilung weiter. „Austausch und Beziehungspflege unter Kollegen ist ein wichtiges Element der Veranstaltung“, erklärt Bea.
Landkreis und Klinikum sei es ein großes Anliegen, das Netzwerk der medizinischen Versorgung in der Region noch enger zu knüpfen. „Als Kreisklinikum sehen wir es deshalb als unsere Aufgabe, auch Angebote für Networking, kollegialen Austausch und Weiterbildung zu machen“, so Bliesener. Entsprechend hochkarätig besetzt war die Liste der Referenten, welche Bea nach Freudenstadt eingeladen hatte.
Auswirkung von Lungenerkrankungen auf das Herz
Philipp Schlegel, Oberarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Uniklinik Heidelberg, sprach über die Auswirkung von Lungenerkrankungen auf das Herz. Neben verschiedenen Therapieansätzen erläuterte er die Diagnostik mittels Rechtsherzkatheter-Untersuchungen, welche auch in Freudenstadt durchgeführt werden.
Leonid Bulling, Oberarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin am Klinikum Landkreis Freudenstadt, referierte unter dem Titel „Herz trifft Niere“ über die gegenseitige Beeinflussung von Organerkrankungen. Wichtige Punkte waren hierbei die konsequente Behandlung verschiedener Risikofaktoren wie arterieller Hypertonie oder Diabetes mellitus.
Reduktion des Schlaganfallrisikos
Den letzten Vortrag hielt Bea selbst zum Thema „Herz trifft Hirn“. Er erläuterte die Behandlungsmethoden zur Behebung von Defekten in der Vorhofscheidewand des Herzens, um Schlaganfälle zu verhindern, sowie den Verschluss des Vorhofohrs, um eine dauerhafte Einnahme von Blutverdünnungsmitteln zu vermeiden. Das Occluder-Verfahren wird auch in Freudenstadt durchgeführt.
Zudem erklärte der Chef-Kardiologe die Interventionsmöglichkeiten mittels Katheterverfahren zur Behandlung von hochgradigen Verschlüssen der Halsschlagader und zur Reduktion des Schlaganfallrisikos. Auch diese Verfahren sind in Freudenstadt im Einsatz.