Abschied vom Baubetriebsamt
: Gerhard Sautter saß 40 Jahre hinter jeglichem Steuer in Freudenstadt

Bei der Stadt hat Gerhard Sautter alles gefahren. Zum September geht er nach 40 Jahren in den Ruhestand. Ein Höhepunkt dieser Zeit war erst dieses Jahr, als er beim Schwarzwaldkrimi mit Schauspieler Armin Rohde mitwirken durfte.
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(red/pm)
Oberndorf
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Kann viel erzählen von der Arbeit auf der Straße: Gerhard Sautter hat in 40 Jahren bei der Stadt viel erlebt. Oberbürgermeister Adrian Sonder dankte ihm für seinen Einsatz.

Stadtverwaltung/Rath

Gerhard Sautter ist seit mehr als 40 Jahren Garant für freie Fahrt auf Freudenstadts Straßen. Zum September geht seine außergewöhnliche Berufslaufbahn jedoch zu Ende, wie die Stadtverwaltung mitteilt.

Räumen, kehren, Schachteinläufe leeren und freispülen – ein Verkehrsnetz braucht viel Pflege. Sautter hat die Straßen und Wege der Stadt mehr als vier Jahrzehntelang lang frei von Schnee, Eis, Kehricht und Laub gehalten, in Summe 120 Kilometer in der Kernstadt und den Stadtteilen. Dazu kamen weitere öffentliche Verkehrsflächen und Deutschlands größter Marktplatz, der ebenfalls regelmäßig geräumt und gesäubert werden muss.

Der 66-Jährige hat seine Arbeit geliebt, vor allem die Einsätze mit der großen Kehrmaschine. Doch jetzt gibt er die Lastwagenschlüssel zurück. Eigentlich hätte er schon 2023 in Rente gehen können, abschlagsfrei. Aber er hat noch ein paar Tausend Kilometer auf den Fahrersitzen diverser Lkw drangehängt. „Ich war gerne bei der Stadt Freudenstadt und habe meine Arbeit gerne gemacht“, sagt Sautter laut Mitteilung.

Gerhard Sautter, gelernter Kfz-Mechaniker, hatte 1974 seine Lehrer bei einem Freudenstädter Autohaus begonnen. 1981 wechselte er zur Stadt, als Berufskraftfahrer zum Baubetriebsamt (BBA). Fünf Oberbürgermeister hat er in dieser Zeit erlebt. Darüber hinaus engagierte er sich 30 Jahre lang bei der Feuerwehr Freudenstadt, war bei großen Bränden und schweren Verkehrsunfällen im Einsatz.

Für fröhliche Art beliebt

Beim Baubetriebsamt hat er alles gefahren, was einen Dieselantrieb hat: Kehrmaschinen, Laster mit Kranaufbau, Radlader und Schneepflüge. In den 1980er-Jahren waren die Winter härter, sagt er. Wochenlange Kälteperioden hatte es gegeben, mit so heftigen Schneefällen, dass die weiße Pracht mit Lastwagen aus der Stadt hinaus und hinab ins Christophstal gefahren werden musste.

Außerdem führte er in der Werkstatt des BBA Reparaturarbeiten an Fahrzeugen aus und nahm an Wartungsarbeiten teil. Im BBA war er jedoch nicht nur für seine Arbeit, sondern auch für seine fröhliche Art beliebt. Gerhard Sautter hat viel erlebt.

Als Höhepunkt bleibt ihm die Mitarbeit im April beim neuen Schwarzwaldkrimi „Vogelfrey“ im Gedächtnis. In einer Szene wurde eine Kehrmaschine gebraucht. Sautter saß am Lenkrad, das bei solchen Maschinen übrigens auf der rechten Seite ist, zusammen mit dem prominenten Schauspieler Armin Rohde.

Oberbürgermeister Adrian Sonder dankte Gerhard Sautter für seine zuverlässige und treue Arbeit für die Stadt: „Ein so langes Engagement im Beruf ist heute nicht mehr selbstverständlich, im Gegenteil. Ich freue über die jahrzehntelange Treue und das Bekenntnis zur Stadt Freudenstadt.“ Die dahinter stehende Haltung werde heute mehr denn je gebraucht, so der OB. Für die Rente wünschte er ihm alles Gute, viel Glück und Gesundheit.

Langweilig wird es Gerhard Sautter, verheirateter Familienvater, wohl nicht. Es gibt immer etwas zum Schrauben, und mit Joggen, Radfahren und Tischtennis will sich der Sportler weiterhin fit halten.

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