Roboter mit Lampenfieber: An der Uni Freiburg messen sich autonom fahrende LEGO-Fahrzeuge

Das Entwickler-Team des Roboters „RoBiene Maja“ landete in der Kategorie Design auf Platz zwei.
Ralf DeckertRobotik mit Spaßfaktor hat vergangene Woche das Leben an der Technischen Fakultät (TF) der Uni Freiburg bestimmt: Stefan Rupitsch, Professor für Elektrische Messtechnik und Eingebettete Systeme am Institut für Mikrosystemtechnik, veranstaltet dort seit fünf Jahren den traditionsreichen Wettbewerb „System Design Project“ (SDP).
Anfangs noch als Semesterarbeit für fortgeschrittene Studierende konzipiert, ist die kultige Veranstaltung nun eine reine Sache für Erstsemester, flankiert von belegten Brötchen und Apfelschorle. „Wir haben die Veranstaltung bewusst ins erste Semester gelegt, um vor allem die Team-Bildung unter den Studierenden zu fördern“, sagt Rupitsch.
Es gehe darum, den Erstsemestern Orientierung im Studium zu ermöglichen und ihnen die Chance zu geben, sich für ein Projekt zu organisieren und Kontakte zu knüpfen, bestätigt Marketing-Referentin Kerstin Steiger-Merx von der Uni Freiburg: „Diese Form von Projektmanagement ist eine superschöne Aufgabe!“ Ein Publikumsmagnet ist der Wettbewerb obendrein; er wird im Netz live übertragen, lockt aber auch Grundschulklassen und höhere Semester, die coolen Robotern bei der Arbeit zusehen wollen. „Meines Wissens ist das der größte Studienwettbewerb an der ganzen Uni“, betont Steiger-Merx.
80 LEGO-Roboter nehmen am Wettbewerb teil
Die rund 80 LEGO-Roboter im Wettbewerb wurden von Vierer-Teams aus teils ganz unterschiedlichen Studienrichtungen vom angehenden Lehrern über Informatiker bis hin zu Ingenieur-Studentinnen zusammengebaut, den anwesenden Sponsoren vorgestellt und schließlich auf die Piste geschickt. Dort müssen die fahrbaren, mit Sensoren ausgestatteten Geräte einer schwarzen Linie folgend eine „Rennstrecke“ mit Steigungen, Kurven und Gefällen absolvieren, ein Hindernis aus dem Weg räumen und unterwegs einen Ball einsammeln, der am Ende in ein Körbchen gelegt werden muss.
Wettbewerb ist nicht ohne Tücken
Was halbwegs einfach klingt, ist nicht ohne Tücken, wie Informatik-Erstsemester Lea Grünberger bestätigt: „Unser Roboter ‚RoBiene Maja‘ hatte wohl etwas Lampenfieber. Das Licht hat sie etwas irritiert, und sie ist nicht so gut klargekommen wie auf unserer Testbahn. Sie hat die Farbunterschiede zwischen der Fahrbahn und der schwarzen Fahrlinie nicht gut wahrgenommen und ist manchmal stehengeblieben und umgekehrt.“
Grünberger und ihre Informatik-Kommilitoninnen Anne Schmitz und Johanna Heinrichs sowie die angehende Ingenieurin Maike Böhly sind mit der „RoBiene Maja“ nicht die einzigen Frauen im Wettbewerb, wie Kerstin Steiger-Merx betont: „Ich habe jetzt nicht nachgezählt, aber es sind auffallend mehr junge Frauen als früher an der Technischen Fakultät im ersten Semester und in diesem Wettbewerb dabei.“ Das passe genau zum Anspruch, mehr junge Frauen für technische Berufe und Studiengänge zu begeistern.
Nicht jeder Roboter kommt ins Ziel
Und die „RoBiene“ ist auch längst nicht das einzige Fahrzeug im Wettbewerb, das mit der anspruchsvollen Strecke, die es abzufahren gilt, Probleme hat: So mancher der autonomen und ohne Fernsteuerung fahrenden Roboter biegt unterwegs falsch ab, kippt um, bleibt stecken oder kriegt die Sache mit dem Bällchen nicht geregelt. Was allerdings nur bedingt ein Problem ist, denn Geldpreise in Höhe von bis zu 400 Euro pro Team gibt es nicht nur für den schnellsten Erfolg auf der Strecke, sondern auch für gelungene Designs und Innovationen.
Dass es Geld zu gewinnen gibt, ist den Sponsoren zu verdanken, die an ihren Info-Ständen am Rand des Wettbewerbs um die Düsentriebs der Zukunft buhlen. Und was ging für „RoBiene Maja“? Die gewann am Ende den zweiten Preis in der Kategorie Design im SDP-Wettbewerb 2026 und musste sich lediglich dem knallgelben Baggerroboter „Bob der Ballmeister“ geschlagen geben.