Rekordinvestitionen bei Badenova
: Freiburger Energieversorger rüstet sich für die Zukunft

Der Freiburger Energieversorger Badenova hat im vergangenen Jahr rund 144 Millionen Euro investiert.
Von
Ralf Deckert
Oberndorf
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Badenova investiert im Raum Freiburg in den Ausbau von Wasserstoff als Energieträger: Von Dogern nach Albbruck wurden die ersten neun Kilometer einer Wasserstoffleitung gebaut.

badenova/Jonas Conklin

Der kommunale Energieversorger Badenova in Freiburg hat im vergangenen Jahr mit einem Plus von 57,3 Millionen Euro (2023: 57,4 Mio. Euro) die Gewinnerwartungen deutlich übertroffen und eine Rekordsumme von 143,3 Millionen Euro investiert.

Rund 50 Millionen seien an die Badenova-Kommunen und das am Badenova-Konzern beteiligte Energieunternehmen Thüga ausgeschüttet worden. Rund sieben Millionen seien mit Blick auf künftige Wachstumsoptionen in die Innenentwicklung gesteckt worden, so die Vorsitzenden Hans-Martin Hellebrand und Dirk Sattur am Dienstag.

Die Entwicklung des Unternehmens sei „alles in allem sehr erfreulich“ gewesen, so Hellebrand. Beim Verkauf von Wärme und Strom habe man vor dem Hintergrund des warmen Wetters allerdings Absatzrückgänge registriert. Der Umsatz des Unternehmens sei, vor allem bedingt durch den Verfall der Energiepreise gegenüber 2023, von rund 1,7 Milliarden Euro auf rund 1,4 Milliarden geschrumpft.

Badenova verzeichnet Mitarbeiterzuwachs

Diese „Besonderheit im Markt“ dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass man in allen wichtigen Unternehmensbereichen „grundsolide“ gearbeitet habe. So sei erfreulich, dass die Beschäftigtenzahl von 1537 im Jahr 2023 auf 1669 im Jahr 2024 angewachsen sei, so Sattur. Man spüre, dass es derzeit leicht sei, Arbeitsuchende und angehende Azubis von einer Beschäftigung bei Badenova zu begeistern.

Badenova-Vorstandsvorsitzender Hans-Martin Hellebrand

Foto: Badenova

Insgesamt habe man ein herausforderndes Jahr „wirklich hervorragend gemeistert“, so Hellebrand. Nun gehe es darum, „Schlüsselprojekte“ wie den Hochlauf der Wasserversorgung zu gestalten, so Sattur. „Da gibt es ein riesiges Grundpotenzial. Die Frage ist: Wie schnell kriegen wir diese Technik in Deutschland zum Laufen?“ Die Bundesnetzagentur habe zwei Wasserstoff-Projekte der Badenova für den Kernnetzbau genehmigt, der Bau am Hochrhein habe begonnen, Badenova sei damit bundesweit ein Vorreiter. Das sei zusammen mit dem Ausbau der Digitalisierung – etwa durch Beteiligungen an zwei Digital-Unternehmen in Freiburg und Thüringen – „eine wichtige Säule für die Zukunft“, so Hellebrand.

Stromnetz kommt durch Ausbau an seine Grenzen

Generell bewege sich die Energiewirtschaft in „Spannungsdreiecken“, so Hans-Martin Hellebrand: Man müsse einen Ausgleich finden zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten, um „eine gute, balancierte Zukunft“ zu gestalten und Kunden zu binden, so Hellebrand. Je unabhängiger die deutsche Energiewirtschaft von internationalen Verwerfungen werde, desto besser. Und es gehe darum, Versorgungssicherheit zu gewähren, Klimaneutralität zu erreichen und dabei Wirtschaftlichkeit zu sichern, so Sattur. „Dafür ist aber auch wichtig, dass die Akzeptanz für Erneuerbare in Deutschland hoch bleibt oder besser noch weiter zunimmt.“

Badenova-Vorstand Dirk Sattur

Foto: Badenova

Sattur bezog auch Stellung zu der Serie von Stromausfällen in und um Freiburg in der jüngsten Zeit: Diese seien durch „Kabelfehler“ bedingt, die man auch angesichts von Rekordinvestitionen ins Stromnetz letztlich nie vermeiden könne. Klar sei, dass man dort eine Aufgabe zu bewältigen habe. Ein strukturelles Versorgungsproblem gebe es aber nicht im Badenova-Netz, so Sattur.

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