ÖPNV am Montag lahmgelegt: Freiburger Verkehrs AG kritisiert Verdi-Streik deutlich

Wie hier an der Laßbergstraße fuhren am Montag in Freiburg keine Straßenbahnen.
Felix PaschkeMontagmittag, kurz vor 16 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle Laßbergstraße im Freiburger Osten. Hier herrscht an normalen Tagen regelmäßiger Straßenbahn- und Busverkehr, viele Studenten der Pädagogischen Hochschule in Littenweiler nutzen die Haltestelle. Doch am Montag: Nichts.
Weil die Freiburger Verkehrs AG (VAG) von der Gewerkschaft Verdi bestreikt wird, fahren hier keine Straßenbahnen und keine Busse. Die Gleise blieben dementsprechend den gesamten Montag über leer, ein Text auf der Anzeigetafel wies auf den Streik bis Betriebsschluss am Montag hin.
Kritische Rückmeldungen von den Fahrgästen
„Ein Notfallfahrplan war nicht möglich, daher sind nur Busse gefahren, für die Privatunternehmen beauftragt sind“, erklärte am Montag VAG-Spreche Jens Dierolf auf Anfrage unserer Redaktion.
Von betroffenen Fahrgästen habe man „zahlreiche kritische Rückmeldungen“ erhalten, so der VAG-Sprecher weiter. „Insbesondere dann, wenn die Hintergründe des Tarifkonflikts erklärt wurden, war das Unverständnis gegenüber Verdi groß“, sagt Dierolf. Bereits nach der Ankündigung des Streiks hatte die VAG Verdi deutlich kritisiert.
Das ist der Stand bei den aktuellen Tarifverhandlungen
Nach Angaben der VAG hat Verdi das kommunale Unternehmen seit 2023 bereits an zwölf Tagen bestreikt. „Dies führte bei unseren Fahrgästen zunehmend zu Unverständnis. Hier wünsche ich mir einen verantwortungsvolleren Umfang mit dem Streikrecht“, ließ sich VAG-Vorstand Stephan Bartosch in einer Mitteilung zitieren.
Bei den Tarifverhandlungen, die am 9. Februar fortgesetzt werden, geht es nicht um höhere Löhne, sondern um den Manteltarifvertrag und damit um die Arbeitsbedingungen. Verdi fordert unter anderem höhere Zuschläge für Überstunden, Nacht- und Wochenendarbeit sowie Zulagen entsprechend der jeweiligen Entgeltstufe. Die Arbeitgeber verweisen dagegen auf die angespannte Finanzlage.
