Nach Lebensmittelkontrollen: 18 Betriebe in Freiburg mussten vorübergehend schließen

In Freiburg kontrollieren Lebensmittelkontrolleure regelmäßig die betriebe auf Hygienemängel. (Symbolfoto)
Uwe Anspach/dpaMäusekot und tote Schaben: Lebensmittelkontrolleure stoßen bei ihren Besuchen in Geschäften und Restaurants mitunter auf unappetitliche Zustände. Ein näherer Blick auf die in Freiburg vorgestellten Zahlen zeigt jedoch auch: Die Kontrollen erfolgen sehr engmaschig. Und nur in rund einem Prozent der Fälle müssen Wirte oder Lebensmittelhändler ihre Betriebe vorübergehend schließen, um Hygienemängel zu beseitigen.
Bis Ende August haben die Kontrolleure des Amts für öffentliche Ordnung (AfÖO) in Freiburg in diesem Jahr bereits mehr als 1700 Geschäfte und Restaurants überprüft. In 18 Fällen mussten sie eine temporäre Schließung anordnen. Meist konnten diese nach Beseitigung der Mängel innerhalb weniger Stunden oder eines Tages wieder aufgehoben werden.
Mehr als zehn Betriebe werden pro Tag kontrolliert
Das bisherige Schließungsrekordjahr war 2023: Damals wurden bei mehr als 2850 Kontrolleinsätzen insgesamt 25 Schließungen veranlasst, so Rathaussprecherin Tabea Krauß. 2024 waren es bei knapp 2800 Einsätzen 19 Betriebsschließungen, also deutlich weniger als ein Prozent. „Im Schnitt kontrollieren die Mitarbeiter des Rathauses mehr als zehn Betriebe pro Tag“, erklärt Rathaussprecher Toni Klein.
Hygienemängel in Gastronomie und Einzelhandel werden nicht hinter verschlossenen Türen behandelt: Auf der Internetseite www.verbraucherinfo-bw.de werden die Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen geordnet nach Regierungsbezirken sowie Stadt- und Landkreisen öffentlich gemacht.
Lebensmittelbetriebe haben die Verantwortung
Ein Blick auf die Seite zeigt: Es gibt Schwarze Schafe, die öfters bei Kontrollen negativ auffallen. Ansonsten ist die Bandbreite der beanstandeten betriebe groß. Vom teuren Bio-Supermarkt über die Traditionsbäckerei bis hin zum Sushi-Restaurant oder der Imbissbude an der Ecke werden die Kontrolleure in Freiburg und im Umland überall fündig.
„Das muss im Einzelfall nicht unbedingt am jeweiligen Gastronomiebetrieb oder Geschäft selbst liegen“, betont Toni Klein. Gerade bei Restaurants und Läden, die in Wohnhäusern untergebracht sind, könne auch der Hausmüll der Anwohner Mäuse anlocken, die dann in die Betriebe eindringen.
Auch Nachbarschaft ist gefragt
„Wer Mäuse im Haus hat, ist also nicht unbedingt selbst schuld“, sagt der für die Lebensmittelkontrollen zuständige Freiburger Bürgermeister Stefan Breiter (CDU). „Allerdings liegt es in der Verantwortung der Lebensmittelbetriebe, für Hygiene zu sorgen und Schädlinge zu bekämpfen. Wenn nötig mit Unterstützung professioneller Schädlingsbekämpfer“, erklärt er. Auch die Bevölkerung sei gefragt: Es erhöhe die Wirksamkeit, wenn Schädlinge nicht nur in den Betrieben, sondern auch in den angrenzenden Wohngebäuden bekämpft würden, so Breiter.