Messungen der Universität
: Hitzewelle in Freiburg war sogar heißer als der „Jahrhundertsommer“ 2003

Die Hitzewelle der vergangenen Wochen in Freiburg hat Rekorde gebrochen. Das bestätigen Messungen der Uni Freiburg. An 29 Messstationen wurde die 40-Grad-Marke überschritten.
Von
Felix Paschke
Freiburg
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Temperatur: ARCHIV - 30.07.2018, Baden-Württemberg, Freiburg: ILLUSTRATION - Ein Thermometer zeigt im Schatten knapp 33 Grad an. (Zu dpa «Klimaexperten warnen vor Temperaturanstieg im Südwesten») (zu dpa: «Vorsorge bei Hitze - Grüne appellieren an Kommunen») Foto: Patrick Seeger/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Temperaturen in Freiburg kletterten während der Hitzewelle Ende Juni teilweise über die 40-Grad-Marke, sagt die Universität Freiburg (Symbolfoto).

Patrick Seeger/dpa (Symbolfoto)
  • Rekordhitze in Freiburg: Uni-Messungen zeigen eine außergewöhnlich lange und starke Hitzewelle.
  • Am 27. Juni wurde an der Uni-Wetterstation der Höchstwert von 38,8 Grad über zehn Minuten gemessen.
  • 29 von 42 bodennahen Stationen überschritten 40 Grad, Spitzenwert vor der Uniklinik: 43,1 Grad.
  • In der Innenstadt gab es 13 Tropennächte in Folge – mehr als im August 2003 mit zwölf.
  • Nächte zeigten starke Unterschiede: Innenstadt bis 29 Grad, östliches Umland unter 20 Grad.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

13 Tropennächte in Folge in der Freiburger Innenstadt und die höchste gemessene Temperatur seit Messungsstart im Jahr 2000. Das ist das Ergebnis von umfangreichen Temperaturmessungen der Universität Freiburg. Auf ihrer Homepage stellt die Hochschule die Ergebnisse vor und lässt sie von  Andreas Christen, Meteorologe an der Universität Freiburg, einordnen.

Sein Fazit: „Die aktuelle Hitzewelle war besonders durch ihre Dauer, Intensität und ihren Zeitpunkt außergewöhnlich“, sagt er in dem Interview auf der Uni-Webseite. Demnach sei am 27. Juni an der Wetterstation der Universität Freiburg (in 50 Metern Höhe auf einem Forschungsgebäude) der Allzeit-Temperaturrekord über zehn Minuten gemessen worden: 38,8 Grad Celsius.

Seit 2000 wird dort gemessen, zum Vergleich nennt Christen eine Zahl aus dem Jahr 2003 – dem sogenannten Jahrhundertsommer. Damals lag die Maximaltemperatur über zehn Minuten bei 38 Grad.

Im Juni 2026 schon mehr Tropennächte als im August 2003

Damals gab es insgesamt im August 2003 zwölf Tropennächte in Folge. „In dieser Hitzewelle gab es zudem bis zum 29. Juni 13 Tropennächte in Folge“, sagt Christen. Das ist deutlich mehr, als in den vergangenen Jahren. „In den letzten zehn Jahren waren es maximal fünf pro Jahr“, erklärt der Meteorologe der Freiburger Uni.

29 von 42 Stationen messen 40 Grad und mehr

Neben der Wetterstation auf dem Forschungsgebäude erfasst die Uni mit 42 bodennahen Wetterstationen die Temperaturen im Freiburger Stadtgebiet. In drei Metern Höhe werden in  Straßenschluchten, Parks oder über landwirtschaftlichen Flächen die Lufttemperaturen gemessen. An 29 dieser Stationen wurde laut Christen am 27. Juni die 40-Grad-Marke überschritten. Der höchste Wert wurde dabei vor der Uniklinik erfasst: 43,1 Grad.

Nicht vergleichbar mit DWD-Messungen

Die Zahlen der Uni lassen sich jedoch nicht mit den Standardmessungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vergleichen. Der DWD erfasst die Temperaturen an Orten außerhalb von Siedlungen über kurzem Rasen. „Sie bilden aber die tatsächliche Lufttemperatur in der Stadt sehr gut ab“, sagt Christen über die Messergebnisse der Universitätsstationen.

Große Unterschiede in den Nächten

Er berichtet im Interview auf der Uni-Homepage auch von großen Unterschieden innerhalb des Stadtgebietes. Vor allem nachts sei es in der Innenstadt deutlich wärmer gewesen, als im Umland. „Das liegt am städtischen Wärmeinseleffekt: Gebäude und versiegelte Flächen speichern tagsüber Wärme, die sie nachts wieder abgeben.“ Je dichter und versiegelter die Stadt, desto wärmer ist es dort nachts. Hinzu kommt, dass nächtliche Winde einige Stadtteile kühlen“, erklärt Christen.

Die Unterschiede waren dabei teilweise groß. In der Nacht auf den 28. Juni wurden im Stadtzentrum Temperaturen von bis zu 29 Grad gemessen, im östlichen Freiburger Umland sanken sie Uni-Angaben zufolge auf unter 20 Grad.