Geburtenrate in Südbaden
: Der Ortenaukreis ist vorn mit dabei – Freiburg ist Vorletzter

Die regionalen Unterschiede bei der Geburtenrate in Baden-Württemberg sind groß. Das sind die Gründe, warum in Freiburg weniger Kinder als in der Ortenau zur Welt kommen.
Von
Felix Paschke
Freiburg/Südbaden
Jetzt in der App anhören
Geburten: ARCHIV - 18.05.2022, Baden-Württemberg, Ulm: In einer Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe liegt im Kreißsaal ein neues Kettchen für ein Baby bereit. (zu dpa: «Statistik: Weniger Menschen leben im Saarland») Foto: Stefan Puchner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Geburtenrate in Baden-Württemberg sinkt weiter – regional gibt es große Unterschiede.

Stefan Puchner/dpa (Symbolfoto)
  • Geburtenrate sinkt weiter in Baden-Württemberg, regional bestehen große Unterschiede.
  • Freiburg liegt mit 1,05 Kindern pro Frau fast am Ende, nur Heidelberg ist niedriger.
  • Ortenaukreis und Schwarzwald-Baar-Kreis führen Südbaden mit 1,50 an – über Landesschnitt 1,35.
  • Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen erreichen 1,48, Lörrach 1,25 und Waldshut 1,26.
  • Gründe laut Landesamt: Stadt-Land-Gefälle, viele Studentinnen in Uni-Städten, höherer Anteil ausländischer Frauen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Freiburg kommen im Schnitt weniger Kinder zur Welt, als in den allermeisten anderen Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs. Das geht aus den am Montag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamts hervor.

Die Statistik bezieht sich dabei auf die zusammengefasste Geburtenziffer und gibt an, wie viele Kinder eine Frau zwischen 15 und 49 Jahren im Laufe ihres Lebens bekäme, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen dieser Altersklasse im betrachteten Jahr.

Für das Jahr 2025 weist das Statistische Landesamt für Freiburg eine Geburtenrate von 1,05 Kindern pro Frau aus. Die Stadt im Breisgau ist damit der Kreis mit der zweitgeringsten Ziffer, Schlusslicht ist der Stadtkreis Heidelberg (0,97). Schon im Jahr zuvor hatte Heidelberg die geringste Quote im Südwesten, Freiburg lag mit 1,10 auf dem drittletzten Platz.

Im inoffiziellen Südbaden-Ranking führt der Ortenaukreis

Der geburtenstärkste Kreis in der Region Südbaden ist der Ortenaukreis: Mit 1,50 Kindern pro Frau liegt der flächengrößte Landkreis in Baden-Württemberg im vorderen Drittel und über dem Landesschnitt von 1,35. Ebenfalls eine Rate von 1,50: Der Schwarzwald-Baar-Kreis.

Freiburger Nachbarn mit höherer Quote

Auch die beiden Freiburger Nachbarkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen mit einer Geburtenrate von jeweils 1,48 Kindern pro Frau liegen deutlich über dem Schnitt in ganz Baden-Württemberg. Der Kreis Lörrach befindet sich mit einer Quote von 1,25 im unteren Drittel, der Kreis Waldshut ebenfalls (1,26). Landesweiter Spitzenreiter ist der Landkreis Rottweil (1,71).

Die Gründe für die teilweise deutlichen regionalen Unterschiede seien „vielfältig“, heißt es vom Landesamt. Das traditionelle „Stadt-Land-Gefälle“ gebe es weiterhin, „wenn auch nicht mehr flächendeckend“, so die Statistikexperten. „Das heißt, dass in den meisten ländlich geprägten Regionen die Kinderzahl je Frau höher als in städtischen Gebieten ist“, heißt es weiter.

Die Gründe für die Unterschiede

Auch einen Grund, warum die Geburtenziffer in Freiburg und Heidelberg auffallend niedrig ist, liefert das Landesamt. Beide Städte sind große Hochschulstandorte. „Weil dort viele jüngere Frauen leben, bei denen Studium und Berufseinstieg im Vordergrund stehen und deshalb (noch) keine Familiengründung geplant ist“, seien die Zahlen hier besonders niedrig.

Einfluss habe zudem der regional unterschiedliche Anteil an ausländischen Frauen. Landesweit lag die Geburtenrate bei ausländischen Frauen mit 1,68 demnach deutlich über dem der deutschen Frauen mit 1,26.