Invasiv im Schwarzwald-Baar-Kreis
: Der grün-gefährliche Eindringling – der Riesen-Bärenklau

Der Riesen-Bärenklau beeindruckt mit seiner Größe – doch hinter der imposanten Pflanze steckt eine Gefahr Natur Mensch. Auch der Schwarzwald-Baar-Kreis ist betroffen.
Von
Raphael Sickinger
Oberndorf
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Der Riesen-Bärenklau fällt mit seiner Größe und mit seinen weißen Blütendolden im Sommer auf.

Landschaftserhaltungsverband Schwarzwald-Baar-Kreis e.V. (LEV)

Der Riesen-Bärenklau ist eine beeindruckende, aber problematische Pflanze. Ursprünglich stammt sie aus dem Kaukasus-Gebirge und wurde einst als Zierpflanze nach Europa eingeführt. Heute gilt sie sowohl in Europa als auch in Nordamerika als invasiver Neophyt und stellt eine Herausforderung für Natur und Menschen dar.

Auch im Schwarzwald-Baar-Kreis verbreitet sich der Riesen-Bärenklau. Der Landschaftserhaltungsverband Schwarzwald-Baar-Kreis (LEV) informiert über die wachsende Gefahr. Die Pflanze kann eine bis zu 60 Zentimeter lange Pfahlwurzel entwickeln, die tief im Boden verankert ist. Nach nur wenigen Wochen kann der Riesenbärenklau eine Wuchshöhe von 3,30 Meter erreichen.

Der Riesen-Bärenklau wächst bevorzugt auf nährstoffreichen und feuchten Böden. Besonders häufig findet man ihn an Gewässerrändern, auf brachliegenden Flächen oder an Wegrändern, berichtet der LEV. Die Blütezeit der Pflanze liegt meist im Juni und Juli, wenn große, weiße Doldenblüten erscheinen.

Die Ausbreitung erfolgt vor allem über Samen. Diese können durch Wind, Wasser oder Tiere verbreitet werden und sorgen dafür, dass sich die Pflanze schnell in neuen Gebieten ansiedelt. Besonders an Uferböschungen kann der Riesen-Bärenklau problematisch werden: Stirbt die Pflanze im Winter ab, bleibt der Boden ungeschützt zurück. Dadurch können Ufer instabil werden und es kommt leichter zu Erosion.

Gefahr für die Gesundheit

Neben den ökologischen Auswirkungen stellt der Riesen-Bärenklau auch eine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. Der LEV erklärt, dass es bei Hautkontakt mit dem Pflanzensaft in Kombination mit Sonnenlicht zu Hautreaktionen wie Rötungen, Schwellungen oder Blasen kommen kann.

In einigen Fällen können zusätzlich Fieber, starke Schweißausbrüche und Kreislaufprobleme auftreten, weshalb man den direkten Kontakt zur Pflanze unbedingt meiden sollte. Deshalb ist auch bei allen Bekämpfungsmethoden Vorsicht geboten. Folgende Schutzmaßnahmen sollten eingehalten werden: das Tragen von Schutzkleidung wie zum Beispiel Handschuhen und am besten das Bekämpfen in den Abendstunden bei wenig Sonnenschein.

Maßnahmen gegen den Riesen-Bärenklau

Eine der wirksamsten Methoden ist laut LEV das Abstechen mit einem Spaten. Dabei wird der oberste Teil des Wurzelstocks etwa 15 Zentimeter unterhalb der Bodenoberfläche entfernt. Zu beachten ist, dass der gesamte Vegetationskegel abgetrennt wird. Ein bloßes Zerstechen oder Zerhacken reicht nicht aus, da die Pflanze sonst erneut austreiben kann. Diese Maßnahme sollte entweder im Herbst (spätestens Oktober) oder im zeitigen Frühjahr (bis April) durchgeführt werden.

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, rät der LEV Samenstände rechtzeitig vor der Samenreife zu entfernen. Eine Riesen-Bärenklau-Pflanze kann mehrere tausend Samen produzieren, weshalb diese Maßnahme entscheidend für einen langfristigen Erfolg ist. Auch das Entfernen per Hand von jungen Pflanzen und Keimlingen, am besten bei feuchten Wetterbedingungen im zeitigen Frühjahr, mitsamt der Wurzel ist eine wirksame Methode.

Entlang von Fließgewässern sollte die Bekämpfung an den Oberläufen beginnen. Dadurch wird verhindert, dass Samen über das Wasser in tiefer gelegene Bereiche transportiert werden und dort neue Bestände bilden.

Ungefährliche Alternativen in Gärten

Als Alternative zum Riesen-Bärenklau eignen sich einheimische Stauden mit ähnlicher, imposanter Optik, die keine Probleme für die Artenvielfalt sowie die Gesundheit darstellen. Zum einem würde sich die Große Bibernelle anbieten, die ähnliche weiße Blütenstände bildet, oder der Gewöhnliche Wasserdost, der bis zu 1,5 Meter hoch wird und ein Schmetterlingsmagnet ist.

Mini-Serie: Invasive Pflanzen

Sie verdrängen heimische Arten und verändern Landschaften: Eine neue Serie zeigt, welche invasiven Pflanzen den Schwarzwald-Baar-Kreis bedrohen – und was dagegen getan werden kann. Diesmal geht es um den Riesen-Bärenklau.

Meldeportal für Neophyten im Schwarzwald-Baar-Kreis

Meldebogen
Seit 2023 gibt es ein eigenes Meldeportal für Neophyten im Schwarzwald-Baar-Kreis, entwickelt vom Amt für Digitalisierung des Landratsamts und dem Landschaftserhaltungsverband (LEV). Mithilfe des Portals bekommt der LEV einen Überblick über das Vorkommen der Neophyten und kann eine gezielte Eindämmung sowie Bekämpfung, wo es nötig und sinnvoll ist, durchführen. Alle eingehende Meldungen können öffentlich eingesehen werden. Der Link zum Meldebogen: Irasbk.maps.arcgis.com/home/index.html

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