Fasnetsuche zum Auftakt: So finden die Unterkirnacher ihre Fasnet

Ganz großes Kino am Narrenbrunnen in Unterkirnach: Die Kieschtockzunft fand im Schrank die Fasnet (rechts), der nur noch das Gesicht, also die Schemme, zur Komplettierung des Kieschtockhäses fehlt.
Sabine KrümmerDie Schneelandschaft rund um den Narrenbrunnen, die Minusgrade bei leise rieselndem Schnee, die mit Lichterketten behängten Tannen und Glühweinduft: Es herrschte fast noch weihnachtliche Stimmung an Heilige Drei Könige in Unterkirnach – wenn da nicht pünktlich um 18.30 Uhr ein lauter Böllerknall die fünfte Jahreszeit eingeläutet hätte.
Trotz der eisigen Kälte versammelten sich zum Fasnetauftakt viele Besucher beim geschmückten Narrenbrunnen, die sich mit heißem Glühwein aufwärmten.
Das Ausharren hat sich auf alle Fälle gelohnt. Denn die Fanfarenfetzer, eine Kooperation der örtlichen Fanfarenzugmitglieder mit den Bergstadtfetzern aus St. Georgen, sorgten mit ihrer Musikeinlage sofort für gute Laune.
Ein mystisches Bild
Nach der Anmoderation durch Oliver Speth hatten die Zinkenräte ihren großen Auftritt. Fast schon mystisch war das Bild, als sie die Fasnet suchend die verschneiten Stufen herunter strömten. Das Kerzenlicht in den Laternen sorgte für eine ganz besondere Atmosphäre.
„Hesch Du d’Fasnet?“ Die Besucher verneinten und wurden dafür von den Zinkenräten abgestaubt. Schließlich fand sich die Fasnet versteckt im Holzschrank neben dem Narrenbrunnen. Noch wies nur die bemalte grobe Leinenhose auf einen Fasnachter hin. Aber nach und nach wurde das Häs mit Gschell sowie Gesicht und viel Brimborium zur Freude der Zuschauer zum waschechten Kieschtock komplettiert. Die Kieschtockzunft trat bei der Fasnetsuche auch mit den Holzwiebern und Beerenwieble an.
Insgesamt 110 Hästräger
Ist die Zunft komplett, seien 110 Hästräger unterwegs, so der Vorsitzende Uwe Kreuzpointner. Komplettiert wurde der närrische Reigen durch die Kürnachhexen, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiern. Das Jubiläum schlägt sich auch im Narrenfahrplan nieder, denn am 14. Februar gestalten die Kürnachhexen erstmals ihren eigenen Ball ab 20 Uhr in der Schlossberghalle.
Unterkirnach entwickelte sich insgesamt zu einer kleinen Narrenhochburg. Denn seit zehn Jahren liegt der offizielle Sitz der Schwarzwälder Narrenvereinigung im Ort. Im Bürgerhaus am Kirchplatz hat diese Vereinigung – die rund 60 Narrenvereine als Mitglieder hat – einen Sitzungssaal. Mit Karlheinz Bähr hat zudem ein Unterkirnacher das Amt des Vizepräsidenten der Schwarzwälder Narrenvereinigung inne. Diese bietet Zünften der alten Landkreise Villingen, Donaueschingen und Hochschwarzwald ein Dach.
Närrische Termine
Narrenfahrplan
7. Februar um 20 Uhr: Zunftball der Kieschtockzunft in der Schlossberghalle. 12. Februar um 13 Uhr: Kinderumzug. 13. Februar Kappenabend mit Häsvorstellung im Hapimag. 14. Februar um 20 Uhr: Ball der Kürnachhexen. 16. Februar, Fasnachtsmontag: Umzug ab 14 Uhr in Unterkirnach. 17. Februar, Fastnachtsdienstag: Fasnachtsverbrennen um 19 Uhr am Rathausvorplatz.