Donaueschingen: "Sehr gut aufgestelltes Seelsorgeteam"

Kooperator Markus Ramminger (links) spricht mit Rainer Bombardi über sein neues Tätigkeitsfeld in Donaueschingen. Foto: privat
Schwarzwälder-BoteVon Rainer Bombardi
Auf einen Kaffee mit Markus Ramminger. Der Pfarrer ist seit kurzem im Seelsorgeteam der Seelsorgeeinheit Donaueschingen als Kooperator tätig.
Sie verstärken als Kooperator das Seelsorgeteam der Seelsorgeeinheit in Donaueschingen. Wieso wählten sie die Baar als neue Station in ihrer Priesterlaufbahn aus?
Die Stelle in Donaueschingen kam wie gerufen. Die Stadt und ihre Umgebung haben mich gereizt. Auch liebe ich die Herausforderung neue Menschen kennen zu lernen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Hinzu kommt die Nähe zu meiner Heimat St. Peter und an den Bodensee, wo ich aus meiner Zeit als Leiter der Seelsorgeeinheit Aachtal noch viele Freunde und Bekannte habe.
Welche Tätigkeiten umfassen ihr neues Arbeitsumfeld?
Nach zwei gesundheitlichen Rückschlägen habe ich eine Aufgabe gesucht, in der ich die Arbeitsschwerpunkte auf die Liturgie und Katechese setzten kann. So hoffe ich, Pfarrer Erich Loks entlasten zu können, der neben seinen originären Aufgaben als Seelsorger stark in die Zusammenführung der drei ehemaligen Seelsorgeeinheiten und administrativen Aufgaben eingebunden ist.
Gibt es bereits konkrete Aufgaben?
In der ersten Zeit ist es wichtig, alles Neue, die Mitarbeiter kennen zu lernen und die Region zu erkunden. Vorgesehen bin ich bereits für die Vorbereitung zur Firmung und die Vorbereitung der Kinder auf die erste Heilige Kommunion. In allen Gemeinden werde ich zur Leitung von Gottesdiensten und die Kasualien wie Taufen, Hochzeiten und so weiter eingesetzt.
Über welche Gemeinden erstreckt sich das Einsatzgebiet?
Grundsätzlich erstreckt sich mein Tätigkeitsgebiet über die gesamte Seelsorgeeinheit Donaueschingen mit ihren zwölf Kirchen. Momentan wohne ich noch im Wolterdinger Pfarrhaus, das zu den Pfarrpfründen gehört und veräußert wird. Bis in ein paar Wochen werde ich meinen festen Wohnsitz im Pfarrhaus in Pfohren beziehen.
Wie verliefen ihre ersten Tage als Kooperator?
Noch bin ich dabei, mir eine Übersicht zu verschaffen. Doch rückte das Flüchtlingsthema in Donaueschingen in den Vordergrund. Vor wenigen Tagen habe ich das erste Mal mit ihnen Kontakt aufgenommen und war von den Dimensionen überrascht. Spontan hatte ich den Gedanken, dass sich hier für die Kirche und die politische Gemeinde eine Chance bietet sich im selben Ziel zu verbünden. Dieses muss überkonfessionell darin bestehen, den Flüchtlingen eine bestimmte Sicherheit zu vermitteln und sie in ihrer Situation optimal zu unterstützen. Auch ist es wichtig, die Bevölkerung zumindest informativ immer auf dem aktuellen Stand zu halten.
Was haben sie sich in ihrem neuen Arbeitsumfeld zum Ziel gesetzt?
Ich halte ein integratives, karitatives Arbeiten und eine Willkommenskultur für notwendig, welche Menschen in ihren Sorgen und Nöten unbürokratisch unterstützt. Ich möchte für die Menschen präsent sein und pflege die Gesprächsbereitschaft und den Erfahrungsaustausch.
Wie beurteilen Sie die aktuelle Aufgabenverteilung in der Seelsorgeeinheit?
Wir sind ein sehr gut aufgestelltes Seelsorgeteam, in dem auch dank der tatkräftigen Unterstützung durch die Pensionäre eine optimale effektive Arbeit möglich ist. Sollten sie ihr Amt nicht mehr ausüben, wäre ein dritter Seelsorger in jedem Fall ideal. Doch so weit wird es voraussichtlich nicht kommen.
Wie sehen Sie die Zukunft der Seelsorgeeinheiten?
Die Bildung von immer größeren Seelsorgeeinheiten ist ein Schritt mit unbekanntem Ausgang. Bei deren Gestaltung mitwirken zu können, ist spannend und anspruchsvoll. Meines Erachtens bekommt in Zukunft eine Personalgemeinde wie in etwa die Schönstatt-Bewegung oder auch eine Internetgemeinde eine größere Bedeutung. In beiden Fällen sind die Gemeinden nicht mehr territorial strukturiert. Die Kommunikation erfolgt per Internet, für kirchliche Feiern gibt es Treffen vor Ort.
Was überraschte sie bei ihrem Amtsantritt am meisten?
Die Freude war groß als ich Pfarrer Manfred Diewald zum ersten Mal in Donaueschingen begegnete. Er war einer jener Menschen, die mich einst bei meinem Gemeindepraktikum in Bruchsal darin stärkten, meine Berufung als Pfarrer zu wählen. u Die Fragen stellte Rainer Bombardi
Markus Ramminger stammt aus St. Peter und studierte Elektrotechnik und Theologie. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1991 berief ihn die Erzdiözese Freiburg als Vikar nach Durlach und Billigheim bei Mosbach. Es folgten diverse berufliche Stationen. Im September 2015 übernimmt Ramminger das Amt als Kooperator in Donaueschingen.