Beim Umzug in Donaueschingen
: 13-Jährige wird von Hexe gepackt und fallen gelassen - Krankenhaus

Ein 13-jähriges Mädchen ist am Wochenende beim Umzug in Donaueschingen verletzt worden, nachdem es von einer Hexe über die Schulter geworfen und fallen gelassen wurde. Die Folge: ein mehrtägiger Krankenhausaufenthalt. Ihre Mutter appelliert nun an die Narren zur Vorsicht. Der betroffene Verein hält sich bedeckt.
Von
Jennifer Merk
Oberndorf
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Beim Umzug in Donaueschingen ist eine 13-Jährige von einer Hexe gepackt und fallen gelassen worden. Dabei wurde das Mädchen verletzt. (Symbolfoto)

ARIMAG/ Shutterstock

„Jedem zur Freud` und niemand zu Leid!“ heißt das allseits bekannte Motto der Fastnacht, das sich in der Regel auch alle Fasnetsvereine zu Herzen nehmen. Dennoch ist es am Sonntag beim Umzug, der im Rahmen eines Freundschaftstreffens von drei Hexen-Zünften in Donaueschingen veranstaltet wurde, zu einem Unfall gekommen: „Meine 13-jährige Tochter ist von einer Hexe gepackt und über die Schulter gelegt worden. Dann hat die Hexe sie einfach nach hinten runterfallen lassen. Sie ist auf den Kopf geknallt und wurde ohnmächtig.“

Der Schock bei Mutter und Tochter sitzt tief. Geholfen habe dem Mädchen, das alleine beim Umzug war, niemand. Ihre Tochter sei anschließend von alleine wieder zu sich gekommen und konnte zum vereinbarten Treffpunkt mit der Mutter gehen. „Ich dachte, dass ich eine 13-Jährige alleine zu einem Umzug, der tagsüber stattfindet, gehen lassen kann. Dass so etwas passiert und ihr dann noch nicht einmal jemand hilft, hätte ich nicht gedacht“, so die Mutter enttäuscht.

Sofort fuhr sie ihre Tochter in ein Krankenhaus. Die Diagnose der Ärzte: eine Gehirnerschütterung und Gedächtnisverlust. Sie musste für zwei Tage bleiben und beobachtet werden. Am Dienstag durfte die 13-Jährige das Klinikum verlassen, muss sich aber weiterhin schonen und Medikamente gegen die Schmerzen nehmen, berichtet die Mutter.

Sie möchte anonym bleiben und mit ihrer Geschichte keinen Aufruhr verursachen: „Mir ist es einfach wichtig, dass die Narren trotz des lustigen Treibens nicht vergessen, vorsichtig zu sein. Da kann echt etwas passieren. Auch viel Schlimmeres“, mahnt die Mutter.

Mooslochhexen wollen nichts über den Vorfall wissen

Bei der besagten Hexe handelt es sich um ein Mitglied der Mooslochhexen aus Bad Dürrheim-Biesingen. Auf Anfrage unserer Redaktion hält sich der Verein jedoch bedeckt: Sie wüssten nichts von dem Vorfall, teilte Volker Schwald, erster Vorsitzender der Mooslochhexen, am Telefon mit. „Das ist schrecklich und ganz allgemein gesagt nicht im Sinn eines jeden Hästrägers.“ Mehr könne er dazu nicht sagen, meinte er abschließend.

Dass die Mooslochhexen nichts von dem Vorfall wüssten, stimme nicht, widerspricht die Mutter: Sie hat bereits am Montag, 3. Februar, Kontakt zum Verein aufgenommen und kann das auch mit einem E-Mail-Verlauf belegen. „Geschockt nehmen wir Ihre Nachricht auf“, antwortet ihr Schwald dort. Er erkundigt sich nach dem Wohlergehen der Tochter und wünscht ihr gute Besserung. Er selbst könne zu dem Vorfall jedoch nichts sagen, weil er bei dem Umzug ganz vorne mitlief, schreibt der Vorsitzende des Vereins außerdem. Er wolle dem jedoch auf den Grund gehen. „Und das hat er auch gemacht. Am Dienstagabend gab es eine Vereinssitzung wegen der Sache. Das hat er mir jedenfalls erzählt“, so die Mutter.

Mutter will Anzeige bei der Polizei erstatten

Sie möchte den Verein nun anzeigen. „Sobald meine Tochter wieder so fit ist, dass sie bei der Polizei aussagen kann, machen wir das“, sagt sie gegenüber unserer Redaktion.

Die drei Hexen-Zünfte, die den Umzug veranstaltet haben, seien schockiert über den Vorfall und bedauern diesen zutiefst, teilt Nico Scaldaferri, erster Vorsitzender der Schellenberg-Hexen in Donaueschingen, unserer Redaktion mit. „Wir sind froh, dass nicht mehr passiert ist und hoffen, dass das Mädchen bald wieder auf die Beine kommt.“ Anne-Rosel Schwarz, Präsidentin der Schwarzwälder Narrenvereinigung e.V., zeigt sich ebenfalls schockiert und mahnt die Narren zur Vorsicht: „An der Fastnacht soll niemand zu Schaden kommen, das ist das Wichtigste. Ich hoffe, dem Mädchen geht es bald besser.“

Paul Martin, Schriftführer bei der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte e. V. (kurz VSAN), drückt ebenfalls sein Bedauern über den Vorfall aus. Der betroffene Hexen-Verein gehört zwar nicht zur VSAN, dennoch gelte seiner Meinung nach natürlich für alle Narren, dass die Aktiven es selbst verantworten, Unfälle zu vermeiden.

Der Schriftführer der VSAN erinnert jedoch auch daran, dass im Jahr weit mehr als 4000 öffentliche Fastnachts-Veranstaltungen im ganzen Südwesten stattfinden. „Man kann nicht per se sagen, dass an Fastnacht immer oder oft etwas schiefgeht. Hundertfach gehen Veranstaltungen fröhlich und friedlich über die Bühne“, meint er abschließend.

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