Zahlreiche Straßen dicht: Sperrungen für Nordschwarzwald- Triathlon regen Berneck auf

Freie Fahrt in Berneck gibt es am Sonntag nicht.
Jansen„Da wir auf der Triathlon-Strecke nur eine Durchgangsstation sind, kommt keine rechte Begeisterung auf.“, erklärt der Bernecker Ortsvorsteher Patrick Krahe. „Man fühlt sich im eigenen Ort eingeschlossen. Das ist eine Einschränkung, die andere Durchgangsstationen weniger hart trifft.“ Berneck ist für den Nordschwarzwald-Triathlon am Sonntag, 10. August, von 7 bis 16 Uhr gesperrt. Der Ort kann von 10 bis 10.30 Uhr und 13 bis 13.30 Uhr mit dem Auto verlassen werden.
Gundolf Greule, Geschäftsführer der zuständigen trievents Baden-Württemberg, sieht das anders. „Es ist niemand eingesperrt. Die Aussage ist überzogen und falsch“, betont er. „Wir verstehen das Anliegen und haben sehr viel unternommen, um die Belastung der Einwohner auf das absolut Notwendige zu reduzieren.“
Alle wichtigen Fahrten, wie Hilfsdienste, Diakonie und die Versorgung zuhause seien möglich. Rettungsdienste hätten immer Vorrang. „Neben festen Ausfahrtskorridoren kann mit den Durchfahrtsscheinen die private als auch berufliche Fahrt umgesetzt werden“, erklärt Greule.
Den Unmut in Berneck hält er für unverhältnismäßig. Es sei nur ein Tag, nachdem Berneck gerade sechs Wochen wegen Bauarbeiten gesperrt war. „Vielleicht war das jetzt der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat“, mutmaßt er. Beschwerden gebe es nur aus Berneck.
Gespalten sind die Meinungen zur Kommunikation. „Ich als Ortsvorsteher hätte mir gewünscht, im Vorfeld in die Planung einbezogen und nicht nur über unausweichliche Einschränkungen informiert zu werden“, erklärt Ortsvorsteher Krahe. Ein anderer Bernecker meint: Die Informationen seien viel zu knapp gekommen.
„Informationen kamen frühzeitig“
Dem widerspricht Greule. Schon früh habe man informiert und möglichst alle Kanäle bespielt: Postwurfsendungen, WhatsApp-Kanäle der Gemeinden, Mitteilungsblätter und im Internet. Die erste Mitteilung habe es schon im März gegeben.
Positiver ist das Bild in Wart. Dort habe es im vergangenen Jahr mit der Kommunikation gehapert, das sei deutlich besser geworden. „Damals war die Kommunikation seitens des Veranstalters leider nicht durchgängig. Viele Streckenposten sprachen kaum Deutsch und handelten strikt nach Anweisung – was dazu führte, dass Anwohner nicht passieren durften. Auch der Informationsbrief des Veranstalters hätte in gedruckter Form in jedem Briefkasten landen sollen nicht nur online“, erklärt Ortsvorsteher André Feichter.
Anders in diesem Jahr: „Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Wart haben sich als Streckenposten engagiert, was die Kommunikation erheblich erleichtert.“ Die Ortsvorsteher seien früh informiert worden und hätten so die Informationen über die WhatsApp-Kanäle weitergeben können.
Triathlon benötige keine Bauten, erklärt Greule, aber dafür den öffentlichen Raum. „Also ein Sport, der in die Zeit passt, und durch mehr als 700 angemeldete Teilnehmer auch sehr positiv in der Region wahrgenommen wird.“ Auch gebe es viele Dorffeste entlang der Strecke. So „veranstaltet die SPVGG Wart-Eberhardt im Ortskern Wart ein Triathlon-Hocketse mit Hüpfburg, kühlen Getränken und leckerem Essen“, schreibt etwa Feichter. „Solche Veranstaltungen bringen Menschen zusammen, fördern das Gemeinschaftsgefühl und stärken den sozialen Zusammenhalt.“
„Andere Streckenführungen sind denkbar“
Ohne Sperrungen sei der Triathlon nicht möglich. Das guter Wille von allen Seiten nötig sei, ist Greule bewusst. „Gerne bieten wir im Fortgang konstruktive Gespräche oder eine bessere Kommunikation an. Auch andere Streckenführungen sind dabei denkbar.“