Vortrag in Altensteig: Polizisten warnen vor Betrugs-Maschen

Interessiert lauschten die Senioren im Altensteiger Löwentreff den Ausführungen der Polizisten.
Hans DollZu einer gemeinsamen Veranstaltung haben der Stadtseniorenrat Altensteig und die Senioren Union Calw in die Räumlichkeiten der AWO Altensteig eingeladen. Volker Nosek ist bei beiden Einrichtungen stellvertretender Vorsitzender und konnte als Referenten vom Polizeipräsidium Pforzheim Peter Schulze und Christian Koch begrüßen. Zunächst erläuterte Schulze, dass ihn die wachsende Zahl von Betrügereien an Senioren um die 70 Jahre dazu gebracht habe, sich in dieses Thema einzuarbeiten.
Er erläuterte, woran man Polizeibeamte erkennt. Jeder Polizist habe einen Polizei-Ausweis und auch keine Probleme, diesen vorzuzeigen. Das Dokument habe bestimmte Merkmale, auf die man achten müsse. Wenn jemand in Zivil unterwegs ist, dann sei dies kein Polizeibeamter, sondern ein Kriminalbeamter. Diese haben zur Erkennung eine sogenannte Kriminaltasche dabei, aber auch da greife die Gültigkeit nur in Vefrbindung mit Dienstausweis.
Schulze warnte davor, Unbekannte in die Wohnung zu lassen. Oftmals versuchten Betrüger, in die Wohnung zu gelangen, indem sie auf ein Bedürfnis hinweisen – beispielsweise mit der Bitte um etwas zu trinken oder die Toilette benutzen zu dürfen. In diesem Zusammenhang ist es nicht unhöflich, auf ein öffentliches WC hinzuweisen oder, wenn man etwas holen muss, die Haustüre so lange wieder zu schließen.
Polizei ist erster Ansprechpartner
Manch Gauner oder Gaunerin gebe sich auch als Angehörige eines Pflegedienstes aus, um in die Wohnung zu gelangen. Auch hier gelte: Niemand in die Wohnung lassen, den man nicht erwartet.
Wenn Zweifel an der Sicherheit von Fenster oder Türen bestünden, sei ebenfalls die Polizei erster Ansprechpartner.
Wenn jemand kommt, um einen Zählerstand abzulesen und man wurde nicht informiert, einfach dort anrufen. Die Firma oder Einrichtung wisse genau, wo ihre Mitarbeiter unterwegs sind. Wenn es Zweifel oder etwas Auffälliges gibt, lieber einmal zu oft die Polizei anrufen als zu wenig. Die Polizei überprüfe die Personalien, und dann sei man auf der sicheren Seite.
Betrug per Telefon
Einen großen Teil der Betrügereien machten verschieden geartete Anrufe aus. Da gibt sich jemand als Enkel aus oder als falscher Polizist und möchte an Bargeld kommen. Es werde ein Unfall vorgetäuscht, und man soll eine Kaution hinterlegen. Diese Anrufe gehen in die Millionen. Sie kommen in der Regel aus dem Ausland und werden über Netzwerke getätigt, die man nur schwer ermitteln könne.
Als Ratschlag gab Peter Schulze den Zuhörern auf den Weg, niemals die Rückruffunktion zu nutzen. Die Schockanrufe hätten das Ziel, Emotionen zu wecken und die Vernunft auszuschalten. In solch einem Fall helfe, Ruhe zu bewahren, aufzulegen und sich bei den realen Enkeln selbst zu melden. Damit lasse sich die Sache meist sehr schnell aufklären.