Musical in Altensteig: Alle spielen ihre Rollen mit Überzeugung

Die Darsteller spielten ihre Rollen ganz ohne Scheu.
Maria Kosowska-NemethDas Musical nach dem berühmten Jugendroman von Mark Twain verfasste 1980 der deutsche Komponist Wolfgang Fricke (1933-2005). Seinem Anliegen, den Kindern (auch den „unmusikalischen“) die Tonkunst schmackhaft zu machen, sie zu gemeinsamen Auftritten zu ermutigen und ihre Kreativität mit altersgerechten Bühnenstücken zu fördern, folgten die Fachpädagogen des Altensteiger Gymnasiums Wolfgang Weible (Musik), Andreas Härle (Bildende Kunst) und Christian Müller (Deutsch).
Aus der interdisziplinären Zusammenarbeit erwuchs ein ehrgeiziges Projekt, das ihre Zöglinge mit Freude und Eifer annahmen und auf der Bühne verwirklichten.
Seit Ostern studierten die Schülerinnen und Schüler der Chorklassen 6c und 5c im Rahmen des regulären Unterrichts Lieder, Texte und das Schauspiel ein und entwarfen einfallsreiche Bühnendekorationen. Auch die Beleuchtung lag in Schülerhand. Letztendlich, nach einer Woche Bühnenproben, reifte das Musical zu einem echten, doppelt besetzten Spektakel.
Zwei Aufführungen
An zwei Tagen verfolgten die Zuschauer die Abenteuer des Lausbuben Tom und seiner Freunde hautnah von den prall gefüllten Stuhlreihen und Tribünen. Der erste Applaus galt den Fünftklässlern, die zu Klavierbegleitung von der Leiterin der Christophorus-Kantorei, Carina Engel, drei Songs als eine „Ouvertüre“ munter und mit Elan hinlegten. Dann setzte sich Weible an den Flügel und die Vorstellung begann mit der bekannten „Zaun-Szene“, der die wichtigsten Geschehnisse aus dem Roman folgten.

Die Chorsänger brachten die bekanntesten Szenen auf die Bühne.
Foto: Maria Kosowska-NemethÜber eine Stunde lang bewunderten die Zuschauer die schauspielerischen und vokalen Geschicke der jungen Akteure. Auf der Bühne herrschte ständig rege Betriebsamkeit und jeder der Sechstklässler spielte seine Rolle – ob als Haupt-, Nebenfigur oder „Komparse“ – nicht nur bereitwillig, sondern mit Überzeugung, Disziplin, Verantwortungsgefühl und ganz ohne Scheu.
Die altmodisch anmutenden Kostüme sowie das blitzschnell wechselnde Szenenbild verstärkten die Wirkung der vom Regisseur Müller konzipierten Inszenierung.
Gelungene Soli
Zwischen den Dialogen erklang der anspruchsvolle wie einheitliche Chorgesang, und auch einige überaus gelungene Solo-Darbietungen sorgten für heftige Publikumsreaktionen. Und so ließ der singende Nachwuchs keinen Zweifel aufkommen, dass die Zukunft des Christophorus-Kinderchores (Klassen 6-8) und später der Christophorus-Kantorei (Klassen 8-12) gesichert bleibt.
Während das Publikum die großartige Leistung mit einem donnernden Schlussapplaus belohnte, schossen auf der Bühne einige Konfetti-Kanonen rote Herzchen in die Luft. Und genauso laut explodierte erneut der Beifall.