„Mordkommission Calw – Nemesis“: Mania Pictures lässt’s wieder knallen – Samstag ist Premiere im Kloster Hirsau

Kommissar Karl Jäger (Stefan Lörcher) muss einmal mehr zur Waffe greifen.
Mania PicturesDer Hirsauer Klostersommer endete am vergangenen Sonntag fulminant mit Feuerwerk und Lasershow. Doch schon in wenigen Tagen sind die Klosteranlagen wieder Schauplatz von Feuerwerk, wenn auch ganz anderer Art.
Am Samstag eröffnet das diesjährige Calwer Sommerkino traditionell mit dem neuen Film aus der Schmiede der Mania Pictures: „Mordkommission Calw – Nemesis“. Und da knallt es wieder ordentlich.
Kombination aus Krimi und schwäbischem Humor
Bereits den 14. Teil der langjährigen Filmreihe stellt der Calwer Filmverein mit „Nemesis“ vor. Nach mehrfachem Ausprobieren verschiedenster Genres in den 1990er-Jahren fanden die Amateurfilmer im Jahr 2000 in der damals noch „Tatort Calw“ benannten Serie ihre Nische in der Kombination aus Krimi und schwäbischem Humor. Und das in der heimischen Kulisse Calws.
Seither gab es zwar auch immer wieder mal Ausflüge in verwandte Genres, die große Liebe der Filmemacher und auch des Publikums galt und gilt aber der kleinstädtischen Variante des bekannten TV-Vorbilds. Alles andere als kleinstädtisch – und da hebt sich die Amateurfilmproduktion von der ARD-Serie deutlich ab – ist der „Actionfaktor“.
Autos, Helikopter, Panzer
Traditionell knallt und funkt es bei den Calwer Filmen ordentlich. Da wurden schon Dutzende Autos verschrottet, Freifaller kämpften am Calwer Himmel, Hubschrauber schwebten über der Stadt, gar ein echter Panzer wurde für einen Film angemietet und durfte eine Zerstörungsorgie zelebrieren.
In den vergangenen Jahren, so Regisseur Armin Schnürle, wurde man – dem fortschreitenden Alter der Beteiligten angemessen – etwas ruhiger. Weniger Action, dafür mehr Augenmerk auf Inhalt und Schauspiel. Das knapp bemessene Budget wurde nun nicht mehr vornehmlich für Schauwerte wie Helikopter und Panzer ausgegeben, sondern eher in Gagen für Schauspieler investiert.
Das Gros der Beteiligten vor und hinter der Kamera besteht allerdings aus filmbegeisterten Calwern, die sich einmal im Jahr zusammenfinden, um einen abendfüllenden Spielfilm zu produzieren. Fehlendes Budget wird mit Kreativität und viel Einsatz kompensiert. Wobei sich im Fall von „Nemesis“ der Produktionsprozess ungewöhnlich lange hinzog.
Das war vor allem dem Umstand geschuldet, dass die Grundidee nicht wie üblich eine Filmstory des Drehbuchautors war, sondern eine Immobilie: der Badische Hof, jenes ikonische Gebäudeensemble am nördlichen Stadteingang, das diesen über Jahrzehnte geprägt hatte und das inzwischen schon Geschichte ist.
Eine Geschichte zum Gebäude
Und um diesen Anblick festzuhalten, wollten die Filmemacher dem Badischen Hof ein filmisches Denkmal setzen. Da der Abrisstermin auf Februar 2024 angekündigt war, musste eine Drehgenehmigung besorgt und vor allem erstmal eine Geschichte ersonnen werden, die das Gebäude maßgeblich einbeziehen sollte.
Und so fanden an einem Wochenende Anfang des vergangenen Jahres die Dreharbeiten in dem „Lost Place“ statt. Dass der Abriss dann tatsächlich erst im Juni 2024 begann: geschenkt.
Brutaler Mord an Richter
„Nemesis“ erzählt dabei die Geschichte des brutalen Mords an einem pensionierten Richter. Als kurz darauf auch noch ein Staatsanwalt Opfer eines Anschlags wird, verdächtigen die ermittelnden Kommissarinnen Lola Kraft (Cathrin Tham) und Jasmin Stein (Annika Strauss) einen ehemaligen Gefängnisinsassen, der von beiden hinter Gittern gebracht wurde. Doch die Liste der Verdächtigen ist lang. Kommissar Karl Jäger (Stefan Lörcher) hat in seinem Urlaub währenddessen mit handfesten Familienproblemen zu kämpfen, die sich dann tatsächlich auch noch zu einem handfesten Kriminalfall ausweiten.
Es gibt noch Karten
Beide Handlungsstränge finden ihren Höhepunkt im Badischen Hof. Und sagen wir so: Die Wahrheit darüber, warum dort jetzt kein Gebäude mehr steht, wird der Zuschauer nach dem Film mit anderen Augen sehen.
Die Filmpremiere am kommenden Samstag, 16. August, ist bereits ausverkauft, aber für die weiteren Vorstellungen am Sonntag, 17., und Freitag, 29. August, gibt es noch genügend Karten.
Über die Website des Vereins www.mania-pictures.de sind alle Kinos und Reservierungsseiten verlinkt. Auch für die ab Mitte September stattfindende Tournee in den Kinos der Region. Der Film ist freigegeben ab zwölf Jahren.