Lohnt sich nicht mehr: Erddeponie Allmend bei Altburg schließt zum 1. Oktober

Die Tage der Deponie Allmend sind gezählt.
KlormannIn wenigen Wochen hat die Stadt Calw keine Erddeponie mehr. Zum 1. Oktober wird der Betrieb der Deponie Allmend am Würzbacher Kreuz endgültig eingestellt. „Dieser Termin wurde nach vorhergehenden Abstimmungen nun vom Landratsamt Calw offiziell bestätigt“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.
Bereits in den vergangenen Monaten sei der Betrieb der Erddeponie stark eingeschränkt gewesen – mit lediglich einem Öffnungstag pro Woche.
Von 15. bis 30. September an allen Werktagen geöffnet
Um Anlieferern vor der endgültigen Stilllegung noch ausreichende Nutzungsmöglichkeiten zu bieten, werde die Deponie vom 15. bis 30. September indes letztmals vollumfänglich an allen Werktagen geöffnet sein. Wer das Angebot häufiger nutze, sei vonseiten der Stadtverwaltung schon über diesen Umstand informiert worden.
Der Schritt zur Schließung war bereits im November vergangenen Jahres durch den Gemeinderat beschlossen worden – aus einem einfachen Grund: Weil der Betrieb durch rechtliche Veränderungen deutlich weniger Einnahmen bringt, dafür aber mehr Verwaltungsaufwand kostet.
Muss grundsätzlich recycelt werden
Dahinter steckt ein Beschluss des baden-württembergischen Landtags, mit dem bereits zum Jahresende 2020 das neue Landes-Kreislaufwirtschaftsgesetz in Kraft trat.
Dieses zielt vor allem darauf ab, Bau- und Abbruchabfälle zu vermeiden oder zu verwerten. Dazu zählt auch Erdaushub.
Erdaushub muss gemäß der Rechtslage grundsätzlich recycelt werden, beispielsweise als Bodenauffüllung – um natürliche Ressourcen zu schonen und Deponieraum zu erhalten.
Klassisch entsorgt werden darf demnach nur noch, wenn andere Möglichkeiten technisch unmöglich oder wirtschaftlich unzumutbar sind.
Dafür braucht es aber einen Nachweis – und den müssen Deponiebetreiber bei Anlieferung einfordern.
Einnahmen-Minus in sechsstelliger Höhe
Dieses aufwendige Verfahren sowie auch die generelle Bauflaute führten dazu, dass immer weniger Erdaushub auf der Deponie angeliefert wurde. „Damit wäre ein dauerhafter Weiterbetrieb der Deponie weder wirtschaftlich tragbar noch ökologisch sinnvoll gewesen“, heißt es weiter seitens der Stadt.
Anfang dieses Jahres sprach die Verwaltung in diesem Zusammenhang von einem Einnahmen-Minus in sechsstelliger Höhe, während zugleich der Verwaltungsaufwand durch die neue Verwertungsprüfung stieg.
Im Rahmen der Veränderungen wurde den Kommunen freigestellt, die Aufgabe als Entsorger bedingungslos an den Landkreis abzugeben. Neben Calw, so schreibt die Stadt, hätten sich auch andere Kommunen im Landkreis bereits für diesen Weg entschieden.
„Nach dem 1. Oktober 2025 ist eine Anlieferung auf der städtischen Deponie nicht mehr möglich. Anlieferer müssen künftig die überregionalen Deponien des Landkreises Calw nutzen“, teilt die Stadt mit.
Renaturierung geplant
In Sachen Bodenaushub hat die Verwaltung darüber hinaus noch einen Tipp: die Erdaushubbörse der Abfallwirtschaft Landkreis Calw GmbH (AWG). Über diese kann seit Februar 2024 ausschließlich unbelasteter Erdaushub beziehungsweise Bodenaushub aus dem Landkreis Calw angeboten oder gesucht werden.
Wie es mit der Deponiefläche nun weitergehen soll, steht nach Angaben der Stadt noch nicht fest. Darüber werde der Gemeinderat im weiteren Verlauf des Jahres beraten. Langfristig sei eine Renaturierung der Fläche vorgesehen, um eine nachhaltige Entwicklung der Deponiefläche zu gewährleisten. Das Gelände soll also unter anderem bepflanzt werden.
