Konzert in Altensteig
: Historische Klänge zur Stunde der Kirchenmusik

Das Ensemble Le Nuove Musiche beeindruckte die Zuhörer in der Altensteiger Stadtkirche.
Von
Maria Kosowska-Németh
Oberndorf
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Eva Ammer (Gesang), Ortun Dieterich, Regine Hangstein, Kristin Linde (Krummhörner) und Peter Ammer (Kontrabass) sind in der Altensteiger Stadtkirche aufgetreten.

Maria Kosowska-Németh

Die Musiker der Gruppe „Le Nuove Musiche“ gastierten auf Einladung des Organisatoren-Ehepaars Susanne und Eberhard Schuler-Meybier in der Altensteiger Stadtkirche. Die liturgische Umrahmung übernahm Pfarrerin Dorothea Jung.

Seit Jahren erforschen die Berufsmusiker und Multi-Instrumentalisten Regine Hangstein, Kristin Linde, Ortrun Dieterich sowie Eva-Magdalena und Peter Ammer die geheime Klangwelt der Alten Musik. Den Namen ihres vokal-instrumentalen Ensembles leiten sie von dem Titel der Kompositionen-Sammlung „Le Nuove Musiche“ des Italieners Giulio Caccini aus dem Jahre 1602 ab.

Musik des 16. und 17. Jahrhunderts

Das Konzertprogramm umfasste repräsentative Beispiele der weltlichen und geistlichen Musik des 16. und 17. Jahrhundert aus Deutschland, England, den Niederlanden und der Schweiz. Diese frisch aufpolierte Musik brachte das Publikum zum meditativen Schweigen.

Nachbauten historischer Instrumente

Denn die ungewöhnlichen Klänge von Nachbauten historischer Instrumente beflügelten die Fantasie und ließen Bilder aus der weit entlegenen Vergangenheit entstehen. Die Interpreten verwandelten die Musik-Relikte in lebendige, vom Charakter und von den Klangfarben her faszinierend unterschiedliche Kunstwerke, deren Aussagekraft zwischen gefühlsbetonter Lyrik, dem Tanz-Frohsinn, den frommen Fürbitten und den Gottes-Lobpreisungen pendelte.

Im Laufe des Konzert machten Regine Hangstein und Eva-Magdalena Ammer die Zuhörer mit den meist unbekannten Instrumenten-Familien vertraut. Und so erfuhren sie, dass das Dulzian ein Vorläufer des Fagotts und die Schalmei der Urahn der Oboe waren und dass das Krummhorn und Gemshorn (das wider dem Namen aus dem Horn einer afrikanischen Kuh hergestellt wird) keine Nachfolger hatten.

Weiche und schnörkellose Mezzosopran-Stimme

Ihrer faszinierenden Klangwelt schlossen sich zeitweise Viola da Gamba (eine alte Cousine des heutigen Violoncellos), Blockflöten, Barockposaune, Truhenorgel, Trommel, Kontrabass sowie die weiche und schnörkellose Mezzosopran-Stimme von Eva-Magdalena Ammer an.

Die Sängerin schlug auch einen kurzen „Rausschmeißer“ als Zugabe vor, nachdem das Publikum mit üppigem wie herzlichem Schlussapplaus seine Dankbarkeit für diese musikalische Zeitreise zwischen Renaissance und Frühbarock bekundet hatte.

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