Klostersommer Calw-Hirsau: Kloster in Flammen

Das Klostersommer-Finale begeisterte die Zuschauer.
[c] thomas fritschDas gab es noch nie: Das musiksynchrone Feuerwerk mit begleitender Lasershow ist verglüht, die letzten Takte des fulminanten Finales sind verklungen – und das Publikum steht, jubelt, klatscht und fordert vehement eine Zugabe.
„Was für ein Abend! Ihr seid so toll! Danke, Danke, Danke!“ Volker Christ, Dirigent der Frankfurter Sinfoniker und launig-charmanter Moderator des Finales zum Klostersommer findet kaum Worte für das, was er und die Sänger und Musiker auf der Bühne mit dem Publikum an diesem Abend erleben.
Veranstalter: Wagnis hat sich gelohnt
Veranstalter Jürgen Ott hat mit dem neuen Konzept für die Abschlussveranstaltung voll ins Schwarze getroffen: „Ich habe nur Lob bekommen, die Leute sind begeistert“, sagt er. „Es war ein Wagnis, klar, es hat sich jedoch gelohnt, es ging gut, es wurde vom Publikum gefeiert“, lässt er seiner Freude freien Lauf, die ebenso dem wieder großen und begeisterten Publikumszuspruch für das ganze zehntägige Open-Air-Event gilt.
Reise durch Oper und Operette
„Das Kloster leuchtet – Kloster in Flammen“ ist das Klostersommer-Finale 2025 überschrieben. Das Orchester der Frankfurter Sinfoniker und drei Tenöre nahmen das Publikum im ersten Teil des Abends so wie in den Vorjahren mit auf die Reise durch Oper und Operette. Rafael Cavero, Theodor Brown und der für den erkrankten Oscar de la Torre kurzfristig eingesprungene Han-Bo Jeon sangen solo und gemeinsam beliebte Arien, die die Liebe in all ihren Facetten und die Schönheit der spanischen Städte Granada und Valencia thematisierten.
Rockgitarrist Siggi Schwarz als Gaststar
Als Gaststars waren nach der Pause der weltbekannte Rockgitarrist Siggi Schwarz und seine Band mit auf die Bühne gekommen. Der 1958 geborene schwäbische Gitarrist Siggi Schwarz ist national und international anerkannt auch als Komponist und Produzent und teilt sich seit Jahrzehnten mit vielen weltbekannten Stars der Rockmusik die Bühnen und Tonstudios.
Sinfoniker können rocken
Die Rock- und Pop-Hits – „Milestones der Rockgeschichte“, wie Christ angekündigte – fetzten nicht nur mit Gitarren-, Bass- und Keyboardsounds und wurden begleitet von treibenden Drums. Auch die Sinfoniker können dieses Genre – und so entstand gemeinsam ein gewaltiges Klangerlebnis. Volker Christ zeigte dabei vollen Körpereinsatz.
Publikum singt den Refrain mit
Neben dem Gitarrenvirtuosen Schwarz glänzte Sänger Markus Engelstaedter gleich beim Start in die zweite Hälfte mit „Eye Of The Tiger“. Beim Refrain war das Publikum sofort dabei. Schwarz kündigte eine Zeitreise durch die Rockgeschichte an und verlieh seiner Freude über das Sinfonieorchester, „das sensationelle Ambiente und den wunderbaren Volker Christ“ Ausdruck.
Streicherklänge und Gitarrenriffs
Gemeinsam starteten Sinfoniker und Rockband mit „Over The Hills“ von Gary Moore. Für „It’s My Life“ von Bon Jovi gab es schon die ersten Standing Ovations: für diese das Publikum ansteckende, elektrisierende, mitreißende Symbiose aus Streicherklängen, Gitarrenriffs, Paukenschlägen und Schlagzeugbegleitung, aus Kontrabass, Keyboard und Bassgitarre und Refrains aus über tausend Kehlen.
Gänsehaut im Publikum
Und es ging gerade so weiter mit „Bohemian Rhapsody“ und „Rock Me Like A Hurricane“. „Fantastisch, das ist so toll mit euch, danke für euren Applaus und euren Support“, sprudelte es aus Moderator Christ heraus, der auch der Begeisterung des Publikums Ausdruck verlieh. Dann kamen die Tenöre wieder dazu und läuteten mit drei unangefochtenen „Milestones“ das Finale ein, Gänsehaut im Publikum und wahrscheinlich auch auf der Bühne inbegriffen.
Feuerwerk passend zur Musik
Zu den letzten drei Titeln haben Johannes Rieber und seine Feuerwerkkünstler ein musiksynchrones Feuerwerk samt Lasershow komponiert. „Imagine“ von John Lennon, diese Hoffnung sei gerade in unserer Zeit immer wichtiger, so Christ, und „Music Was My First Love“ von John Miles „kann vielleicht helfen, dass endlich Frieden überall wird“, kündigte der musikalische Leiter der Sinfoniker an.
Und den fulminanten Schlusspunkt in diesem grandiosen gemeinschaftlichen Gesang- und Klangerlebnis markierte der Titel „The Final Countdown“ von Europe. Die rund 1450 mitsingenden, mitklatschenden Besucher standen schon lange vor dem letzten Akkord. Und das Klatschen nahm kein Ende. „Zugabe!“, wurde gefordert. Unter dem Jubel im Kreuzgang erklang noch mal „Rock Me Like a Hurricane“. „Bekommen wir auch noch mal das Feuerwerk?“, frotzelte Sänger Engelstaedter.
Kartenverkauf bereits gestartet
Der Kartenvorverkauf für den Klostersommer am 9. August 2026 ist bereits gestartet. Es seien bereits die ersten 100 Karten verkauft, bestätigte Jürgen Ott einen Tag nach der Veranstaltung.