Holzpreise auf hohem Niveau: Verkauf beschert Neubulach satte Einnahmen

Beim Campingplatz in Liebelsberg wurden zahlreiche Buchen gefällt, da deren Zustand kritisch war.
Ralf ReckliesDurch einen erhöhten Holzeinschlag und spürbar gestiegene Holzpreise kann die Stadt Neubulach für das Jahr durch Holzverkäufe ein deutliches Plus gegenüber dem ursprünglichen Planansatz verbuchen. 8860 Festmeter Holz aus dem Neubulacher Stadtwald wurden 2025 vermarktet, geplant hatte die Kommune mit den in der Forsteinrichtung vorgegebenen 7200 Festmetern.
Weniger Borkenkäfer als gedacht
Fast 1000 Festmeter seien durch Käferschäden und Dürre angefallen, wie Förster Thomas Walz erläuterte. Damit lag die Menge der „zufälligen Nutzung“, wie es in Fachkreisen heißt, unter dem Ansatz. Aus gutem Grund, wie Jan Heckmann von der Abteilung Waldwirtschaft der Calwer Kreisverwaltung ausführte. Die feuchte und kühle Witterung Anfang 2025 hatte dazu geführt, dass der Borkenkäferbefall geringer als gedacht ausgefallen ist. Außerdem gab es über das Jahr hinweg kaum Schadensereignisse, die beispielsweise zu einem erhöhten Aufkommen von Sturmholz geführt hätten. Diese Tatsache habe auch zu einem Anstieg der Holzmarktpreise geführt, da die Lager der Säger leer und die Nachfrage groß gewesen sei.
Dickes Plus
Unterm Strich wurden Einnahmen von 826 000 Euro erzielt (Planansatz: 555 000 Euro), während sich die Ausgaben auf knapp 606 500 Euro beliefen (531 000 Euro). Somit habe man fast 220 000 Euro (24 000 Euro) erwirtschaftet. Durch zusätzliche Einnahmen aus Mieten und Pachten, die um rund 18000 Euro höher ausfielen als vorgesehen, kann die Stadt nach dem vorläufigen Vollzugsergebnis mit Gesamteinnahmen von knapp 381 000 Euro rechnen. Vorgesehen war nur ein Plus von 167 000 Euro.
Schutz für Jungpflanzen macht viel Arbeit
Insgesamt ist das Forstjahr 2025 laut Thomas Walz gut gelaufen. Neben der Holzernte habe man auf Flächen von 1,4 Hektar Größe Kulturvorbereitungen vorgenommen, es wurden 3375 Pflanzen zur Kulturbegründung auf Kahlflächen gepflanzt und Kultursicherungsmaßnahmen auf rund 6,1 Hektar Fläche vorgenommen. Da die gesetzten Jungpflanzen geschützt werden müssten, habe man auch Pfisterpfähle und Wuchshüllen anbringen müssen, was einen erheblichen Aufwand bedeutet habe. Auch wurden bei 600 Jungbäumen nicht mehr benötigte Wuchshüllen entfernt. Schlagpflege wurde auf zwölf Hektar Waldfläche betrieben, Jungbestandspflege auf 5,7 Hektar Fläche.
Die Pflanzungen seien teilweise im Steilhang „auf sehr herausfordernden Flächen“ erfolgt, so Walz. Vor allem Laubhölzer und Douglasie habe man zur Verjüngung genutzt. Größere Maßnahmen hatte es 2025 entlang der Seitzentalstraße gegeben, wo erstmals nach den Stürmen Wibke und Lothar die Flächen gezielt durchforstet worden seien. Dabei habe man mit rund 900 Festmetern eine ordentliche Menge Holz geerntet.
Am Nagoldtalradweg habe man Freiflächen neu mit Laubhölzern bepflanzt – „dort waren es rund 1200 Pflanzen“, so Walz. Im Teinachtal habe man die Bereiche zwischen dem Wasserwerk und der Glasmühle in zwei Aktionen durchforstet. Dort habe man fast 1800 Festmeter Holz eingeschlagen, das gut vermarktet werden konnte. Zudem mussten zahlreiche Buchen um den Liebelsberger Campingplatz gefällt werden.
Das ist dieses Jahr geplant
Im laufenden Jahr sollen 8500 Festmeter Holz geerntet werden, bei der Kulturbegründung sind 2026 aber nur 1600 Neupflanzungen vorgesehen. Kultursicherungsmaßnahmen sollen auf sechs Hektar erfolgen, Schlagpflege auf rund 15 Hektar städtischem Waldgebiet und Jungbestandspflege auf drei Hektar Fläche.
Bei einem anhaltend guten Holzmarkt wird mit Einnahmen aus Holzverkäufen von 667 000 Euro gerechnet, während sich die geschätzten Kosten auf rund 565 000 Euro belaufen. Unterm Strich könnte dann samt der Einnahmen aus Mieten und Pachten vor allem von der Deponie und Kompostieranlage rund 267 000 Euro in der städtischen Kasse landen.
Das sagt der Gemeinderat
Ratsmitglied Andreas Blaurock freute sich über das Ergebnis, machte aber, wie schon in früheren Jahren, auch deutlich, dass es in Zukunft auch Jahre geben könne, in denen man in den Wald investieren müsse.
Andreas Kubesch wollte zudem wissen, welche Erfahrungen man mit Zedern und Haselbaum als neue Kulturpflanzen im Stadtwald gemacht habe. Die Erfahrungen mit dem Haselbaum seien gut, so Walz, „mit den Zedern bin ich aber noch nicht so ganz glücklich, denn die kommen nicht so richtig ins Wachsen“.