Hilfskräfte üben in Calw
: Blaulicht-Familie beweist sich als starkes Netzwerk

Ab dem 18. April werden Patienten im neuen Calwer Krankenhaus behandelt. Damit das glatt vonstatten geht, ist viel Vor- und Abstimmungsarbeit notwendig.
Von
Roland Stöß
Oberndorf
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Beim Empfang zur Blaulichtaktion im neuen Calwer Krankenhaus unter anderem mit (Mitte, von links) Martin Oberhoff, Landrat Helmut Riegger und Oberbürgermeister Florian Kling

Roland Stöß

Nun trafen annähernd 200 ehrenamtlich Tätige aus den landkreisweiten Blaulichtorganisationen aufeinander. „Mit diesem Tag will man die Zusammenarbeit im Landkreis weiter vertiefen und das KKK-System aktiv leben“, betonte Lukas Schult, Pressesprecher des Klinikverbundes Südwest (KVSW). KKK steht für „Krisen – Köpfe – Kennen“. Die Blaulicht-Familie bezeichnete Schult als „starkes Netzwerk“.

Die Frauen und Männer in ihren Uniformen lernten einerseits die neuen Räumlichkeiten des Krankenhauses Calw kennen, um sich zurechtzufinden und im Notfall sofort die richtigen Maßnahmen an der richtigen Stelle umsetzen zu können. Das optimale Zusammenwirken von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, THW, DRK, ASB, Johanniter, Katastrophenschutz und der Rettungsleitstelle war das erklärte Ziel. Zum anderen standen Sicherheitsübungen an. Dabei wurde der Ernstfall simuliert, um diesen später im Falle eines Falles souverän bewältigen zu können.

Übungseinsatz fordert die Helfer

Das Übungsszenario: Ein Bus verunfallte in der Nähe der Bauknecht-Kreuzung. 32 verletzte Patienten mussten vor Ort erstversorgt und später im Krankenhaus weiterbehandelt werden. Während der ärztliche Krankenhausdirektor Martin Oberhoff die Situation mit leicht humorvollen Unterton „mega chaotisch“ klassifizierte, urteilte die ärztliche Koordinatorin Johanna Gaile, dass alles „überraschend relativ gut“ ablief. Immerhin waren von einer Sekunde auf die andere 20 Angehörige aus dem ärztlichen Dienst und dem Pflegebereich involviert und gefordert. Bei einer weiteren Übung löste ein unerlaubt rauchender Patient in seinem Patientenzimmer einen Brandalarm aus, der einen großen Feuerwehreinsatz sowie eine Evakuierungsmaßnahme sämtlicher Patienten auf dem Stockwerk erforderlich machte. Landrat Helmut Riegger war es ein „wichtiges Bedürfnis,“ den Helfenden aus den verschiedenen Organisationen ausdrücklich zu danken. „Diese Blaulicht-Familie wird von den ehrenamtlich Tätigen geprägt“, so Riegger. „Das Ehrenamt ist für das Gemeinwesen nicht hoch genug einzuschätzen.“ KVSW-Geschäftsführer Alexander Schmidtke lobte das „sensationelle Zusammenspiel“ der Organisationen. Er sprach dem gesamten Krankenhausteam seine Anerkennung aus. „Man trainiert momentan zusätzlich zum laufenden Betrieb die Inbetriebnahme des neuen Hauses.“

Rauch kommt den Feuerwehrleuten entgegen.

Foto: Roland Stöß

Hilfskräfte üben die Evakuierung.

Foto: Roland Stöß

Calws Oberbürgermeister Florian Kling rief den Ehrenamtlichen zu: „Sie halten den Laden am Laufen. Während die Welt in Flammen steht, sind Sie da und retten, bergen und löschen.“ Calw besitze eine gesunde Infrastruktur, ob Kinderbetreuungsangebot, Industriegebiet, Hermann-Hesse-Bahn und nun das neue Krankenhaus. Auch die Bundeswehr investiere und verdoppele sich in der Fläche. Das seien viele mögliche Einsatzorte für die Blaulichtorganisationen. Auch er dankte den Haupt- und Ehrenamtlichen für das Engagement in ihrer Freizeit.

Ausdrücklicher Dank an die Polizei

Martin Oberhoff wies darauf hin, dass die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Organisationen schon immer sehr gut funktioniert habe. Denn ein Krankenhaus alleine könne die Aufgaben nicht bewältigen. Auffällig großen Beifall gab es für Oberhoffs ausdrücklichen Dank an die Polizei, die „uns in der Notaufnahme schon mal mit beherztem Einsatz Kopf und Kragen gerettet hat“. Die Notfallaufnahme stehe, auch vor dem Hintergrund der zu schließenden Notaufnahmen an anderen Standorten, generell vor der Herausforderung, dass die Einsatzzahlen immer weiter steigen. 2021 waren es 16 000 Notaufnahmen, im vergangenen Jahr bereits 26 000. Oberhoff betonte abschließend, er freue sich auf den 18. April, „wenn wir hier endlich loslegen können“.

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