Geschichte im Kreis Calw
: Der Kreis Calw – 80 Jahre nach Kriegsende

Zum Geschichtsband „Der Kreis Calw in der Zeit des Nationalsozialismus“ gibt es jetzt auch eine Veranstaltungsreihe.
Von
Timo Roller
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Die Herausgeber des Bands „Der Kreis Calw in der Zeit des Nationalsozialismus“: (links) Gabriel Stängle und Schuldekan Thorsten Trautwein

Timo Roller

700 Seiten füllen die 32 Beiträge des Geschichtsbandes „Der Kreis Calw in der Zeit des Nationalsozialismus“. Seit Juni ist das Werk in den Buchhandlungen der Umgebung erhältlich, in den nächsten Wochen werden nun in der ganzen Region eine Reihe von Vorträgen, Gottesdiensten und Erinnerungsveranstaltungen stattfinden, an denen die beiden Herausgeber Gabriel Stängle und Schuldekan Thorsten Trautwein sowie viele Autorinnen und Autoren mitwirken werden.

Auftakt ist am Montag in Altensteig

Auftakt ist am Montag, 15. September, mit einem Vortrag über Altensteig in nationalsozialistischer Zeit. Dietmar Waidelich gibt im Bürgersaal im Altensteiger Rathaus Einblicke in seine Forschungen über die Zeit von 1923 bis 1945. Bürgermeister Oliver Valha wird ein Grußwort sprechen.

Mitherausgeber Schuldekan Trautwein berichtet dann am 17. September in Calw vom Kirchenkampf im Kreis Calw, am 23. September in Stammheim über den damaligen Bürgermeister und NSDAP-Bezirksleiter Erwin Dirr.

Auch Einzelpersonen stehen im Blickpunkt

Mit dem Nagolder Dekan Wilhelm Gümbel, dem Schwanner Pfarrer Friedrich Honecker, dem Calwer Kommunisten Hans Ballmann, Vikar Theodor Fritz aus Birkenfeld und Richard Goldschmidt aus Neuenbürg stehen Einzelpersonen im Blickpunkt weiterer Veranstaltungen. Auch um Zwangssterilisationen im Kreis Neuenbürg, um Calwer Juden und um die Zukunft der Erinnerungsarbeit wird es gehen. Eine Fortbildung für Lehrkräfte gibt es am 6. November in Calw-Heumaden.

Im Mittelpunkt der Reihe aus insgesamt 20 Veranstaltungen steht ein Abend im Calwer Landratsamt am Freitag, 24. Oktober: „Erinnerung und Verantwortung heute“ – so lautet der Untertitel der Veranstaltung zu „80 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus“. Nicht nur an eine längst vergangene Epoche unserer Geschichte soll erinnert werden, unter die viele Zeitgenossen gerne einen Schlussstrich ziehen würden. Vielmehr weisen die Veranstalter darauf hin, dass sich Ereignisse und Überzeugungen aus der NS-Zeit bis heute auswirken und das gesellschaftliche Miteinander und internationale Beziehungen belasten. Demokratie und Menschenrechte seien ein zerbrechlicher Schatz, für den es mutig einzustehen gelte. Neben der Vorstellung des Buches wird es an diesem zentralen Abend eine Einleitung des Ersten Landesbeamten Frank Wiehe geben sowie einen Vortrag von Professorin Benigna Schönhagen von der Universität Tübingen.

Unterstützt wurde das von der Projektgruppe Papierblatt initiierte Buchprojekt vom Landkreis Calw sowie von zahlreichen kirchlichen und kommunalen Institutionen, Stiftungen und Vereinen. Der Öffentlichkeit vorgestellt wurde das Buch bereits im Juli im Landratamt. Der Erste Landesbeamte des Kreises Calw, Frank Wiehe, betonte damals: „Das ist ein sehr wichtiges und außergewöhnliches Projekt – wenn wir nicht aus der Vergangenheit lernen, dann gnade uns Gott!“

Für die nun beginnende Veranstaltungsreihe zeichnet sich das Evangelische Bildungswerk nördlicher Schwarzwald verantwortlich, auf dessen Homepage eine komplette Übersicht zu finden ist: www.ev-bildungswerk-nsw.de

CW-News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Calw Montag bis Samstag im kompakten Überblick.