Enri-Theater in Berneck
: Kinder schnuppern beim Ferienprogramm Bühnenluft

Beim Kinderferienprogramm im Bruderhaus Berneck beim Enri-Theater lernten zehn Kinder, worauf es beim Theater ankommt.
Von
Wiebke Jansen
Oberndorf
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Sitzt das Kostüm? Vier Mädchen haben sich schon in Schale geworfen und prüfen den Anblick nun vor dem Spiegel.

Jansen

Auf der Bühne stehen, in eine Rolle schlüpfen und mit der Darbietung begeistern – beim Kinderferienprogramm im Bernecker Bruderhaus konnten zehn Kinder Theaterluft schnuppern. Und das von Anfang bis zum Ende: Die Kostüme auswählen, ein Stück entwickeln und es schließlich aufführen. Dafür wählten die Kinder aus dem Kostümfundus von Andrea Weber die Verkleidung ihrer Wahl aus – danach wurde in Gruppen überlegt, wie die Geschichte aussehen könnte.

Erst einmal wurde ausprobiert: Mit einer roten, langen Federboa, die genauso als Haarverlängerung herhalten könnte. Mit einer Wuschelperücke, feinen Prinzessinnenkleidern, Röcken und Accessoires: Sonnenbrillen, Blumenspangen und Brautschleier kamen zum Vorschein. Schließlich hatte jedes Kind seine Verkleidung gefunden.

Prinzessinnen sind in der Überzahl

Sechs von acht Mädchen hatten eindeutig Prinzessinnentouch gewählt, eines hatte sich für ein Indianer-Kostüm entschieden, ein anderes für ein Kleid in mattem Blau mit Blümchen und einem seidenen Halstuch. Ihre Rolle sollte später tragend werden. „Ich bin dann deine Dienerin“, verkündete sie schon beim Anprobieren einer der Prinzessinnen gegenüber. Kurz darauf: „Ich bin dann euer aller Dienerin, aber ich bin eine coole Dienerin!“ Mit Sonnenbrille gelang das einwandfrei.

Was damit gemeint war, zeigte sich dann auch im Stück kurz darauf. Die „Dienerin“ wurde von ihren drei königlich gekleideten Spielpartnerinnen herumkommandiert. Bis sie keine Lust mehr hatte und kurzerhand die Kündigung einreichte – dumm für die unfreundlichen Prinzessinnen.

Erfolglose Geisterstunde

Die zweite Gruppe hatte sich das Thema Freundschaft herausgesucht. „Mein Vater will nicht, dass ich Freunde habe, die nicht zu unserem Stamm gehören“, sagte das Indianermädchen. Also trafen sich die drei heimlich und erlebten eine tolle Zeit.

Und dann gab es noch den erfolglosen Geist: der junge Schauspieler hatte sich komplett schwarz gewandet, nicht einmal das Gesicht war zu erkennen – gruselig! Aber gruseliges Aussehen reichte im Stück leider nicht. „Ich soll adlige Menschen erschrecken“, erklärte er der Königin, die er gerade aus dem Schlaf gerissen hatte. Die war unbeeindruckt. „Hast du aber nicht! Und jetzt hau ab!“, befahl sie unwirsch.

Die Stücke sorgten für so viel Begeisterung, dass direkt eine zweite Runde gefordert wurde. Mit neuen Kostümen und Gruppen führten die Kinder drei weitere witzige, selbst entwickelte Geschichten auf.

Beim Workshop lernten die Kinder auch, worauf es beim Theaterspielen ankommt. Laut sprechen und dem Publikum möglichst nicht den Rücken zukehren. Dafür hatte Weber ihnen auch eine Übung mitgebracht. Sich auf die Bühne stellen, einmal laut „Ja!“ rufen und sich dann verbeugen. Das braucht Überwindung – denn alle sehen zu und reagieren mit ihrem Applaus darauf.

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