Eiserne Hochzeit: Elisabeth und Wolfgang Hinz feiern 65. Hochzeitstag

Eiserne Hochzeit: Elisabeth und Wolfgang Hinz feiern heute ihren 65. Hochzeitstag.
Barbara Rennig„Ich würde sie glatt noch mal heiraten“, meint Wolfgang Hinz mit liebevollem Blick auf seine Frau und in der Rückschau auf 65 Jahre gemeinsamen Weges, „denn es ist, als hätte ich einen Edelstein gefunden.“ Nun können die beiden das seltene Fest der Eisernen Hochzeit begehen.
Der 1938 in Potsdam gebürtige Wolfgang Hinz war schon vier Jahre alt, als er in Kriegszeiten getauft wurde. Sein Vater hatte Heimaturlaub bekommen, musste aber anschließend gleich wieder an die Front – und blieb von da an verschollen. Auch wenn die Mutter später nochmals heiratete – die Familie war in die Nähe von Würzburg evakuiert worden – begleitete Wolfgang Hinz nach den wirren Jugendjahren immer der Wunsch nach der Geborgenheit einer eigenen Familie. Der junge Mann absolvierte eine Metzgerlehre mit Familienanschluss bei seinem Lehrherrn und war mehrere Jahre bei der Bundeswehr, wo er nach einem Fallschirmjägerlehrgang mit seiner Einheit in Esslingen stationiert war.
Folgenreiche Begegnung beim Nachmittagstanz
Elisabeth Gauland, 1941 in der Nähe von Budapest geboren, war mit der Familie in ein Lager bei Heidenheim evakuiert worden und arbeitete dann als Näherin in Esslingen. In der Faschingszeit, als sie beim Nachmittagstanz in einem Café weilte, betrat Wolfgang Hinz das Lokal – und der sprichwörtliche Blitz schlug ein. Nach weiteren Verabredungen waren sich die beiden schnell einig, den zukünftigen Weg gemeinsam zu gehen. 1960 läuteten die Hochzeitsglocken, und Wolfgang Hinz arbeitete dann als Kraftfahrer im Transport von Neumöbeln.
Weil es in Esslingen schwierig war, mit den zwei inzwischen geborenen Kindern eine Wohnung zu finden, bewarb sich der Familienvater bei verschiedenen Firmen in ganz Baden-Württemberg. Schließlich bekam er bei der Firma Wurster in Ebhausen nicht nur eine Anstellung, sondern die Firma bot der Familie auch eine Wohnung. Elisabeth Hinz arbeitete nach der Geburt des dritten Kindes zunächst in einer Trikotwarenfabrik vor Ort und später noch bei der Firma Gabelmann in Nagold. Nach einer weiteren beruflichen Station bei Möbel-Mutz in Iselshausen war Wolfgang Hinz bis zu seiner Berentung 24 Jahre lang bei der Firma Wackenhut angestellt.
Wolfgang Hinz nahm regelmäßig an Marathonläufen teil, die ihn von Belgien über Holland bis in die Schweiz und Österreich führten. Das Jubelpaar erwanderte insgesamt gut 14 000 Kilometer, nahm bei den Volkswandertagen in Baden-Württemberg teil, wanderte auf dem Westweg oder dem Till-Eulenspiegel-Weitwanderweg.
1982 erwarb das Paar eine Wohnung im Warter Sonnenbühl. Dass sie dort leben, wo andere Urlaub machen, ist für Wolfgang Hinz viel wert, denn durch gesundheitliche Einschränkungen kann er sich nur noch mühsam bewegen. Frau Elisabeth ist ihm dabei eine wertvolle Stütze. Seit über 40 Jahren liest Wolfgang Hinz gerne den „Schwarzwälder Bote“. Das Paar hat drei Kinder, fünf Enkel und fünf Urenkel.