Dobel
: "Krisen schweißen zusammen"

Corona-Pandemie: Nachbarschaftshilfe funktioniert auf dem Dobel / Schon 66 Mund-Masken genäht
Von
Sabine Zoller
Oberndorf
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Eine tolle Hilfsbereitschaft: Die beiden Frauen mit Blumen sind Bianca König und Catherine Burmester (Mitte). Beide – und eine 81-jährige Näherin aus Rotensol – haben die bisher 66 Masken genäht. Nach einem Aufruf hatte Kirsten Kastner bereits zwei weitere Helferinnen, die sich bereit erklärten, zu nähen – davor waren es noch drei weitere Frauen, die sich gemeldet hatten.Foto: Zoller

Schwarzwälder Bote

Eine so spontane und starke Resonanz der Nachbarschaftshilfe hatte Kirsten Kastner nicht erwartet. Binnen einer Woche sind 66 Mund-Masken in Heimarbeit durch fleißige Näherinnen auf dem Dobel entstanden, um der Nachbarschaftshilfe wortwörtlich unter die Arme zu greifen.

Dobel. Weil der Bedarf an Mund und Nasenschutz für das ehrenamtliche Engagement in den Kommunen Dobel und Herrenalb nicht zu decken war, hatte Kirsten Kastner als Einsatzleiterin in der vergangenen Woche die Idee, einen Aufruf zu starten. "Ganz spontan haben sich Bianca König und Catherine Burmester aus Dobel sowie eine 81-jährige Rotensolerin bereit erklärt, für uns die so dringend benötigten Masken zu nähen", erklärt begeistert Kastner, die damit nun den Bedarf für die Mitarbeiterinnen und Patienten in der Nachbarschaftshilfe decken kann.

Vielfältiger Einsatz

Bereits seit vielen Jahren organisiert und koordiniert Kastner den Bedarf für die "Arbeit mit Herz". Vor fast drei Jahrzehnten wurde im August 1992 die Nachbarschaftshilfe gegründet, um "die Würde eines jeden Menschen zu achten und versuchen, dort Hilfe zu leisten, wo diese notwendig ist". Mittlerweile ist diese Einrichtung über all die vielen Jahre hinweg für die Bereiche Bad Herrenalb und seine Vororte sowie Dobel zu einer unverzichtbaren Einrichtung geworden. Alle Mitarbeiter arbeiten dabei als freiwillige, ehrenamtliche Unterstützer – das heißt, sie bekommen lediglich eine geringe Aufwandsentschädigung, wenn es darum geht, Menschen in der Gesellschaft zu helfen, die zum Beispiel ihren Haushalt nicht mehr alleine bewältigen können.

Bis sich ein Träger findet, der für die Kosten einer Haushaltshilfe aufkommt, nehmen sich die Helferinnen die Zeit zur Unterstützung.

Über den vielfältigen Einsatzbereich weiß Kastner vieles zu berichten: "Unsere Einsätze erstrecken sich vor allem auf die hauswirtschaftlichen Arbeiten wie Essenszubereitung und täglich anfallende Hilfe im Haushalt. Dazu gehört auch das Säubern der Wohnung, die Wäschepflege und das Einkaufen. Im Betreuungsleistungsbereich leisten wir Begleit- und Besuchsdienste, Spaziergänge und halten Kontakt zu unseren Gemeindemitgliedern. Darüber hinaus gehören Betreuungen und Hilfe beim Ausfüllen von Formularen sowie andere Unterstützungen zum täglichen Einmaleins der Nachbarschaftshilfe."

Kastner sieht sich dabei keinesfalls als Konkurrenz zu den Pflegediensten. Denn Anfragen im hauswirtschaftlichen Bereich können diese meist nicht abdecken. "In erster Linie ist die Nachbarschaftshilfe ein Anlaufpunkt für die eigenen Patienten und eine Entlastung für deren pflegenden Angehörigen." Wie wertvoll diese Einsätze sind, zeigt die aktuelle Statistik der Eisatzleiterin, die mehr als 3000 Jahresstunden aufzeigt und damit beweist, wie wichtig eine solche Institution ist. Für die aktuelle Situation hat Kastner gleich einen dazu passenden Satz parat: "Krisen schweißen zusammen."

Foto als Dankeschön

Ergänzend zu den bereits gelieferten Masken, für die sie sich mit einem spontan entstandenen Foto mit allen Beteiligten bedankt, ergänzt die eloquente Einsatzleiterin: "Toll, dass so viele mithelfen, unsere ambulante und stationären Einrichtungen auf dem Dobel und Bad Herrenalb zu unterstützen. Wenn unser Bedarf abgedeckt ist, dann werden wir auf jeden Fall die Masken an andere Orgas weitergeben."

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