Das soll bei Hitze helfen?: Wir haben sieben kuriose Tipps zur Abkühlung getestet

Bei Sommerhitze kann man schon mal barfuß unterm Schreibtisch sein ... aber was kühlt wirklich ab? Wir haben ein paar Tipps getestet.
Andrey_Popov/ShutterstockWarme Getränke zu sich nehmen, frühmorgens lüften, luftige Kleidung – sobald die Temperaturen steigen, hat jeder eine Idee parat, was zu tun ist. Manche Vorschläge kommen dabei ziemlich seltsam daher.
In unserer Lokalredaktion in Calw haben wir einige der ungewöhnlichsten Tipps am eigenen Leib ausprobiert. Spoiler: Nicht alle davon sind wirklich gut ...
Mini-Pool im Büro
Ein Mini-Pool im Büro – klingt verrückt, ist aber einfach umzusetzen. Einfach einen Eimer oder eine große Schüssel nehmen, mit kaltem Wasser füllen, unter den Schreibtisch stellen und Füße rein. "Aaaangenehm! Da arbeitet es sich gleich viel entspannter, oder?", heißt es in einem Tipp im Internet. Dem kann ich allerdings nur bedingt zustimmen. Über den Kühlungseffekt lässt sich nicht streiten, der tritt ohne Frage ein. Allerdings auch andere, eher unerwünschte Nebeneffekte. So muss man bei jeder Bewegung aufpassen, dass man nicht das halbe Büro unter Wasser setzt und die Füße schrumpeln nach wenigen Minuten. Im Freibad ist das ja kein Problem, schließlich läuft dort jeder so herum. Aber im Büro? Nichts für mich. Zumal ich ohnehin kein riesiger Fan von Wasser bin.
Einen Vorteil hat das Ganze aber: Man trägt sehr zur Belustigung der Kollegen bei, wenn die nichts ahnend einen Blick unter den Schreibtisch werfen und den Mini-Pool samt Füße drin entdecken.
Unser Fazit: ganz okay
Bodyspray aus Tee?
Statt kühlenden Körpersprays aus dem Drogeriemarkt soll nun grüner Tee Abhilfe schaffen. Das behauptet zumindest das Internet. Nachdem ich meinen Tee gekocht und abgefüllt habe, lasse ich die Sprühflasche kurz stehen, bis alles abgekühlt ist. Beim Aufsprühen bin ich erst noch skeptisch, ob meine Arme und Beine nicht eher verkleben, anstatt gekühlt zu werden. Doch als ich mich großzügig besprüht habe, fühle ich mich sofort abgekühlt. Das Gefühl hält zwar nur ein paar Minuten an, aber dafür riecht der Grüntee mit Zitrone recht angenehm. Wer den Geruch nicht mag: Der Duft verfliegt ziemlich schnell wieder. Ich finde den Tipp wirklich gut, da er für jeden einfach nachzumachen ist. Außerdem ist der grüne Tee eine günstige Alternative im Vergleich zu Körpersprays, die Abkühlung bringen sollen.
Unser Fazit: ausprobieren lohnt sich
Flasche Bier in Socken
Ein kurioser Tipp aus einem Camping-Portal: Falls man keinen Kühlschrank "zur Hand" hat, steckt man das Bier einfach in eine nasse Socke und legt es in die Sonne. "Durch die Verdunstung des Wassers in der Sonne entsteht eine sogenannte Verdunstungskälte", wird in dem Portal erklärt.
Ein lustiger Anblick sind sie auf jeden Fall schon mal, die in Socken gepackten Bierflaschen. Nach rund einer Stunde in der Sonne – und trotz nochmaligen Befeuchtens – müssen wir allerdings feststellen, dass der Tipp rein gar nichts bringt. Zwar wird das Bier in der Sonne nicht warm, ein frisch gekühltes Getränk hat man aber trotzdem nicht. Ganz abgesehen davon: Wenn man im Sommer ein Bier trinken möchte, ist es nicht unbedingt wahrscheinlicher, dass man einen Packen Kniestrümpfe bei sich hat statt Kühl-Akkus.
Unser Fazit: kann man vergessen
Salz im Tee?!
Auf die Idee muss man erstmal kommen, denke ich mir, als ich im Internet über diesen "Trick" stolpere. Ich kann mir zuerst auch nicht vorstellen, was gesalzener Tee für eine Wirkung erzielen soll, wenn es mal wieder richtig heiß ist.
Die Erklärung des Blogs ist bei näherem Betrachten aber doch ziemlich einleuchtend. Durch das Schwitzen verlieren wir Mineralstoffe über unsere Haut, was durch das Salz wieder ausgeglichen werden soll. Mag ja sein, aber gut schmeckt mir der Tee trotzdem nicht.
Ein anderer Tipp sagt, dass man anstelle von eisgekühlten Getränken lieber lauwarme bevorzugen solle. "Denn: Je kälter der Drink, desto stärker gerät der Körper ins Schwitzen", begründet der Verfasser. Das wiederum konnte ich bei meinem etwas abgekühlten Tee tatsächlich feststellen. Das lauwarme Gemisch erfüllte seinen Zweck und die erwarteten Hitzewallungen blieben aus. Das nächste Mal trinke ich meinen Tee aber wieder ohne Salz.
Unser Fazit: wer’s mag – aber kühler wird’s nicht
Kühlen Kopf bewahren

Teebaumöl im Shampoo kühlt die Kopfhaut. Foto:
Maridav/ ShutterstockBei hohen Temperaturen kann die Haarpracht auf dem Kopf schnell zur Schwitz-Falle werden. Damit das nicht passiert, soll man laut einem Internet-Tipp bei der nächsten Haarwäsche vier bis fünf Tropfen Teebaumöl in das Shampoo mischen. "Kühlt die Kopfhaut den ganzen Tag", heißt es dort.
Teebaumöl gibt es in jedem Drogeriemarkt für wenig Geld und da es auch bei vielen anderen Dingen eingesetzt werden kann, beispielsweise gegen Pickel, haben es viele Menschen ohnehin im Schrank. Unkompliziert umzusetzen ist dieser Tipp also schon mal. Der Geruch während der Haarwäsche ist etwas gewöhnungsbedürftig, spätestens nach dem Föhnen ist er aber verschwunden.
Und das Ergebnis? Die Kopfhaut fühlt sich tatsächlich frischer und kühler an. Ein wirklich angenehmes Gefühl, auch Stunden nach dem Duschen.
Ob es nun Einbildung ist oder nicht – dieser Tipp ist wirklich zu empfehlen. Gerade für Frauen mit langen Haaren.
Unser Fazit: klappt tatsächlich!
Schweißlos glücklich?
Normalerweise wird Franzbranntwein in der Behandlung von allerlei Schmerzen eingesetzt. Ein Tipp aus dem Internet besagt, dass das alte Hausmittel auch gegen übermäßiges Schwitzen helfen soll. Nachdem ich meine Arme immer wieder mit dem Gemisch eingerieben habe, spüre ich zwar einen leicht kühlenden Effekt, aber weniger Schweiß wird dadurch nicht produziert. Wer den Geruch nach Latschenkiefer – wahlweise auch Wacholderbeere oder Fichtennadeln – mag, hat mit Franzbranntwein eine akzeptable Abkühlung für zwischendurch gefunden.
Unser Fazit: eher mittelmäßig
Bodytonic oder Lotion?
Wer sich gerne nach dem Duschen eincremt, soll laut Internet bei hohen Temperaturen lieber zu einem Bodytonic greifen, anstatt zur Bodylotion. Ein Tonic soll schneller einziehen, leichter und erfrischender sein.
Ich creme also einen Arm mit einem Bodytonic ein, den anderen mit einer Bodylotion. Und? Es fühlt sich alles an wie immer. Nur dass meine Arme jetzt unterschiedlich riechen. Dass man beim Tonic weniger schwitzt oder irgendwelche andere Unterschiede bemerkt, halte ich für ein Ammenmärchen.
Ich persönlich finde für den Sommer eine Aftersun-Lotion empfehlenswert. Denn neben dem kühlenden Effekt und den speziellen Inhaltsstoffen, die auf die Bedürfnisse der Haut im Sommer abgestimmt sind, ziehen diese Produkte wirklich schneller ein.
Unser Fazit: kein Effekt – kann man bleiben lassen
Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel erschien erstmals am 19. Juli 2022 und wurde aufgrund der aktuellen Relevanz aktualisiert.