Bildung in Bad Liebenzell: Susanne Bremicker wird verabschiedet

Susanne Bremicker (rechts) verabschiedete sich als Schulleiterin. Kommissarische neue Leiterin ist Rebekka Noack.
Stadt Bad LiebenzellIn Bad Liebenzell ist eine Ära zu Ende gegangen: Die Leiterin des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums, Susanne Bremicker, wurde nach 18 Dienstjahren verabschiedet. Sie verbringt ein Sabbatjahr und wechselt dann im Anschluss in den Ruhestand, teilt die Stadt Bad Liebenzell mit.
Schüler, Kollegen aus der gesamten Schulfamilie sowie viele langjährige Weggefährten nahmen bei einer liebevoll organisierten Nachmittagsveranstaltung Abschied von ihrer Rektorin.
Konrektorin Rebekka Noack führte durch die Veranstaltung. Die Mittwoch-Zirkus-AG zeigte einige Balance- und Jonglagenummern. Eine menschliche Pyramide bildete den Höhepunkt. Die Klasse 1c präsentierte ein Popsong-Medley mit selbst gebastelten Dekofiguren in der Hand, die die Texte bebilderten. So mancher Zuschauer war gerührt, als die kleinen Sänger mit Herzen in den Händen fragten: „Weißt Du eigentlich, wie doll ich Dich lieb hab?“ Die Lerngruppe L1 zeigte einen Schmetterlingstanz mit bunten Tüchern.
Beruflicher Werdegang
Schulrätin Sabrina Könne blickte auf den beruflichen Werdegang von Bremicker zurück, die 1988 in Heidelberg ihr zweites Staatsexamen nach ihrem Referendariat in Karlsruhe und Mannheim mit Auszeichnung abgelegt hatte. Anschließend arbeitete sie 18 Jahre lang am Sprachheilzentrum in Calw, wo sie bereits durch besonders lebensnahen Unterricht, großes Engagement und eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Eltern auffiel. Am 1. August 2006 übernahm sie die Leitung der damaligen Reuchlin Förderschule und ergänzte ihre Fähigkeiten um die Ebene der Personalführung.
Eigene Erlebnisse
Die bisherige Konrektorin und künftige kommissarische Schulleiterin Rebekka Noack ging auf das Wirken von Bremicker in den vergangenen 18 Jahren ein. Sie schilderte, unterstützt von einer reich bebilderten Präsentation, wie die Schulleiterin ihre Erlebnisse und Erfahrungen einbrachte, um für die Schüler das Lernen in unterschiedlichen sozialen und kulturellen Lernfeldern zu ermöglichen. Kajaktouren, Schullandheimaufenthalte, Zirkusprojekte und ein Kunstprojekt am Bauwagen sind nur einige Highlights.
Bremicker hat viele Traditionen fortgeführt und neue etabliert, so zum Beispiel die jährliche Herbstwanderung. Rituale wie den monatlichen Morgenkreis, die vorher bereits erwähnten Glückssteine und die Einführung des Schwimmunterrichts im Thermalbad für die Schüler. Ein „Feuerwerk der Energie“, so Noack, ließ stets den Funken überspringen und wirkte ansteckend auf alle, die mit Bremicker zusammenarbeiteten.
Ein besonderer Dank ging auch an den Ehemann der Schulleiterin, der seine Frau stets aktiv unterstützt und sich selbst ins Schulleben eingebracht hat, indem er zum Beispiel die Kanutouren für die Schüler begleitete und half, wo immer es ging. Ein sehr persönliches Geschenk war eine Bücherkiste mit Werken aus der „Bestsellerliste des Kollegiums“, die viel Lesestoff für den Ruhestand bietet und auch einen Platz im kürzlich angeschafften Wohnmobil finden soll.
Abschiedsrede
Bremicker beschloss die Veranstaltung mit einer Abschiedsrede, in der sie betonte, wie wertvoll und bereichernd die vergangenen Jahre gewesen seien, trotz der oft kaum zu meisternden Anstrengungen, die die Doppelbelastung als Schulleitung und Lehrkraft mit sich brachte. Die Ansprüche an Schulleiterinnen stiegen immer weiter, so Bremicker, die Schulleitungsstunden seien viel zu knapp bemessen.
Nur die Rückenstärkung ihrer Kollegen ließ sie durchhalten und so manches Tief überwinden, auch die Unterstützung durch das Schulamt und die Stadtverwaltung seien ihr immer sehr wertvoll gewesen. Die Arbeit mit den Schülern habe ihr immer wieder neue Energie gegeben. Für sie sei immer wichtig gewesen, dass diese Teilhabe erreichten, aktiv am Leben teilnehmen könnten und dazu befähigt werden, sich einzubringen und ihre Stärken zur Geltung zu bringen. Sie übergab den symbolischen Leitungsstab an Rebekka Noack.
Programm zum Abschied
Die Lerngruppen L2, L3 und L4 boten nach den Ausführungen der Schulrätin ein hebräisches Volkslied dar und sangen „Hine ma tov“, ein Lied, das die Einigkeit unter Brüdern beschreibt, die beieinander sitzen – passend zum Anlass der Feier.
Die Schülersprecher Luana und Ben überreichten Bremicker einen Korb mit selbst gestalteten Glückssteinen. Sie wiesen auf die Bedeutung dieser Steine hin, die ihre Rektorin selbst häufig verschenkt hatte und die für alle Schüler eine große Bedeutung im Laufe ihres Schullebens bekamen. Sie bedankten sich vor allem für die vielen schönen Ausflüge, den guten Rat und die Geduld und Unterstützung, die sie von Bremicker stets erfahren hatten. Auch die Leiterin des Kinderspielplanets, Maria Garrido, drückte Ihre Wertschätzung für die gute Zusammenarbeit aus und überreichte ein Geschenk.
Nach einem Tanzbeitrag, den die Lerngruppen L1 und L2 zeigten, übergaben die Kinder ein selbst gebasteltes Bild mit einer Sonne, deren Strahlen sie aus ihren Hosentaschen zogen und zur Vervollständigung überreichten, denn sie wünschten ihrer Schulleiterin „Sunshine in my pocket“, wie es im Song „Can’t stop the feeling“ geheißen hatte.
Grußworte
Bürgermeister Roberto Chiari betonte die „Coolness“ und Erfahrung von Bremicker. Man werde sie vermissen, so Chiari. Er überreichte einen Gutschein für einen Aufenthalt in der Paracelsus-Therme.
Schuldekan Thorsten Trautwein wünschte der scheidenden Schulleiterin, dass sie in ihrem Ruhestand viel Schönes erleben möge. Pfarrer Thomas Burkhard sprach ein Gebet und dankte Gott für die Zeit, Kraft und Liebe, die sie allezeit geschenkt habe.
Im Namen des Personalrats lobte Gunilla Bahlo die Arbeit und verschenkte einen roten Heliumballon mit den Worten: „Das Herz kennt Wege, die der Verstand nicht gehen kann.“
Auch ein wichtiger Weggefährte kam zu Wort: Erich Grießhaber, der lange Jahre als Bremickers Stellvertreter mit ihr zusammengearbeitet hatte, erzählte einige Anekdoten aus der gemeinsamen Vergangenheit. Er setzte sich ans Keyboard, um musikalisch die gemeinsame Zeit anklingen zu lassen.
Auch die Leitungskollegen aus Grund- und Realschule, Marita Scheuvens und Stefan Schreiber, bedankten sich für die fruchtbare Zusammenarbeit.