Baum hat „keine Chance“: Stadt muss riesige Buche im Calwer Stadtgarten fällen – und zwar bald

Schwache Wurzeln, kaputte Rinde, lichte Krone – die Buche am Georgenäum steht unsicher, und wird deshalb gefällt.
Felix BiermayerDie Buche am unteren Eingang des Calwer Stadtparks ist weithin sichtbar. Sie überragt das benachbarte Georgenäum deutlich. Der Stamm ist dick. Der Baum hat wohl einiges der 950-jährigen Calwer Stadtgeschichte miterlebt.
In der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses hatte Oberbürgermeister Florian Kling bezüglich des Baums schlechte Nachrichten: „Die Buche muss gefällt werden.“
„Es gibt keine Chance“
Der Grund sei eine fehlende Standfestigkeit, sagte Kling. Die sei schon vor zwei Jahren überprüft worden.
Seither sei der Baum weiter abgestorben. „Es gibt keine Chance, dass die Buche wieder kommt“, sagte der Calwer Oberbürgermeister. Die Fällung sei der einzige Weg. Das sei „schmerzhaft“, weil es sich um einen „schönen Baum“ handele.
Der Buche haben im Laufe der Jahre viele Dinge zugesetzt. Die Stadt zählt sie in einer Pressemitteilung auf.
Abgestorben, Pilzbefall, schwache Wurzeln und Krone
Erstens: großflächig abgestorbene Rinde von der Wurzel bis zur Krone.
Zweitens: Befall mit dem holzabbauenden Pilz Austernseitling. „Dieser Pilz schwächt die Holzstruktur nachhaltig und kann in Verbindung mit weiteren möglichen Schadpilzen die Stabilität des Stammes erheblich beeinträchtigen“, steht in der Mitteilung.
Drittens: Das Wurzelwerk ist in Richtung Süden, dort steht das Georgenäum, nur schwach ausgebildet.
Viertens: Der Baumwipfel ist licht. Die Äste werden nicht mehr ausreichend versorgt. Der Buche geht es ganz offensichtlich nicht gut.
Erhöhte Belastung
Und den Baum trifft ein weiteres Problem, wie die Pressemitteilung erklärt. Denn durch den Wegfall benachbarter Bäume verändert sich die Windströmung im Gelände. Das erhöht die Belastung für die Buche am unteren Ende des Stadtparks.
„In Summe führen diese Faktoren dazu, dass die Stand- und Bruchsicherheit nicht mehr ausreicht, um den Baum gefahrlos im öffentlichen Raum zu belassen“, heißt es von der Stadt.
Kurz gesagt: Die Buche muss weg.
Auch eine gute Nachricht
Wie die Verwaltung mitteilt, plant sie Fällung noch in diesem Jahr, „sobald die Vegetationsperiode abgeschlossen ist“.
Dass das für manche Calwer schwer sein wird, scheint die Verwaltung zu ahnen: „Die Stadt bittet um Verständnis für diese notwendige Maßnahme, die der Sicherheit der Besucherinnen und Besucher des Stadtgartens dient.“
Doch es gibt auch eine gute Nachricht. Wie Oberbürgermeister Kling im Ausschuss sagte, könne er sich eine Neupflanzung an gleichem Ort vorstellen. Einen passenden Anlass hat er auch schon: die Eröffnung des neuen Stadtgartens.