106 Fahrten allein im Januar: „Wunderbare Sache“ - so gut kommt das Bürgerauto in Wildberg an

Das Bürgerauto Wildberg fährt seit November.
Margit SailerDas Bürgerauto Wildberg kurvt seit November vergangenen Jahres über die Straßen. Jetzt hat das Team eine erste Bilanz gezogen.
Und es zeigt sich: Das Bürgerauto ist ein volles Erfolgsprojekt. „Nach einer ersten Bilanz kann man sich aber nur wundern, warum dieses Projekt nicht schon längst umgesetzt wurde“, erklärt der Stadtseniorenrat, der federführend beim Bürgerauto ist, in einer Pressemitteilung.
Während im November und Dezember mit 84, beziehungsweise 83 Fahrten der Monatsdurchschnitt recht stabil war, schoss die Fahrtenzahl im Januar auf 106 Fahrten in die Höhe. Ziele sind etwa Arztpraxen, das Rathaus, Einkaufsmöglichkeiten innerhalb von Wildberg und Physiotherapie.
Fahrten gehen auch in die nähere Umgebung
Auch die Möglichkeit, etwa zu Ärzten außerhalb Wildbergs zu fahren, wird offenbar gut angenommen: Im Dezember wurden 34 zu Zielen außerhalb in Anspruch genommen, 48 im November, im Januar waren es dann schon 55. In Anspruch genommen wird das Auto von Bürgern und Bürgerinnen aus allen Stadtteilen.
Das Angebot richtet sich hauptsächlich an ältere Menschen in der Bevölkerung bzw. an diejenigen, die nicht oder nicht mehr selber mobil sein können oder wollen.
„Ich bin froh, dass es das Bürgerauto gibt. Es ist eine gute Sache. Hoffentlich gibt es das noch lange“, wird Hannelore Birnbaum aus Wildberg in einer Pressemitteilung zitiert.
„Die Einführung des Bürgerauto Wildberg ist für mich eine Bereicherung und gibt mir und damit uns Älteren mehr Mobilität – das ist ein wichtiger Aspekt“, betont Reinhold Schweizer aus Wildberg in der Pressemitteilung.
Und auch Gerhard und Wilhelmine Weber aus Gültlingen zeigen sich demnach überzeugt vom Konzept: „Das Bürgerauto ist eine wunderbare Sache. Damit sind wir deutlich mobiler.“ Das Projekt läuft vorerst bis Ende 2026 als Test.
Sechs Ehrenamtliche für die Anrufe, 22 für die Fahrten
Sechs Ehrenamtliche bilden das Dispo-Team. Sie nehmen abwechselnd täglich von zehn bis 12 Uhr telefonisch die Fahrwünsche entgegen und koordinieren diese in einem nur für sie und die Personen des Fahrdienstes zugänglichen Online-Kalender. Eine zuverlässige Hilfe dabei ist Anja Roth, die mit ihrem digitalen Know-how für die gesamte Administration verantwortlich zeichnet und quasi „Assistenz der Geschäftsleitung“ sei.
22 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer stellen sich mithilfe eines durchdachten Einsatzplanes montags bis freitags von 8 Uhr bis 18 Uhr der Bevölkerung der Schäferlaufstadt für die individuellen Fahrwünsche zur Verfügung.
Finanziell getragen wird es von der Stadt, rund 50 Prozent der nicht gedeckten Kosten trage das Land Baden-Württemberg mit einem Zuschuss. Insofern hält sich die finanzielle Belastung in Grenzen, heißt es in der Pressemitteilung. Die Organisation liegt beim Stadtseniorenrat.
„Susanne Gärtner dankte im Namen des verhinderten Bürgermeisters Ulrich Bünger allen Ehrenamtlichen und ganz besonders dem Stadtseniorenrat für diese wertvolle Arbeit und das großartige Engagement zum Wohle unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich ausnahmslos dankbar äußern“, fasst der Stadtseniorenrat in seiner Mitteilung zusammen.
So funktioniert das Auto
Das Dispositionsteam nimmt Fahrtanmeldungen unter der Nummer 0163/218 71 31 von Montag bis Freitag, 10 bis 12 Uhr entgegen. Die Fahrten müssen mindestens einen Tag vorher angemeldet werden. Eine Fahrt im Stadtgebiet kostet zwei Euro, nach außerhalb vier Euro. Hin- und Rückfahrt gelten als zwei Fahrten.