Ab September
: Hallenbad-Besuch in Althengstett wird teurer

Der Gemeinderat Althengstett hat beschlossen, die Preise ab September zu erhöhen. Ein Verlustgeschäft bleibt das Bad dennoch.
Von
Jeanette Tröger
Oberndorf
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Das Althengstetter Hallenbad war zuletzt gefragt wie nie, was Wasser- und Betriebskosten deutlich steigen ließ. Auch deshalb müssen die Eintrittspreise erhöht werden.

Jeanette Tröger

Zum 1. September 2025 steigen die seit drei Jahren geltenden Eintrittspreise fürs Hallenbad. Der Gemeinderat hat dem Verwaltungsvorschlag einstimmig entsprochen.

Das Hengstetter Hallenbad war in den vergangenen Monaten sehr gefragt und hat nie dagewesene Besucherzahlen verzeichnet, führt die Sitzungsvorlage aus.

Als Grund werden eingeschränkte Betriebszeiten umliegender Bäder wegen Personalmangels oder Reparaturen genannt. Dies bringe die permanente Wasseraufbereitung und -reinigung an ihre Grenzen, heißt es weiter, dazu steige der Wasserverbrauch wie auch der Einsatz erforderlicher Betriebsmittel.

Abmangel von 438 000 Euro

Obwohl das Hallenbad nicht kostendeckend betrieben werden kann, „sollen die gestiegenen Betriebskosten in einem verträglichen Maße an die Nutzer weitergegeben werden“, so die Vorlage.

Diese führt auch das Rechnungsergebnis für das Betriebsjahr 2024 auf. Einnahmen in Höhe von 242 000 Euro stehen Ausgaben von 680 000 Euro entgegen. Die Gemeinde hat einen Abmangel von 438 000 Euro zu tragen, was einem Kostendeckungsgrad von 35 Prozent entspricht.

Künftig ab drei Jahren

In den Zahlen sind die Einnahmen aus der schulischen Nutzung des Hallenbads enthalten, die ungefähr kostendeckend gerechnet sind. Deshalb ist der Kostendeckungsgrad für den öffentlichen Eintritt noch geringer als die 35 Prozent im Gesamten.

Ab September 2025 sollen Kinder ab Vollendung des dritten Lebensjahrs Eintritt bezahlen, wie es in den umliegenden Bädern auch üblich ist. Bisher bezahlten Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche bis 18 Jahre drei Euro Eintritt, künftig kostet der Eintritt für Kinder ab drei und Jugendliche bis 18 Jahre 3,50 Euro. Die Einzelkarte für Erwachsene erhöht sich auf fünf Euro.

Familienkarte wird zu Eltern-Kind-Karte

Die Familienkarte für Eltern mit x Kindern gab es bisher für zehn Euro. „In der Praxis waren die Besucher sehr kreativ, was die Anzahl der angeblichen Kinder betraf“, sagte Hauptamtsleiterin Gudrun Stahlhut. Beispielsweise wurden Kindergeburtstage im Hallenbad gefeiert und alle teilnehmenden Gästekinder mit zur Familie gezählt.

Auf Vorschlag von Bürgermeister Rüdiger Klahm zur „kreativen Nutzung“ der bisherigen Familienkarte wird diese künftig zur Eltern-Kind-Karte und explizit für „Eltern mit maximal drei eigenen Kindern“ und wird 13,50 Euro kosten.

„Es gibt aber auch Familien mit vier oder sogar mehr eigenen Kindern, die werden dann benachteiligt“, fand Jürgen Walz das zunächst nicht gerecht. Für die weiteren Kinder müssten dann Einzeltickets gelöst werden, so Stahlhut.

Manches nicht machbar

Die Zehnerkarte für Erwachsene wird ab September 42,50 Euro (bisher 35 Euro) kosten, die für Jugendliche 28 Euro (22 Euro). Es gibt auch Drei-Monats-Karten, für Jugendliche liegt der neue Preis bei 56 Euro (33 Euro), für Erwachsene bei 80 Euro (66 Euro).

Stahlhut wies noch darauf hin, dass es im Althengstetter Hallenbad keine zeitliche Begrenzung gebe. Die Badegäste können bleiben, solange sie möchten.

„Im Vergleich zum Beispiel mit Stammheim liegen wir mit den neuen Preisen drüber“, sagte Jörg Nonnenmann. Er finde die Erhöhung trotzdem gut, „es ist wichtig, dass wir unser Hallenbad weiter betreiben können und uns das auch leisten können.“ Ob eine zeitliche Begrenzung und somit ein günstigerer Preis für Bahnenschwimmer, die das Bad auch relativ schnell wieder verlassen, möglich sei, war seine Frage. „Das ist kassentechnisch nicht möglich und auch nicht zu kontrollieren“, verneinte Stahlhut. Man müsse immer auch den Aufwand bedenken, „wir haben nur eine Person im Bad und die hat die Aufsicht im Wasser“.

„Absolut berechtigt“

Paul Binder ist schon angesprochen worden, ob es für Althengstetter Bürger einen reduzierten Tarif geben könnte. Dafür wäre eine Ausweiskontrolle nötig, wies Stahlhut auch hier auf den erhöhten Aufwand hin.

„Althengstett ist eine der wenigen ‚tapferen‘ Gemeinden, die sich noch ein Hallenbad leisten“, konstatierte Lothar Kante und betonte, wie wichtig das fürs Schulschwimmen ist, „es ist absolut berechtigt, dass wir erhöhen“, so seine Zustimmung.

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